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Kuh Vroni ist stolz auf ihre Besitzerin, Hauswirtschaftsmeisterin Regina Berchtold.

Hauswirtschaft

Vom Gemüsegarten frisch auf den Teller

Unering - Wenn Regina Berchtold „Vroni“ ruft, kommt die Kuh gleich angetrabt. Sie posiert neben der frischgebackenen Hauswirtschaftsmeisterin fürs Pressefoto, als wäre es selbstverständlich.

Regina Berchtold aus Unering hat kürzlich am Amt für Landwirtschaft in Ansbach ihren Meisterbrief für Hauswirtschaft ausgehändigt bekommen. Den hat sich die 22-Jährige mit ihrem Projekt „Quer durch den Gemüsegarten – frisch auf den Teller“ verdient. Dabei geht es darum, Kindern die Bedeutung von frischen und regionalen Produkten näher zu bringen. „Es ist nicht selten, dass Kinder nicht wissen, wo die Kartoffel wächst“, sagt Regina Berchtold. Oft höre sie auch: „Ihh, das mag ich nicht.“ Ohne dass das Kind überhaupt weiß, welches Gemüse es vor sich hat. „In der Gemüselasagne schmeckt es dann aber doch“, sagt Regina Berchtold schmunzelnd.

Jeder Kurs für die Kinder beginnt mit einem Rundgang über den Bauernhof, wo die einzelnen Obst- und Gemüsesorten angeschaut, geerntet und erschmeckt werden. Weiter geht es in die frühere Milchkammer des Hofes, die für das Projekt zur Küche umgebaut worden ist. Zehn Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren können pro Kurs teilnehmen. Der dauert etwa drei Stunden. Die Kinder kochen unter Anleitung die unterschiedlichsten Gerichte – das saisonale Angebot entscheidet über die Auswahl der Zutaten. „Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass nicht jedes Gemüse und Obst zu jeder Jahreszeit verfügbar ist und dass man dennoch stets schmackhafte saisonale Gerichte kochen kann“, erklärt die Hauswirtschaftsmeisterin.

Und die Kinder nehmen dieses Konzept begeistert an. Inzwischen gehört ihr Meisterprojekt zum festen Programm des Erlebnisbauernhofs Berchtold in Unering.

Für die Meisterprüfung musste Regina Berchtold zweimal einen Kurs leiten. Das Konzept sowie die Durchführung hat sich die 22-Jährige selbst zusammengestellt und jeden einzelnen Schritt dokumentiert. Auch die Auswertung und die Ergebnisse hat Regina Berchtold schriftlich festgehalten. „Die meisten denken, dass es bei Hauswirtschaft nur um hausfrauliche Tätigkeiten geht, dabei ist die Ausbildung in Hauswirtschaft eine tolle Grundlage für sämtliche organisatorische Tätigkeiten in der Landwirtschaft“, sagt die junge Uneringerin; „Man kann zum Beispiel einen Hof leiten. Ich könnte jetzt auch Lehrlinge ausbilden oder auch in der Hotelbranche tätig werden.“

Vorerst kümmert sich Regina Berchtold weiterhin um ihre Erlebnisküche. Hauptberuflich ist sie für die Lebenshilfe Starnberg tätig. Sie unterstützt Menschen mit Einschränkungen im alltäglichen Leben. Außerdem ist sie nebenbei als Dorfhelferin unterwegs. „Regina ist sehr engagiert in der Hinsicht und manchmal müssen wir sie auch einbremsen, damit es nicht zu viel wird“, sagt Brigitte Berchtold stolz. Die Mutter der 22-Jährigen organisert die beliebten Kindergeburtstage auf dem auf dem Erlebnisbauernhof. Die jungen Besucher können dabei das Hofleben entdecken. Höhepunkt ist jedes Mal der Rundgang durch die Stallungen mit den 45 Kühen und Rindern und zu den Kleintiergehegen, in denen Hasen, Kaninchen und Meerschweinchen leben.

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