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Die Seefelder Containeranlage wurde am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert. Die ersten Bewohner ziehen schon am kommenden Montag ein

Asyl

Nach dem Projekt Bürgerstadl ist alles möglich

Seefeld - Der Bürgerstadl war ein "Wunder". Keiner hätte geglaubt, dass die Betreuung der Flüchtlinge dort so gut geklappt hat. Die Hoffnung in Seefeld ist nun groß, dass das Projekt Containerdorf im Vergleich dazu ein Spaziergang ist. 

Momentan leben im Landkreis Starnberg 1968 Asylbewerber. Wäre der Flüchtlingsstrom nicht abgerissen, „wäre der Landkreis in diesem Sommer kollabiert“, gab Landrat Karl Roth am Donnerstag in Seefeld ganz offen zu. Dort öffnete der Landkreis sein sechstes Containerdorf zur Unterbringung von Flüchtlingen für die Öffentlichkeit. Ab Montag sollen an dem zunächst umstrittenen Standort die ersten 52 Personen untergebracht werden. 144 Plätze gibt es. Für Seefeld ist es die zweite Anlage, die gemeindlichen Container in Oberfeld sind bereits von 35 Menschen bewohnt.

Für den Standort an der Ulrich-Haidt-Straße gab es anfangs viel Kritik von Nachbarn. Zumindest am Donnerstag war von Zorn und Groll nichts zu spüren. „Ich habe nur positive Signale empfangen“, freute sich Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel. Vor allem der Landrat war dafür in der anschließenden mit 70 Personen gut besuchten Informationsveranstaltung dankbar.

Seefeld ist die sechste Containeranlage von insgesamt zehn, die der Landkreis vergangenes Jahr in Auftrag gegeben hatte. Sie werden nach Plan aufgestellt, die nächsten in Weßling, Berg und Wörthsee. Hinzu kommen die gemeindliche Anlage, die Seefeld zur Verfügung stellt, und die Anlage, die der Freistaat vom Landkreis kauft und in Gilching aufstellt. „Insgesamt befinden sich noch 620 Flüchtlinge in Provisorien, die nun zu verteilen sind“, erklärte er. Jeweils 128 lebten noch in den Zeltlagern in Berg und Pöcking. „Ich bin froh, dass es ein bisschen Luft gibt“, sagte der Landrat, froh darüber, dass auch die bereits anerkannten Flüchtlinge in den Containern bleiben können. Sie würden noch geduldet und auch finanziert. „Auch der Nachzug kann einziehen“, versicherte Roth. Die Herausforderung bleibt trotzdem, und sie sei groß: „Die Kommunen sind aufgefordert, sozialen Wohnraum zu schaffen. Das ist nochmal was anderes.“ Der Landrat wusste auch, dass sich die Erstaufnahmelager allmählich wieder füllen. Er rechnet ab diesem Sommer, spätestens im Herbst mit neuen Zuweisungen.

Kreisjurist Stefan Derpa lobte vor allem den Seefelder Helferkreis um Gemeinderätin Johanna Senft. „Der Bürgerstadl war ein Wunder.“ Dort waren die ersten Flüchtlinge untergebracht. „Wenn wir das geschafft haben, glaube ich, dass wir dieses Projekt (Container) nun auch schaffen“, sagte er. Es kam von Herzen, als Johanna Senft darauf antwortete, „wir haben das gut gemacht“. Es sei eine harte Zeit gewesen, aber es habe viele Helfer gegeben. Auch für den neuen Standort hätten sich wieder 35 Helfer eingetragen, sagte Stefanie Kalchschmidt, die das Team mittlerweile hauptamtlich für die Gemeinde koordiniert. 40 Personen zählt der bestehende Helferkreis. Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 29. Juni (19 Uhr), in der Nachbarschaftshilfe Seefeld statt. „Wer helfen möchte, ist herzlich eingeladen“, sagte Johanna Senft.

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