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Für Anfragen aller Art ist Estefanía Fernández Ruiz beim Pöckinger IT-Unternehmen Indyon zuständig. Dafür reichen die Sprachkenntnisse der Spanierin bereits aus.

Ausbildungsprojekt

Hola Pöcking!

Pöcking - Estefanía Fernández Ruiz hat in Spanien Psychologie studiert. Einen Job fand sie nicht. Nun sucht die 27-Jährige ihr Glück in Pöcking – als Bürokauffrau.

Nach fünf Jahren Studium der Psychologie gab es für Estefanía Fernández Ruiz in Andalusien keine Perspektive auf einen Job. Die hat die 27-Jährige nun 1670 Kilometer entfernt von ihrer Heimat gefunden – beim Pöckinger IT-Unternehmen Indyon. Möglich gemacht hat das ein Programm: Arbeitgeberverbände der bayerischen Metall- und Elektroindustrie fördern seit 2013 „gezielte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte“. Nach einem Bewerbungsgespräch bekam Fernández Ruiz zunächst die Zusage für ein Praktikum bei Indyon. Im September trat sie die duale Ausbildung an. 

Was nach einer Erfolgsgeschichte anmutet, ist aber gar nicht so leicht. „Es war sehr hart und es ist gerade sehr hart“, gibt die Spanierin zu. Sie musste ihre Familie verlassen. „Meine Mutter war am Anfang ängstlich. Sie wollte nicht, dass ich gehe.“ Täglich skypt oder schreibt Fernández Ruiz mit ihren Eltern, die mittlerweile überzeugt sind.

Nach vier Monaten in Deutschland kann sich Fernández Ruiz schon sehr gut auf Deutsch ausdrücken. Es reicht, um bei Indyon den Austausch mit Kunden und Geschäftspartnern hinzubekommen, Bestellungen und Rechnungen abzuwickeln. Und wenn der 27-Jährigen mal ein Wort fehlt, lacht sie, überlegt kurz oder baut ein englisches Wort ein. 

Dass eine ausgebildete spanische Psychologin ihre große Chance darin sieht, an einem Empfang zu sitzen, mag grotesk klingen. Doch es ist Realität. Eine Chance auf eine Anstellung in Spanien? „No, no“, sagt Fernández Ruiz mit einer Bestimmtheit, die keine weiteren Fragen offen lässt. 100 Bewerbungen hat sie geschrieben. Vergeblich. In allen Branchen würde in Spanien derzeit kaum jemand eingestellt werden. Miserable Wirtschaftslage eben. Statt mit Patienten zu sprechen, arbeitete sie nach dem Studium als Kellnerin. Bei ihrem Vater, Gemüsebauer, hat sie mitgeholfen. „Aber das gefällt mir nicht so sehr, es ist sehr körperlich.“ 

Auch ihre Ausbildung hat mit Psychologie nur wenig zu tun – macht ihr aber Spaß. „Es rufen Menschen aus so unterschiedlichen Regionen Deutschlands an“, sagt Fernández Ruiz . Sie hat gerne Kontakt. „Ich spreche mit allen“, sagt sie und freut sich über entstandene Freundschaften. In ihrer Freizeit spielt Fernández Ruiz gerne Gitarre. „Und ich gehe gerne ins Kino. Das ist sehr gut, um die Sprache zu lernen.“ 

Ihr Chef, Dr. Andreas Plettner, betont: Noch nie habe Indyon zuvor ausgebildet. Nun hat das Software-Unternehmen zwei Lehrlinge, Fernández Ruiz und einen Spanier. „Sie sind sehr wertvoll für uns, sehr intelligent“, sagt er. „Die Einarbeitung geht wesentlich schneller als mit 16-, 17-jährigen Deutschen.“ Wenn es mit der Sprache gut klappt, möchte Fernández Ruiz die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Sie weiß: „Es ist schwer, in einem neuen Land zu beginnen.“ Schwer war auch die Wohnungssuche. Nach drei Monaten fand sie eine WG in Neusöcking. Das Wichtigste für Fernández Ruiz: Stabilität. „Das ist, wenn man Ruhe hat“, erklärt die Spanierin und lehnt sich zurück. In der WG Gitarre spielen, mit den Eltern telefonieren, ausgehen. Nach ihrer Odysee in Zimmern in Seefeld oder Starnberg hat sie in Neusöcking Stabilität gefunden. Für zwei, drei Jahre – oder vielleicht für immer.

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