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Ein traumhaft wechselnder Ausblick soll sich 20 bis 30 Besuchern auf dem „schwimmenden Strand“ bieten. Dort gibt es Cocktails, Liegen und Ruhe – nur eines nicht: laute Musik.
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Idylle auf dem See: Per Elektro-Boot sollen Besucher zum „schwimmenden Strand“ gelangen.
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Den Namen "schwimmender Strand" findet Goetz „nicht sehr poetisch, aber er beschreibt das Projekt gut“.

Architekten-Idee

Schwimmender Pool auf dem Starnberger See

Starnberg – Der Architekt Marco Goetz hat für den Starnberger See ein Projekt entwickelt: eine schwimmende Holzinsel mit Bar und Pool.

„Der Starnberger See und ich gehören einfach zusammen“, sagt Marco Goetz. Der Architekt ist in Starnberg aufgewachsen und hat ein Projekt entwickelt – für den Ort, den er liebt. Er nennt es den „schwimmenden Strand“. Die Idee: „Eine hölzerne Kiste, wie eine offenes, schwimmendes Haus, mit Pool und Bar.“ Auf der Fläche, etwa so groß wie ein Festzelt, sollen Besucher den See erleben. Goetz stellt sich das so vor: „Der Ausblick ändert sich ständig, es riecht gut nach Holz.“ Wind, Wetter und Tageszeit sollen die Position und den Ausblick bestimmen: „mal auf die Roseninsel, mal auf das Gebirge“. 20 bis 30 Besucher sollen per Elektro-Boot zum „schwimmenden Strand“ gebracht werden. Dieser treibt selbst „ganz sanft“ auf dem See: „Er muss natürlich ankern oder wird über Motoren per GPS am Ort gehalten.“ Das Ganze mit grüner Energie: „Oben drauf kommen Solarzellen, unten drunter E-Motoren.“ 

"Jedem, der es genießen kann, auf dem See zu sein, dem gratuliere ich"

Wenn Goetz über den See oder sein Projekt spricht, strahlt er. Die Idee kam dem Segler vor zwei Jahren. „Abends war ich auf dem See. Es war windstill. Da habe ich Steh-Paddler gesehen. Es war, als ob sich Leute auf einem Platz trafen.“ Der 57-Jährige ist begeistert vom „auf dem See sein“. Schon als Bub segelte der Starnberger bei seinen Großeltern mit. „Jedem, der es genießen kann, auf dem See zu sein, dem gratuliere ich. Der hat es verstanden.“ Gerade die Ruhe ist es, die Goetz fasziniert. Er genießt es, „den Wind zu spüren und das Wasser zu riechen“. Besucher sollen den See auf dem „schwimmenden Strand“ sinnlich wahrnehmen: mit einem Cocktail auf der Liege, ohne laute Musik. Augen und Ohren besinnen sich auf den Ausblick und das Wasser – eine Oase im Alltag. 

Den Namen "schwimmender Strand" findet Goetz „nicht sehr poetisch, aber er beschreibt das Projekt gut“.

Der Starnberger See werde viel zu einseitig genutzt. „Man versteht ihn als Verkehrsfläche, um von A nach B zu kommen, oder als großes Planschbecken – aber nicht als Ort der Entschleunigung und des Genusses. Es gibt unglaublich wenige kulturelle Projekte, die sich räumlich mit dem See beschäftigen.“ Goetz schwebt „eine sinnliche Nutzung“ vor. Mit einer Idee, die es so – als halboffenes schwimmendes Gebäude – mit diesen Möglichkeiten noch nicht gegeben habe. Doch noch ist alles Zukunftsmusik. Wie geht es nun weiter? „Mit der Baugenehmigung“, sagt Goetz und lacht. Er weiß selbst: „Es gibt viele Möglichkeiten, die Idee sofort zu begraben. Aber wenn ein Bedürfnis da ist, entsteht das.“ Vorstellbar wäre sein Projekt etwa für Hotels, die selbst keinen Seezugang anbieten können. 

Wird das Projekt umgesetzt? Der Starnberger ist zuversichtlich

Wenn es nicht klappen sollte, wäre Goetz nicht enttäuscht. „Manchmal taucht eine Idee auch in anderer Ausführung wieder auf.“ Der Architekt hat noch weitere Ideen: „Eine schwimmende Stadt, in der mehrere Elemente in Verbindung stehen.“ Dabei denkt er „an die bayerischen Kurfürsten, die den See zu ihrer Zeit zu einer richtigen Bühne gemacht haben. Doch davon sind wir so weit entfernt, wie wir nur können“. Vor allem möchte Goetz mit seiner Idee zum Nachdenken anregen, wie der See sinnlich genutzt werden kann. Und doch ist der Starnberger mit seinem Büro zuversichtlich: „Wir machen nicht viele Projekte für den Papierkorb.

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