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Ansehnlich ist anders: Mit den Unterführungen unter den Bahngleisen hat Starnberg seine Not.

Bahn-Unterführungen in Starnberg

Kurze, niedrige Ekelattacke

Starnberg – Es schien eine gute Idee zu sein, als die Bahnstrecke vor mehr als 100 Jahren direkt am Seeufer entlang errichtet wurde. Damals ahnte wohl noch keiner, wie die Unterführungen unter der Strecke aussehen werden.

Wer aus der Starnberger Innenstadt zum Seeufer will, muss sie fast zwangsläufig passieren: die Bahnunterführungen. Und nur zu behaupten, dass sie in beklagenswertem Zustand sind, wird dem Anblick nicht ganz gerecht. Es sieht furchtbar aus. Zum fürchten. Mal ganz abgesehen davon, dass etliche der Unterführungen so niedrig sind, dass alle über 1,85 Meter gehörig den Kopf einziehen müssen, um nicht schmerzhafte Bekanntschaft mit der Decke zu machen, sind die Unterführungen vollkommen verdreckt und beschmiert. Deswegen haben die Sprayer denn auch folgerichtig „Anfang vom Ende“ an den Eingang der Unterführung im Nepomukweg gesprüht. 

Gerade entsteht für viel Geld der neue Bürgerpark direkt gegenüber der Unterführung. Stellt sich die Frage, wie viele den Weg durch die modrige und verdreckte Unterführung wagen, um nach dessen Fertigstellung zum Bürgerpark zu kommen. Immer wieder wenden sich Leser an unsere Zeitung, um die Zustände in den Bahnunterführungen zu beklagen. Besonders scharf kritisiert wird dabei der Zustand der Unterführung am Bahnhof See: „So etwas haben wir nicht mal auf Reisen in Rumänien gesehen“, hieß es da. Herbert Buchner schickte derweil ganz einfach Fotos. Überquellende Mülleimer, klebrige Pfützen, beschmierte Wände. 

Bürgermeisterin John: "Was die Bahn zu investieren bereits ist, ist absolut ungenügend"

„Das ist die tägliche Situation des Bahnhofs in Starnberg. Absolut widerwärtiger Zustand in dem Durchgang mit sehr üblem Geruch“, schreibt er. Doch wer ist eigentlich dafür verantwortlich? Fragt man Starnbergs Bürgermeisterin Eva John, ist die Sache klar: „Alle Unterführungen befinden sich im Eigentum der Deutschen Bahn, deswegen ist diese auch dafür zuständig, sie in Ordnung zu halten.“ Die Bahn bestätigt das. Und verteidigt den Zustand der Unterführungen im schönsten Behördendeutsch: „Reinigungen finden an allen Stationen im Rahmen von fest vereinbarten Reinigungsintervallen (z.B. Nassreinigungen seltener als Abfallentsorgung) statt“, so ein Pressesprecher des Unternehmens. 

Den Starnbergern und Bürgermeisterin Eva John reicht das aber nicht: „Die Bahn erbringt nicht den Standard, den wir uns wünschen“, erklärt sie. Deswegen habe es bereits im April einen großen Vor-Ort-Termin mit Bahnvertretern gegeben, bei dem man sich die Zustände in der Unterführung am Bahnhof See und am Bahnhof Nord gegeben. „Nun müssen wir als Stadt intern festlegen, was wir als Standard für notwendig erachten. Und danach noch einmal mit der Bahn reden“, so John. Bereits jetzt ist klar: Die Stadt wird selbst Geld in die Hand nehmen müssen, denn „was die Bahn zu investieren bereit ist, ist absolut ungenügend“, so John. Am Ende zahlen also die Starnberger dafür, dass sie gruselfrei und ohne Ekelattacken zum See kommen und sich als gastfreundliche Stadt präsentieren können.

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