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Mit Vollgas über den See: Das neue Elektrobrett „Waterwolf“ machte unserer Testerin Michéle Kirner einen Heidenspaß.

Eletro-Surfboard

Selbstversuch auf dem eBrett: Hat der „Waterwolf“ den nötigen Biss?

Leoni - Unsere Autorin Michéle Kirner wagt den heroischen Selbstversuch auf den neuen Elektro-Surfboards.

Am Samstag lud  die Bootsmesse STA-Boot in der Assenbucherstraße 43 in Leoni zu einer Runde auf dem Starnberger See ein. Am beschaulichen Hafen von Gastl-Boote warteten zehn Elektro- und Motorboote in einer Preisklasse von 15 000 Euro bis zu 285 000 Euro auf eine begleitete Probefahrt – und das E-Surfboard „Waterwolf“ war ebenso ausfahrbereit.

Elektrisch surfen? Hört sich verrückt an. Der Starnberger Merkur wagt die Probe aufs Exempel: Erfinder Markus Schilcher (51) beugt sich über seine Erfindung. Das Surfboard trägt bis zu 90 Kilogramm Körpergewicht, erklärt der Oberammergauer, der momentan bereits an einer Variante für Ü90-Kandidaten tüftelt.

Kein Problem für die drahtige Testerin. Noch schnell den Surfanzug übergestreift – sicher ist sicher – und schon kann es losgehen. Der Anzug ist wichtig. Denn ganz ausgeschlossen ist nicht, dass man am Ende doch im Wasser landet. Und das kann empfindlich kalt werden.

Es ist im Prinzip genau wie beim Surfen – das Aufstehen und das Halten des Gleichgewichts ist das Schwierigste. Nur kein Druck, einfach durchatmen. Auf der Unterseite ist statt der Finne, die sich an normalen Surfboards findet, ein Elektroantrieb mit Propeller befestigt.

Ein Schutzring darum verhindert, dass man sich aus Versehen verletzt. Der Erfinder deutet auf einen Drehknopf. Damit lässt sich die Geschwindigkeit regeln. Im Liegen. Sein Tipp: „Am besten Vollgas.“ Ich schlucke. Bei Vollgas beschleunigt das Brett auch immerhin zu 25 Stundenkilometer. „Wichtig sind 300 Meter Abstand zum Ufer und 50 Meter zu Booten und Schwimmern“, fährt Schilcher ungerührt fort. Das sind Regeln, die auch all jenen eingetrichtert werden, die ein E-Boot mieten.

Aber jetzt soll es endlich losgehen: Mit klopfendem Herzen lege ich mich auf das Board. Meine linke Hand umschließt eine Schlaufe, die rechte dreht am Rädchen. Lautlos gleite ich dorthin, wo in einem Boot der nicht minder aufgeregte Hersteller und die Fotografin warten. Ein Dreh am Gasknopf und das Tempo steigt. Der Fahrtwind pfeift, das Wasser flitzt unter dem Brett dahin.

Am Anfang war der Sturz

Auf einmal geht alles ganz automatisch. Ohne zu wissen wie, bin ich in der Hocke und schon stehe ich. Wie war das nochmal? Schilcher demonstrierte kurz vorher ein paar Manöver: Gewichtsverlagerung nach innen – und schon gleitet das Brett in die Kurve. Sah nicht so schwer aus. Einen Versuch ist es wert. Und tatsächlich: Es dreht. Das Brett vollführt eine sanfte Kurve auf dem See. „Wow“, jubelte der Entwickler, als seine Erfindung nach knapp vier Jahren das erste Mal Fahrt aufnahm. „Wow“, jubelt die Journalistin – und stürzt. Natürlich. Doch kein Problem: Am Handgelenk ist eine Sicherheitsleine befestigt, diese wiederum steckt in der Brettoberfläche. Stürzt man, wird der Stöpsel auf dem Board herausgerissen und der Motor ist sofort aus.

Neuer Versuch, gleiche Prozedur: Fahrt aufnehmen, aufstehen, eine 360-Grad-Drehung über spiegelglattes Wasser. Wackelig wird die nächste Kurve probiert, einfach mit einem bisschen Mut in die Knie gehen, das Gewicht nach innen verlagern – und dabei die Hand ins Wasser stecken. So machen es die Profis. Und plötzlich geht alles wie von selbst: kreisen, drehen, fahren. 9990 Euro kostet der Spaß. Sicher einer der Gründe, warum das eBrett-Surfen so schnell sicher kein Massenphänomen auf dem See wird. Eine Probefahrt kostet 50 Euro.

Doch für den Spaß auf dem Wasser kann man auch noch deutlich tiefer in die Tasche greifen: Da wartet am Samstag das eBoot Laguna 760 auf Probefahrer. Wasserskitauglich und bis zu 140 PS stark. Mit der ausladenden Liegefläche und einer Welle am Heck, die man ohne Leine surfen kann. Kostenpunkt: 90 000 Euro. Oder gleich groß einsteigen: Eine Stippvisite auf der Elektro-Yacht Nimbus 305. Mahagoni-Deck und Chill-Out-Flächen, wohin das Auge blickt.

Nicht nur in Anbetracht von rund 15 Jahren Wartezeiten auf die Lizenz für ein Motorboot ist der Kauf eines eBootes für viele verlockend. Wer gerade keine schwerkranke Erbtante oder einen unendlichen Sparstrumpf parat hat: Mieten kann man die ausgestellten Elektro-Boote bei Gastl Boote, Tel.: (0177) 4 54 11 82.

Von Michèle Kirner

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