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Jens Lehmannist am Mittwoch Angeklagter vor dem Amtsgericht.

Wegen Verkehrsdelikt

Lehmann kommt mit Breno-Anwalt

Starnberg - Das Delikt ist alltäglich, der Angeklagte nicht: Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann steht am Mittwoch vor dem Starnberger Amtsgericht. Er hat ebenso prominente Hilfe dabei: Breno-Anwalt Prof. Werner Leitner.

Nötigung und versuchte Körperverletzung legt die Staatsanwaltschaft dem früheren Profi-Fußballer zur Last. Auf den Tag genau zwei Jahre zuvor – am 9. November 2014 – kam es zu einem unangenehmen Zwischenfall auf der A 952. Beim Ausfahren Richtung Berg, wo Lehmann wohnt, hat er sich offenbar von einem anderen Autofahrer bedrängt gefühlt. Er soll dessen Fiat zum Halten gebracht und mit dem Fahrer einen verbalen Streit begonnen haben. Dabei, so die Darstellung der Staatsanwaltschaft, habe Lehmann den Mann am Kragen, genauer am Schal, gepackt und zugedrückt (wir berichteten). Das Amtsgericht verhängte anschließend einen Strafbefehl über 240 000 Euro. Hätte Lehmann bezahlt, wäre die Sache weder öffentlich geworden, noch würde er als vorbestraft gelten. Doch der 46-Jährige hat Einspruch eingelegt, und deshalb kommt es am morgigen Mittwoch um halb elf zur Verhandlung im Starnberger Amtsgericht.

Lehmann hatte gegenüber der „Bild“-Zeitung unterstrichen, dass er unschuldig sei. „Ich habe noch nie jemanden bedroht oder gewürgt“, zitierte ihn das Blatt. Das bedeutet, es geht ihm nicht um die Höhe der 60 Tagessätze à 4000 Euro im Strafbefehl, sondern um seine Reputation.

Ursprünglich sollte die Sache Lehmann schon vergangenes Jahr verhandelt werden. Doch Lehmann beauftragte neue Anwälte, und die brauchten Zeit. Jetzt kommt der Ex-Nationalspieler mit prominenter Vertretung nach Starnberg: Einer seiner drei Anwälte ist Prof. Dr. Werner Leitner. Der Münchner Wirtschaftsstrafrechtler vertrat schon den Bayern-Spieler Breno, der wegen Brandstiftung ins Gefängnis musste – er hatte die von ihm gemietete Villa in Grünwald angezündet. Der andere ist Stephan Tschaidse, ein erfahrener Strafrechtler. Die dritte ist Eva von Wietersheim, Partnerin in Leitners Kanzlei.

Das Amtsgericht ist vorbereitet auf den zu erwartenden Medienansturm. Richterin Christine Conrad habe die Verhandlung deshalb in den großen Sitzungssaal 125 verlegt, sagt Amtsgerichtsdirektorin Sibylle Gräfin zu Dohna. „Das Vergehen ist nichts Außergewöhnliches“, stellt sie fest. „Das liegt nur an der Person des Herrn Lehmann.

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