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Das Perchalla-Prinzenpaar Benedikt I. und Patricia I. beim furiosen Ballauftakt mit der Showtanzgruppe in der Starn berger Schlossberghalle.

Närrischer Auftakt

Prinzkostüm statt American Football

Starnberg - Vom rundherum nachlassenden Interesse am Fasching lässt sich bei der Starnberger Perchalla niemand anstecken. Ihr Inthronisationsball am Samstag wurde zu einem rauschenden Fest.

Die „München Rangers“ müssen eine Weile auf ihren Spieler Benedikt Greif verzichten: Der 21-Jährige zieht es vor, bei der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla den Prinzen zu geben, und pausiert dafür bei seinem American-Football-Team. Patricia Wiegand, die neue Prinzessin, hat allerdings acht Monate gebraucht, um ihn dazu zu überreden.

Die beiden, die sich bei ihrer Ausbildung zum Erzieher kennengelernt haben, hatten am Samstag ihren ersten großen Auftritt - bei der Inthronisation der Prinzenpaare in der Starnberger Schlossberghalle. Da war „Patricia I.“ ganz in ihrem Element. Kein Wunder: Für die 23-jährige Starnbergerin, die 2003/04 Kinderprinzessin war, ging ein Traum in Erfüllung. Aber auch „Benedikt I.“, ein waschechter Münchner, konnte sich mit dem, was er seit April gelernt hat, sehen lassen. Vorher, erzählte er, hat er noch nie getanzt.

Zunächst aber war das neue Kinderprinzenpaar an der Reihe: Wiebke Bösener (9) und Julian von Eynern (10). Seit diesem Jahr macht Julian, der in der fünften Klasse der Starnberger Mittelschule ist, aktiv mit. Nur „ein bisschen Lampenfieber“ hatte er, wie er gestand. Wiebke, die die vierte Klasse der Schlossbergschule besucht, ist seit drei Jahren dabei. Mit der Schule seien die vielen Auftritte gut zu vereinbaren, sagte Wiebkes Mutter Andrea Bösener.

Die Inthronisation, bei der etwa 350 Besucher die Schlossberghalle füllten, wurde zu einem rauschenden Fest - mit mitreißender Musik von Rossini bis Falco und viel gelobter Qualität der Darbietungen. Andreas Simbeck, Präsident der Unterhachinger Faschingsgesellschaft Gleisenia, zeigte sich schwer beeindruckt: „Die Jugendarbeit in Starnberg ist die beste weit und breit.“

Inthronisationsball Starnberger Perchalla: Bilder

Simbeck repräsentierte einen von neun Faschingsvereinen aus München und Umgebung, die eigens nach Starnberg gekommen waren: je zwei aus Fürstenfeldbruck und Oberschleißheim, je einer Dachau, Kirchheim, München-Laim und München-Neuhausen und Unterhaching. In Unterhaching musste die Inthronisation auf den Januar verschoben werden, weil zunächst kein Prinz gefunden worden war. Jetzt gibt es einen - und bei den Vorführungen der Starnberger, ließ Simbeck durchblicken, hat das designierte Prinzenpaar „große Augen gemacht“.

Angesichts eines allgemein nachlassenden Interesses am Fasching ist das anhaltende Engagement bei der Perchalla umso bemerkenswerter, wenn Präsident Andreas Denk auch kein Geheimnis aus Problemen machte: „Es ist nicht so leicht ist, die Starnberger für den Fasching zu motivieren.“ Ein wenig wehmütig verwies Ehrenpräsident Robert Weiß darauf, dass die Zeit der großen Bälle - Presseball, Stadtball, Ball der Gewerbetreibenden - in der Kreisstadt lange vorbei ist.

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