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Ständig von Fans umringt: für Florian David Fitz und Nicolette Krebitz kein Problem. 

Fünf-Seen-Filmfestival

Selfie? Klar doch!

Starnberg - Der Schauspieler Florian David Fitz hat am Samstag das Filmfestival besucht - und eine Schar Fans angelockt. Außerdem gab es eine intime Drehbuchdiskussion.

Noch eine halbe Stunde bis er kommt. Der Mann mit dem Dreitagebart und dem verschmitzten Lächeln. Es ist halb sechs, Samstagabend, und im Foyer der Starnberger Schlossberghalle warten vor allem junge Frauen – und vereinzelt auch ein paar junge Burschen und Männer. Es ist nicht ganz klar, wer wegen was da ist. Ist es die Drehbuchdiskussion, die im Rahmen des 10. Fünf-Seen-Filmfestivals stattfindet, oder Florian David Fitz, der soeben mit seinem weißen Terrier Elmo in sommerlicher Leinenhose und Sandalen gelassen auf den Eingang der Schlossberghalle zuschlendert? Augenblicklich ist der Schauspieler von Fans umzingelt. Fitz – ganz entspannt – macht mit ihnen Selfies. Eins nach dem anderen, bevor er schließlich auf die Bühne steigt und über den Prozess des Drehbuchschreibens plaudert, zusammen mit nicht weniger nennenswerten Autoren: Nicolette Krebitz („Wild“ und „Jeans“), Marie Noelle („Ludwig II) und Philipp Weinges („Erkan & Stefan“)

Die Mädchen in der ersten Reihe können sich nicht entscheiden, ob Fitz, der inzwischen seine Sandalen ausgezogen hat, oder sein Hund, der neugierig am aufwändigen Blumenarrangement auf der Bühne schnuppert, das süßere Fotomotiv hergeben. Indessen ist ein bisschen Anlauf notwendig, bis auf dem Podium schließlich doch unter der etwas nüchternen Moderation von Carolin Otto vom Drehbuchverband FSE eine sehr spannende Unterhaltung entsteht. Es geht ums Ideen finden, Perspektivenwechsel zwischen Schauspielerei, Regie und Schreiberei, um Emotionen, die aus einem herausbrechen, und auch die Frage, wer das Manuskript zuerst lesen darf. Während Krebitz beispielsweise als Schauspielerin die Lust entwickelte, Drehbücher zu schreiben, ist es bei Fitz die Affinität zum Geschichten erzählen, wie er sagt.

Ständig von Fans umringt: für Florian David Fitz und Nicolette Krebitz kein Problem. 

Klar wird im Laufe des Abends auch, dass das Schreiben einer Filmgeschichte keine einfache Sache ist. Und es dafür, dass es ohne Drehbuch schließlich keinen Film gibt, viel zu schlecht bezahlt wird. 70 Fassungen seien laut Weinges allein für den Film „Wer früher stirbt ist länger tot“ notwendig gewesen. Und Fitz’ erstes Drehbuch wanderte direkt in die Schublade – „das war sehr düster und sehr theoretisch. Mein Problem ist, dass es manchmal zu verschwurbelt wird und ich habe gemerkt, dass man etwas auch direkter erzählen kann“, erklärt der 41-Jährige. Das zweite Drehbuch war die Grundlage für „Vincent will Meer“, in dem Fitz selbst die Hauptrolle spielte, wovon ihm übrigens einige abgeraten hätten, wie er sagt. Auch der Schaffensprozess an sich ist nicht ohne: „Man weint, lacht, trinkt ein Bier, raucht ’ne Zigarette“, beschreibt Krebitz den Prozess. „Und wacht am nächsten Morgen auf. um festzustellen, dass es einen total kalt lässt, worüber man gestern noch geweint hat“, fügte die Französin Noelle hinzu. Dann wird es sehr lustig. Fitz bittet „alle Mädels, die wegen mir gekommen sind“, sich Krebitz’ Film „Wild“ anzuschauen, das klingt schon flehentlich. „Meine Filme laufen tausend Mal und ihr habt mich doch schon oft genug gesehen.“ Man wundert sich, aber er scheint seine jungen Fans genau zu kennen. Und schimpft dann doch, als sie verlegen was von DVDs murmeln.

Auch nach dem Podiumsgespräch lassen ihn seine Fans nicht aus den Augen: Fitz und Krebitz nehmen auf einer Bank vor dem Gebäude Platz und werden erneut von den jungen Leuten umringt. Sie wollen Tipps für die Schauspielerei, ein paar Burschen sind für ein Interview mit der Kamera angerückt. Wie kann Fitz da immer so gelassen sein? „Ich bewahre nicht immer die Ruhe. Aber wenn’s anstrengend wird, musst du halt damit umgehen können und deine Grenzen ziehen, sagen: Hier ist jetzt Stopp.“ Und dann immer diese ernsten Stoffe, geht das jetzt so weiter? „Ich mag den Widerspruch, ich finde es spannender, wenn es eine Komödie über tragischen Stoff ist. Aber das ist natürlich auch irgendwann erschöpft.“ In seinen nächsten Projekten soll wohl auch erstmal niemand mehr sterben. 

Unserer Zeitung verrät er dann noch, dass er Starnberg für einen tollen Ort hält und öfter zu Besuch ist, schließlich wohnt er ja in München. „Aber oft steht man leider im Stau.“ Detaillierter will er sich dann aber doch nicht äußern und sagt irgendwann nur noch leicht gereizt: „Macht mal Starnberg nicht so klein.“ Dann eilen er und Kollegin Krebitz weiter in die Kinos, um dort ihre Filme anzusagen. Ganz entspannt.

Von Luca von Prittwitz

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