Die Vereinsfunktionäre der Nachbarvereine bedauern den Niedergang der FT Starnberg.

FT Starnberg 09

Betroffenheit und Fassungslosigkeit

Starnberg - Merkur-Umfrage unter Fußballfunktionären von Nachbarvereinen zum Aus des Traditionsvereins.

Es ist die Stunde Null für Starnbergs Fußball. Mit der Strafversetzung der Freien Turnerschaft in die C-Klasse geht nach Jahren verzweifelten Überlebenskampes eine Ära im Fünfseenland zu Ende. Der Starnberger Merkur hat Stimmen und Reaktionen zum Supergau an der Ottostraße zusammengetragen. Auch wenn sich der sportliche Niedergang des ehemaligen Arbeitervereins von 1909 vor aller Augen vollzogen hat, sind Betroffenheit und Fassungslosigkeit unter den Befragten groß.

Christian Kalinke (Ex-Vorsitzender MTV Berg): „Das tut mir in der Seele weh. Ich war noch am Grab von Rudi Hack gestanden. Wenn Vereine von einzelnen Personen abhängig sind, ist das nicht so nachhaltig, wie wenn sie von mehreren Leuten getragen werden. Das sind jedoch Strukturen, die sich über die Jahre entwickelt haben. Vielleicht ist jetzt in gewisser Hinsicht die Stadt Starnberg gefragt.“

Stefan Schwartling (Abteilungsleiter TSV Gilching): „Ich finde es schade für so einen Verein. Letztendlich sind es hausgemachte Probleme, die sie in Starnberg seit Jahren nicht in den Griff gekriegt haben. Wenn man die Jugend von auswärts holen muss, bringt das nichts. Nun hat Starnberg keine eigenen Spieler mehr. Da hätte man schon vor Jahren umdenken müssen. Jetzt ist es ganz aus.“

Georg Engesser (Abteilungsleiter SC Pöcking-Possenhofen): „Es ist traurig, dass ein so großer Verein so einen Niedergang erlebt. Irgendwann war mit ihren fremden Spielern kein Weg mehr zu machen. Der Verein sollte sich ein Beispiel am Gautinger SC nehmen und mit Spielern aus Starnberg den Neuanfang wagen. Da muss man halt kleinere Brötchen backen. Denn es kann ja nicht sein, dass es in Starnberg keinen Fußball mehr gibt.“

Kurt Schwalbach (Abteilungsleiter TSV Oberalting): „Ich finde es nur schade, denn es handelt sich um einen ortsansässigen Traditionsverein, der über viele Jahre das Aushängeschild des Landkreises war. Es ist sicherlich in den vergangenen Jahren einiges schief gelaufen. Dass jetzt schluss ist, war sicherlich die einzige verbliebene Möglichkeit. Aber sie hätten eher die Bremse ziehen können. Das war zum Schluss nur noch peinlich. Wieder von Neuem anzufangen, ist nicht einfach, aber momentan das Beste. Die FT Starnberg wird wohl ein kleiner Verein wie der SC Percha werden.“

Stefan Sturm (Trainer SV Inning): „Es tut mir unglaublich weh, denn Starnberg ist für mich ein Traditionsverein gewesen, gegen den ich selbst noch gespielt habe. Für mich ist es unverständlich, wie so etwas passieren kann.“

Willi Welte (Abteilungsleiter TSV Herrsching): „Ich finde es absolut traurig. Ich verstehe es einfach nicht, wie ein Verein in einer Stadt wie Starnberg so untergehen kann. Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, dass sich nicht vier, fünf Leute finden, die sich um den Fußball in Starnberg kümmern. Den Leuten an der Ottostraße kann man keinen Vorwurf machen. Sie haben versucht, zu retten, was noch zu retten war.“

Michael Kaiser (Trainer Gautinger SC): „Ich bin froh, dass es so gekommen ist, obwohl es für den Verein an sich sehr bitter ist. Als Gautinger sollten wir aber ganz ruhig sein. Wir sind vor einigen Jahren selbst von der Bezirksliga bis in die C-Klasse abgestiegen.“

Horst Halmich (Abteilungsleiter TV Stockdorf): „Es ist einfach schade für so einen Traditionsverein, dass er innerhalb von vier Jahren von der Landesliga bis in die C-Klasse abgestiegen ist. Ob sich der Verein davon wieder erholt und seine Jugendarbeit so fortführen kann, wird schwierig werden. Wichtig wird sein, dass sich der Verein von Grund auf saniert und sich die richtigen Leute finden, die ihn von der Basis her neu aufbauen.“

Christian Thorenz (Teammanager SC Weßling): „Ich habe schon so eine böse Ahnung gehabt. Gottseidank ist es nun für uns und für die anderen Mannschaften in der Liga vorbei.“

Giuseppe Teseo (Ex-Trainer TV Stockdorf): „Es tut mir leid. Ich habe die Zustände bei der FT schon viel früher beim Namen genannt, als sich das noch keiner getraut hat. Wir müssen uns alle hinterfragen, was wir da machen. Wir versuchen, den jungen Leuten den Ernst am Fußball zu vermitteln und stellen sie auch auf Spiele wie gegen Starnberg gewissenhaft ein. Und dann laufen desolate Mannschaften auf, werden Spiele abgesagt, geraten Torschützenlisten durcheinander. Das kann es nicht sein. Ich hoffe, dass sie in Starnberg die Kurve kratzen und sich ein paar Leute erbarmen.“ Christian Heinrich

Auch interessant

<center>Honigschlehe</center>

Honigschlehe

Honigschlehe
<center>Bayerische Crossover-Tapas</center>

Bayerische Crossover-Tapas

Bayerische Crossover-Tapas
<center>Die Knödel-Revolution</center>

Die Knödel-Revolution

Die Knödel-Revolution
<center>Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin</center>

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Meistgelesene Artikel

Kinderträume an zwei Bäumen

Starnberg – Ein Wunschbaum, der Kinderwünsche wahr werden lässt – das war die Idee von Julia May und Caroline Krüppel. Nun stehen zwei Christbäume mit Wunschzetteln …
Kinderträume an zwei Bäumen

Zusätzliche Parkplätze: Landkreis geht auf Stadt zu

Starnberg – Die Forderung der Starnberger Stadtverwaltung, der Landkreis soll für seinen Landratsamt-Anbau 60 zusätzliche Parkplätze ablösen, beschäftigte den Bau- und …
Zusätzliche Parkplätze: Landkreis geht auf Stadt zu

Friedens-Initiative am Hochwald

Starnberg – Nach dem umstrittenen Wegebau am Starnberger Hochwald zwischen Hofbuchet und Hanfelder Straße wird nun ein zweites Baum-Gutachten eingeholt.
Friedens-Initiative am Hochwald

Seebad „Deutschlands schönste Baustelle“

Starnberg – Die Besucher des Richtfestes für das Seebad, das am Donnerstag gefeiert wurde, können die Eröffnung kaum erwarten. Sie müssen sich noch etwas gedulden. Die …
Seebad „Deutschlands schönste Baustelle“

Kommentare