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Das war's: Die Fußballer der FT Starnberg wurden aus dem Spielbetrieb genommen und müssen in die C-Klasse zwangsabsteigen.

Fussball

Game over für die FT Starnberg

Starnberg - Die FT Starnberg 09 ist endgültig raus aus der Kreisklasse. Am Sonntag traten die Fußballer zum dritten Mal in dieser Saison nicht an und wurden deshalb vom Spielbetrieb ausgeschlossen.

Die FT Starnberg ist endgültig raus aus der Kreisklasse. „Sie sind am Sonntag schon abgemeldet worden“, bestätigte Bernd Reiser den Ausschluss der Freien Turnerschaft aus dem aktuellen Spielbetrieb. Nachdem der ehemalige Fußball-Landesligist gestern in Weßling bereits zum dritten Mal in dieser Saison nicht angetreten war, besaß der Spielgruppenleiter keine andere Möglichkeit, als ihn in die C-Klasse zurückzustufen.

Am Sonntagvormittag gegen 11 Uhr setzte Starnbergs Abteilungsleiter Dieter Glavanich Reiser davon in Kenntnis, dass er nicht genug Spieler für die Partie in Weßling zusammenbrächte. Gegen 13 Uhr meldete sich Glavanich bei Weßlings Teammanager Christian Thorenz, um ihn über die Absage zu informieren. Gegen 14.40 Uhr erschien auf dem Gelände des Sportclubs ein Starnberger Akteur, der eigentlich spielen wollte.

Der Personalmangel prägte zuletzt die Situation an der Ottostraße. Vor zwei Wochen musste der fast 64-jährige Ingolf Junietz einspringen, damit die FT Starnberg gegen den SV Inning überhaupt elf Mann aufbieten konnte. Eine Woche später sagte die Freie Turnerschaft fünf Stunden vor Spielbeginn die Partie beim TSV Fürstenfeldbruck West ab. An Christi Himmelfahrt liefen gegen den SV Adelshofen nur neun Kicker auf. Einer von ihnen, Ilija Crnjak, besaß nicht einmal eine Spielberechtigung.

Dass ein Fußballer in einer Partie eingesetzt wird, obwohl er gar nicht eingesetzt werden darf, kommt immer wieder vor. Werner Schmidhuber führt dies auf zwei verschiedene Ursachen zurück. „Da muss man zwischen Dummheit und Mutwilligkeit unterscheiden“, sagt der Beisitzer des Kreissportgerichts Zugspitze, das sich Mitte der Woche mit der Angelegenheit zu befassen hat.

Im Fall der Freien Turner dürfte wohl beides zutreffen. Eigentlich wäre es leicht zu recherchieren gewesen, ob Ilija Crnjak gegen den SV Adelshofen hätte auflaufen dürfen, obwohl eine gewisse Unklarheit bestand. Der 18-Jährige, der eigentlich noch für die A-Jugend spielt, hat in der Partie gegen Inning die rote Karte erhalten und war für eine Begegnung gesperrt worden. Weil die Starnberger in Fürstenfeldbruck jedoch nicht antraten, war die Sperre deshalb noch nicht erloschen. „Dies gilt als nicht gespieltes Spiel“, klärt Schmidhuber auf. Crnjak hätte gegen Adelshofen also nicht spielen dürfen.

Aber irgendwie ignorierte die FT alle gut gemeinten Belehrungen oder zur Verfügung stehenden Informationskanäle. Auf der Homepage des Bayerischen Fußball-Verbandes werden Kicker, die nicht spielberechtigt sind, mit einem Schloss gekennzeichnet. Dieses Symbol war auch hinter Crnjaks Namen angebracht. „Sie brauchen nur reinschauen“, wunderte sich Schmidhuber. Pascal Dekinger machte sich die Mühe. „Ich habe sie darauf hingewiesen, dass eine Sperre besteht“, erklärte der Schiedsrichter, der für das Match gegen Adelshofen eingeteilt war. Aber seine Mahnung, dass Crnjaks Einsatz nicht statthaft sei, traf auf taube Ohren. „Die Verantwortlichen haben sich entschieden, ihn spielen zu lassen“, stellte er fest.

Auch wenn die Abteilungsleitung die Warnung des Referees ignorierte, sie hätte sich noch bei der Spielgruppenleitung vergewissern können. „Es hat sich keiner gemeldet“, bestätigt Bernd Reiser, dass die Freien Turner ihn nicht kontaktierten. Auch Ingolf Junietz, zu dessen Kader Crnjak eigentlich gehört, wurde nicht gehört. „Man hätte mich auch anrufen können“, wunderte sich der Trainer der Starnberger A-Junioren.

Da die Sportrichter in diesem Fall nur einen geringen Spielraum haben, droht dem Teenager nun eine Sperre von sechs Spielen. Auf den Verein wartet außerdem eine satte Geldstrafe. Christian Heinrich


Kommentar

Unvermeidlicher Tod auf Raten

Es war ein Tod auf Raten, aber letztlich unvermeidlich. Freiwillig wollten die Verantwortlichen der FT Starnberg das unsägliche Trauerspiel nicht beenden und die erste Herrenmannschaft nicht aus dem Spielbetrieb abmelden, obwohl es längst das Vernünftigste gewesen wäre. Nun werden die Fußballer der Freien Turner vom Verband in die C-Klasse zwangsversetzt. Sie werden gewissermaßen genötigt zu einem dringend notwendigen Neuanfang. Und der sollte sich nicht nur mit der Zusammenstellung einer vernünftigen Fußballmannschaft beschäftigen. Auch die Funktionäre sollten sich ehrlich hinterfragen, ob sie in jüngster Zeit alles richtig gemacht haben. Nicht nur der Fall Ilija Crnjak deutet auf das ein oder andere Kompetenzdefizit hin. 

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