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Ohne Chance: Eine Nacht lang lag der Igel unter der Parkbank eingeklemmt.

Ziemlich heftige Reaktionen

Grausam gequälter Igel in Starnberg: Täterjagd auf Facebook

Starnberg – Der Tod eines Igels in Starnberg, der wohl durch grausame Tierquälerei verursacht wurde, hat heftige Reaktionen bei Facebook ausgelöst. Einige gehen dabei sogar deutlich zu weit. 

Katrin H. nennt es eine „furchtbare Sache“. Doch man hört heraus, dass selbst das nur ein Bruchteil dessen ist, was sie wirklich empfindet. Die Schäftlarnerin spazierte am Dienstagmorgen mit ihrer Schwester am Schiffbauerweg in Percha entlang, als sie am Wegrand einen Igel entdeckte – eingeklemmt unter einer Bierbank. „Wir waren total geschockt und haben ihn aus der Lage befreit. Zu spät“, sagt die 52-Jährige. 

Unter einer Bank der Seestub’n Percha, einen Meter vom Weg entfernt, wurde das Tier in der Nacht zuvor eingeklemmt. „Man sah ihm an, dass er lange und qualvoll gelitten hat“, berichtet H. Die Polizei geht wegen der Auffindsituation davon aus, dass der Igel lebte, als er unter den Fuß einer Bank gelegt wurde. „Die Grausamkeit ist erschreckend. Mit solchen Sachen fängt es oft an“, warnt H. Sie habe zwei Hunde, zwei Katzen und ein Pferd. Wer Tiere quäle, mache irgendwann auch vor Menschen nicht Halt. 

Große Resonanz: Post 40 000 Mal geteilt, 500 Freundschaftsanfragen

Direkt nach dem grausigen Fund und dem Verständigen der Polizei schrieb H. ihr Entsetzen in einem Facebook-Post nieder. Das soziale Online-Medium „nutze ich eigentlich nur, um Hunde und Katzen zu vermitteln“. In diesem Fall habe es ihr beim Verarbeiten geholfen. „Angeblich wurde der Post über 40 000-mal geteilt“, sagt die 52-Jährige. Ob das stimmt, weiß sie nicht – ihre drastischen Zeilen wurden von dem Unternehmen gelöscht, „weil er die Regeln der Facebook-Gemeinschaft verletzt“. Jedenfalls habe sie über 500 Freundschaftsanfragen nach ihrem Post bekommen. Die Resonanz im Internet ist groß. 

Ein Merkur-Leser etwa hofft, dass „der Strafrahmen des Tierschutzgesetz-Paragraphen voll ausgeschöpft“ werde. Auch heftigere Reaktionen gibt es: Nutzer schreiben davon, Selbstjustiz am Täter üben zu wollen, einer ruft eine Belohnung für dessen Namen und Adresse aus. „Davon distanziere ich mich stark. Das hilft dem Tierschutz nicht“, betont H. Doch die Reichweite des Online-Mediums ist eine Chance. Bislang ist bis auf zwei Anzeigen bei der Polizei nichts eingegangen. 

Finderin möchte Igel beerdigen: "Werde das Tier nicht vergessen"

„Es sieht im Moment recht mau aus“, gibt Kai Motschmann von der Starnberger Inspektion zu. Er weiß: „Je länger es her ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sich jemand meldet.“ Die Polizei verfolgt die Tat, ist aber auf Hinweise angewiesen. „Weitere Ansätze haben wir nicht“, sagt Motschmann. „Zwei, drei Wochen“ warte man noch, dann gehe die Sache zur Staatsanwaltschaft – und würde das Verfahren wohl eingestellt werden, wenn sich keine neuen Erkenntnisse ergeben. 

Nachdem ihn die Polizei nicht mitgenommen hat, liegt der Igel noch immer unweit des Tatorts. Zumindest beerdigen möchte ihn H. noch. „Ich werde das Tier nicht vergessen“, sagt sie. Dass nicht jeder so tierlieb ist, weiß H. selbst zu berichten. Ein Bekannter habe den Igel ebenfalls gesehen, ihn allerdings nicht befreit. Doch sie hofft, dass der wahre Täter, der den Igel ohne Aussicht auf Befreiung dem Tod überließ, gefasst wird. Bisher spazierte H. gerne auf dieser Strecke mit ihren Hunden Richtung ihres Elternhauses. Nach diesem Fund hat sich das geändert.

Um Hinweise auf den oder die Täter bittet die Polizei telefonisch unter (0 81 51) 36 40.

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