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Symbolbild

Klimaschutz

Wie grün sind die Fuhrparks der Verwaltungen?

Landkreis Starnberg - Seit über einem Jahr läuft der Klimapakt im Landkreis Starnberg, die meisten Gemeinden haben ihn unterschrieben. Nun geht es darum, ihn umzusetzen. Auch beim Fuhrpark. Doch wie grün sind die Gefährte in den Dienstgaragen?

„Also wir haben nichts Grünes im Fuhrpark“ witzelt Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. Die Lackfarbe ist derzeit aber auch wirklich schwer aus der Mode. Ansonsten ist Gilching in Sachen alternative Antriebe im Gemeindefuhrpark gut dabei. Insgesamt zwei Elektroautos sind für die Gemeinde bereits unterwegs: Ein Renault Zoe für den Amtsboten und ein Nutzfahrzeug für die Hausmeister. Ein zweites soll im nächsten Frühjahr angeschafft werden.

 „Wir haben beim Bau des neuen Rathauses natürlich darauf geachtet, dass wir auch gleich acht Ladestationen in der Garage mit einbauen lassen“, sagt Walter. So könne man die Fahrzeuge nach Feierabend ganz einfach wieder aufladen. Sollte es doch einmal weiter weg gehen, stehen auch noch zwei ältere Benziner für die Mitarbeiter der Verwaltung bereit. Besonders beliebt seien die beiden Elektrofahrräder, mit denen sich Ziele innerhalb der Gemeinde am schnellsten erreichen lassen. Und das ganz ohne dabei ins Schwitzen zu kommen.

Heißbegehrtes Pedelec

Beim Thema Elektrofahrrad gerät auch der Geschäftsleiter der Gemeinde Pöcking, Sven Neumann, ins Schwärmen. Denn die Verwaltung legte sich umgehend nach dem Beitrittsbeschluss zum Klimapakt ein solches Fahrrad mit Hilfsmotor zu. Und sogar ein besonders rasantes: „Bis zu 45 km/h schnell ist das Pedelec“, schwärmt Neumann. Er selbst sei damit schon zum Termin nach Maising geradelt und trotz Sommerhitze nicht ins Schwitzen geraten. Kein Wunder, dass das Rad die Steckdose nur selten sieht, so oft wie es unterwegs ist. „Da verliert auch die Rückfahrt aus Possenhofen ihren Schrecken.“

Aufgeladen wird das e-Bike mit Sonnenstrom von den gemeindeeigenen Kollektoren auf dem Zerus-Gebäude. Die sollen demnächst auch das neue Elektroauto speisen, dessen Kauf im Prinzip beschlossene Sache ist. Nur ob es ein Renault oder ein Nissan wird, darüber soll erst gegen Ende der Ferien entschieden werden, so Neumann. Dann wird auch geklärt, ob der betagte Hyundai-Benziner der Gemeindeverwaltung weiter sein Gnadenbrot bekommt oder verkauft wird: „Aber der kostet nix mehr und würde auch beim Verkauf nix mehr bringen“, so der Geschäftsleiter.

E-Golf soll Gefährten bekommen

In der Gemeinde Herrsching werden ebenfalls bereits vorsichtig Prospekte gewälzt. Bislang habe man einen E-Golf für den Hausmeister und sei sehr zufrieden. Im kommenden Jahr allerdings sollen höchstwahrscheinlich zwei neue Fahrzeuge angeschafft werden. Der E-Golf solle einen Nachfolger bekommen, zudem denke man über ein sogenanntes Hybrid-Fahrzeug nach, dass sowohl elektrisch als auch mit Benzin betrieben werden kann, so Markus Hörmann von der Gemeindeverwaltung.

Der Vorteil liege auf der Hand: So könne man im Bedarfsfall auch mal längere Entfernungen absolvieren. Doch entschieden sei in dieser Frage noch nichts. Viel frequentiert würden in Herrsching derweil die beiden Dienstfahrräder – eines mit und eines ohne Stange –, die allerdings ganz stromlos und nur mit Muskelkraft betrieben werden. Das schrecke die Mitarbeiter aber nicht.

Der Landrat fährt den dicksten Dienstwagen

Den wohl größten Verwaltungsfuhrpark hat erwartungsgemäß das Landratsamt. Insgesamt 23 Fahrzeuge sind hier zugelassen: Vom winzigen sparkassenroten Elektro-Flitzer Peugeot iOn bis zum schneeweißen Audi A6 samt Fahrer für den Landrat. Der ist aber auch eher der ökologische Ausreißer. Ansonsten „achten wir bei der Anschaffung der Dienstfahrzeuge besonders darauf, dass die aktuellste Euronorm und der geringstmögliche CO2- Ausstoß gewährleistet sind“, so die Pressesprecherin des Landratsamtes, Barbara Beck. Neuester Zugang im Fuhrpark sei ein gemieteter Audi eTron, der sowohl elektrisch als auch benzinbetrieben fährt.  „Der ist bei den Mitarbeitern sehr beliebt, weswegen wir über einen weiteren solchen Wagen nachdenken“, so Beck. 

Insgesamt rollen alle Dienstfahrzeuge zusammen rund 260 000 Kilometer pro Jahr, rund 20 000 davon reißt allein der Landrat ab. Die Kilometerleistung von Starnbergs Bürgermeisterin Eva John ist hingegen eher überschaubar. Deswegen hat sie auch nur ein Dienst-Elektrofahrrad. „Einen Dienstwagen brauche ich wirklich nicht. Was weiter geht, erledige ich entweder mit der S-Bahn oder meinem privaten Auto“, sagt sie. Abrechnungen für die gefahrenen Kilometer schreibe sie aber nicht: „Das ist mir zu doof.“ Ansonsten habe – abgesehen vom Betriebshof – nur der Amtsbote einen Dienstwagen. „Und wenn der erneuert werden muss, werden wir uns natürlich nach einem Elektroauto umsehen“, so John.

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