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Mit Sorgen blickt Anwohner Georg Huber auf seinen Garten in der Wassersportsiedlung. „Wenn das Wasser über die Mauer rund um mein Haus tritt, bin ich machtlos“, sagt er.

Anwohner der Wassersportsiedlung verärgert

Hochwasser in Starnberg: „Wir saufen hier ab“

Starnberg – Der hohe Pegel des Starnberger Sees sorgt für Hochwasser in der Wassersportsiedlung. Deshalb sollten Schleusen am Wehr bei Leutstetten geöffnet werden, fordert Anwohner Georg Huber.

Georg Huber kann es nicht fassen. „Wir saufen hier ab“, sagt der 79-jährige Anwohner an der Starnberger Wassersportsiedlung. In seinem Garten steht das Wasser – dafür sorge der hohe Pegel des Starnberger Sees. Deshalb ist seit Mai unfreiwillig eine Sumpflandschaft entstanden. Lachen kann Huber darüber nicht. „Das ist fast schon gesundheitsgefährdend.“ Wo früher mal ein „schöner gepflegter Rasen war, schwimmen jetzt Enten daher“. Doch viel mehr Sorgen macht dem ehemaligen Tankstellenbetreiber, dass das Wasser über die 50 Zentimeter hohe Mauer treten könnte, die er zum Schutz um rund um sein Haus angelegt hat. Noch fehlen 16 Zentimeter. 

Huber investiert selbst in Hochwasserschutz: "10 000 Euro langen da nicht"

„Wenn es eine Nacht lang durchregnet, dann steigt es drüber“, befürchtet er. Dann würden selbst Sandsäcke nicht mehr helfen. Huber hofft auf das Wehr bei Leutstetten: Dort sei nur eine von vier Schleusen geöffnet. Der Starnberger ist sich sicher, dass das Wasser zurückgehen würde, wenn eine zweite Schleuse geöffnet wird. „Ich habe keine Beweise“, gibt Huber zu. Aber bei früheren Hochwassern habe er einen Rückgang des Pegels beobachtet, wenn mehr Schleusen geöffnet wurden. 

Huber erinnert sich unguten Gefühls an das Hochwasser 1999. „Da habe ich drei Monate lang das Haus ausgepumpt.“ Danach hat er die Mauer rund um sein Haus aufgebaut. Der Aufwand? „10 000 Euro langen da nicht“, sagt er. Das Carport hat er im vergangenen Jahr zusammen mit seinen Enkeln mit Beton aufgefüllt, sodass es 20 Zentimeter höher steht. „Damit habe ich das Wasser dort weggebracht.“ Im Haus aber zeigt die Feuchtigkeit ihre Spuren deutlich. Farbe blättert von den Wänden ab, es bildet sich Schimmel. Mit einem Lufttrockner, der seit Tagen läuft, versucht der 79-Jährige dagegen zu halten. 

Laut Wasserwirtschaftsamt: Auswirkung einer zweiten Schleusen-Öffnung wird nicht erneut geprüft

„Die Feuchtigkeit im Haus drückt weiter hoch. Das Hochwasser macht mir im Haus alles kaputt.“ Huber stellt resignierend fest: „Ich habe ja schon viel gemacht. Aber jetzt bin ich am Ende.“ Seine Hoffnung ruht daher auf den Schleusen. Huber hat sich an den Würmtal-Zweckverband, dem das Wehr gehört, gewendet. „Ich habe gebettelt, dass sie die zweite Schleuse aufmachen.“ Geholfen hat es bisher nicht. Huber vermutet: „Wenn sie öffentlich die zweite Schleuse öffnen und das Wasser zurückgeht, fragen die Leute, warum sie das nicht schon vor 20 Jahren gemacht haben.“ Das Wasserwirtschaftsamt, das dem Würmtal-Zweckverband diesbezüglich Anweisungen gibt, stützt sich jedoch auf einen Versuch von 2010. Johannes Riedl, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim, berichtet, dass damals die Öffnung keine Verbesserung gebracht hätte. 

„Der Einfluss des Wehrs geht nur knapp bis zur Straßenbrücke – nicht bis zum Starnberger See“, sagt Riedl. Das sei ausgiebig untersucht worden, weswegen es keinen zweiten Versuch geben werde. „Das haben wir schon immer so vertreten. Die Lage ist unverändert.“ Huber findet hingegen: „Das ist kein Zustand. Es ist einen Versuch wert.“ Deshalb hat er nur einen Wunsch: „Ich bitte sehr darum, dass sie die zweite Schleuse öffnen. Das kostet nichts, nur öffnen.

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