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Das bleibt noch Wochen so: Am Starnberger herrscht weiter Hochwasser, wenn auch in vielen Gegenden noch nicht in gravierendem Maß.

Hochwasserlage am See

Hoffentlich kommt kein Sturm auf

Starnberg - Das Wetter kommt den Anrainern des Starnberger Sees nicht entgegen: Durch die Niederschläge alle paar Tage sinkt der Seepegel nicht dauerhaft und schon gar nicht deutlich.

Der Pegel des Starnberger Sees ist am Dienstag und Mittwoch durch die Regenfälle wieder gestiegen. Eine deutliche Entspannung ist nicht in Sicht, und die Folgen des lang anhaltenden Hochwassers könnten gravierender sein als vermutet. Heute ist der 50. Tag in diesem Jahr, an dem der See über der Hochwassermarke steht.

Als es Anfang Juni einige Tage trocken blieb, sank der Pegel pro Tag um einen bis eineinhalb Zentimeter. Beim jetzigen Wasserstand heißt das: Bis der See wieder beim Durchschnitt ankommt, vergehen sechs bis sieben Wochen. Vorausgesetzt, es regnet nur sehr wenig. Angesichts des anstehenden Herbstes dürfte das eine trügerische Hoffnung sein.

Das Hochwasser bleibt also noch eine Weile, und einige beginnen sich deswegen Gedanken zu machen. Anton Dreher, Eigentümer der Rambeck-Werft und Kenner des Sees, hat die Folgen schon bemerkt: Auf seinem Gelände läuft Wasser durch Spundwände, der Boden wird ausgespült. Einige Platten auf einem Weg hätten sich bereits gesenkt. Generell beobachtet Dreher nach jedem höheren Wasserstand, dass sich der Boden absetzt. Der Brunnen vor dem Wasserpark, der wegen der Bauarbeiten inzwischen verschwunden ist, habe sich im Lauf der Jahrzehnte teilweise um 16 Zentimeter gesenkt. Diese Absetzungen sind normal, doch Hochwasser verstärke diesen Effekt. Schäden an Stegen oder Bootshütten durch das Hochwasser erwartet Dreher erstmal nicht – wenn allerdings ein Sturm aufkommt, kann der hohe Wasserstand samt starkem Wellengang einiges anrichten.

Hochwasser kommen öfter vor

So sieht es auch Walter Schramm, für den See zuständiger Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Schäden durchs Hochwasser im jetzigem Umfang erwartet er nicht angesichts der Erfahrungen aus früheren Jahren. „Wellengang ist eher ein Thema“, sagt er. Die Hauptbetroffenen – vor allem Bewohner der Wassersportsiedlung – müssten auf Objektschutz setzen, also auf die Absicherung ihrer Häuser. „Wenn ich in einem Überschwemmungsgebiet baue, muss ich mit den Konsequenzen leben“, meint Schramm. Dass es 2010, 2013 und nun 2016 ein leichtes Hochwasser am See gab, beunruhigt Schramm nicht. Das Amt verfüge über Pegeldaten seit 1907 – es gab auch früher schon mehrere Hochwasser in wenigen Jahren und danach längere Pausen. Handlungsbedarf sieht er nicht, schon gar nicht nach einem Modell wie am Tegernsee. Dort soll der Seespiegel bei einem absehbaren Hochwasser vorsorglich gesenkt werden. Solche Projekte fordern auch einige Anlieger am Starnberger See.

Bisher ist das Hochwasser abgesehen von der Wassersportsiedlung und einigen wenigen Grundstücken weitgehend folgenlos geblieben. Allerdings fehlen nur wenige Zentimeter. Starnbergs zweiter Feuerwehrkommandant Helmut Schweickart hat die Werte in den Akten. Ab einem Pegelstand von 135 Zentimeter (gestern: 132/133) müsste in der Unterführung am Bahnhof See der große Steg aufgebaut werden, damit Fahrgäste zu den Zügen kommen können. Es wäre das erste Mal, denn der Steg war nach dem Hochwasser 2010 angeschafft worden.

Sperrungen, wenn der See steigt

Ab Pegelständen jenseits der 140 Zentimeter müssten Teile der Parkplätze am Wasserpark und die Strandbadstraße wegen Überflutung gesperrt werden. „Alles über 133 Zentimetern bedarf einer neuen Beurteilung“, sagt Schweickart – Hochwasser ist nämlich nicht gleich Hochwasser. Regnet es stark, steht beispielsweise die rechte Spur der B 2 zwischen Landratsamt und Percha stundenlang unter Wasser, weil die Entwässerung in die Würm wegen deren hohem Stand langsamer erfolgt. Regnet es leicht, aber anhaltenden, bleiben solche Fälle aus.

Diese Woche kamen schon wieder mehr als 20 Liter vom Himmel. Am Mittwoch stand der Pegel allerdings nicht gravierend höher als in den vergangenen Tagen. Ab Freitag soll es längere Zeit trocken bleiben.

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