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Drei Traumschiff-Kapitäne: Während Heimatminister Markus Söder (li.) und Schauspiellegende Siegfried Rauch (Mi.) für die Fotografen posieren, beobachtet der „Seeshaupt“-Kapitän Franz Eisele (re.) das Spektakel.
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Seite an Seite: Heimatminister Söder freut sich über den neuen Botschafter Rauch.
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Künftig im Fokus: Rauch vertritt die Bayerische Seenschifffahrt.
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Künftig im Fokus: Rauch vertritt die Bayerische Seenschifffahrt.
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Heimatminister Söder freut sich über den neuen Botschafter Rauch.

Bayerische Seenschifffahrt

Der Käpt’n und die Kapitäne

Starnberg – Der Mann bringt reichlich Expertise mit: Ex-„Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch ist ab sofort als „Botschafter der Bayerischen Seenschifffahrt“ auf den vier Seen und den Weltmeeren gleichermaßen unterwegs.

Franz Eisele ist tiefenentspannt. Der Kapitän der Bayerischen Seenschifffahrt, der seinen Dienst normalerweise auf der „Starnberg“ oder der „Seeshaupt“ verrichtet, steht lässig an die Scheibe gelehnt und beobachtet das bunte Treiben auf „seiner“ Brücke. Da stehen zwei Männer mit lustigen Kapitänsmützen und posieren für unzählige Fernseh- und Fotokameras. Der eine ist quasi der Admiral der bayerischen Navy und lässt keine Gelegenheit verstreichen, sich an Bord eines der Ausflugsdampfer im Fünfseenland mit Kapitänsmütze ablichten zu lassen: Bayerns Heimatminister Markus Söder (CSU). 

Söder: Niemand denkt an Privatisierung der Bayerischen Seenschifffahrt

Der andere ist wohl ohne Zweifel Deutschlands bekanntester Käpt’n, ohne auch nur ein einziges Mal wirklich ein Schiff gesteuert zu haben: Schauspiellegende Siegfried Rauch (84). Beide haben kurzerhand die Brücke gekapert, auf der normalerweise Eisele das Steuerrad in der Hand hält. Denn es gibt wieder einmal was zu feiern. Nein, nicht dass die „Bayerische Navy auf Erfolgskurs“ ist, wie Söders Ministerium mittlerweile schon traditionell jede Pressemitteilung überschreibt. Vielmehr wird verkündet, dass Rauch künftig als Botschafter für die Bayerische Seenschifffahrt werben wird. Eine Idealbesetzung, schließlich wurde Rauch, der seit 45 Jahren als Schauspieler in mehr als 500 Filmen und Serien mitwirkte, vor allem als Kapitän des ZDF-Traumschiffs bekannt. 

Von 1997 bis 2013 stand er für die Kameras am Ruder der „MS Berlin“ und der „MS Deutschland“. Nun also läutet er die Kapitänsglocke der „MS Sees-haupt“, einem topmodernen Ausflugsdampfer, der regelmäßig auf dem Starnberger See seine Runden dreht. Und das – genau wie ihre Schwesterschiffe – überaus erfolgreich, wie Heimatminister Söder betonte. Die Fahrgastzahlen der Bayerischen Seenschiffahrt seien im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 1,4 Millionen gestiegen. Ein profitables Geschäft, weswegen beim Freistaat auch niemand daran denke „das Erbe der Wittelsbacher Könige“ zu privatisieren, so Söder. Schließlich ließ sich Kurfürst Ferdinand Maria bereits im 17. Jahrhundert ein Prunkschiff mit Platz für 500 Personen bauen. 

"Mein Traumschiff ist und bleibt die ,Starnberg"

Kein Verkauf der bayerischen Seenschiffahrt also, statt dessen werde kräftig investiert: Im vorigen Jahr wurde in Starnberg das neue, rund zehn Millionen Euro teure Werft- und Verwaltungsgebäude eröffnet. Die Sanierung der Mole für 1,6 Millionen Euro wurde im Frühjahr abgeschlossen. Und so wird geknipst und geredet, während der einzig echte Kapitän an Bord, Franz Eisele, verrät, dass auch er früher gern „Traumschiff“ geschaut hat. Hat er denn auch einmal davon geträumt, genau wie Siegfried Rauch am Steuer eines Ozeanriesen die Welt zu bereisen? „Nein“, sagt Eisele und grinst: „Mein Traumschiff ist und bleibt die ,Starnberg’“.

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