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Großer Medienandrang am Starnberger Amtsgericht: Ex-Fußballstar Jens Lehmann (mit Verteidigerin Eva von Wietersheim) musste sich wegen mehrerer Verkehrsvergehen verantworten. Am Ende blieb eine Geldstrafe.

Prozess Wegen Vergehen im Straßenverkehr

Milde Geldstrafe für Jens Lehmann

Starnberg - Beim Sommermärchen stand er im Tor der Nationalmannschaft – jetzt musste er in Starnberg vor Gericht. Ex-Fußballprofi Jens Lehmann hatte sich mehrfach im Straßenverkehr danebenbenommen. Er kam mit einer milden Geldstrafe davon.

Als die Verhandlung vor dem Starnberger Amtsgericht gegen Mittag kurz unterbrochen wird, sitzt Jens Lehmann, weißes Hemd, grauer Pullover, ohne seine Anwälte im Gerichtssaal und starrt aus dem Fenster. Ein älterer Zuschauer wittert seine Chance und ruft: „Herr Lehmann, würden Sie mir ein Autogramm zuschicken?“ Der Ex-Nationaltorhüter reagiert erst nicht, antwortet dann aber doch etwas matt: „Ich habe Ihnen doch schon eins gegeben.“ Der Besucher gibt nicht nach: „Aber noch keines mit Bild.“ Schmunzeln im Saal. Aber Jens Lehmann ist einen Tag vor seinem 47. Geburtstag nicht zum Lachen zu Mute. Auch wenn seine Strafe am Ende geringer ausfällt als befürchtet.

Der Ex-Fußballprofi musste gestern wegen mehrerer Verkehrsdelikte vor Gericht erscheinen. Lehmann soll am Verhandlungstag genau vor zwei Jahren einen Autofahrer nahe seinem Wohnort am Starnberger See ausgebremst, angeschrien und am Schal gepackt haben – aus Verärgerung über dessen rabiate Fahrweise. Dafür sollte der heutige RTL-Fußballexperte 60 Tagessätze je 4000 Euro zahlen, also satte 240 000 Euro. Doch Lehmann legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein, so kam es zur Gerichtsverhandlung.

Zwei weitere Fälle wurden in dem Prozess behandelt: Im September 2015 soll Lehmann in der Münchner Innenstadt als Beifahrer in einen Auffahrunfall verwickelt gewesen sein. Nachdem er das heraushängende Rücklicht der geschädigten Frau mit einem Fußtritt wieder in die ursprüngliche Position gebracht habe, soll er den unbekannten Fahrer seines Mercedes S500 ermuntert haben, weiterzufahren. Der Vorwurf: Beihilfe zur Unfallflucht. Außerdem wurde Lehmann im Frühjahr auf der A 8 am Irschenberg mit Tempo 121 statt 100 geblitzt. Als ihn der Bußgeldbescheid erreichte, gab er eine andere Person als Fahrer an.

Lehmann äußerte sich ausführlich zu dem Vorfall

Zunächst schien es ein langer Prozesstag zu werden. Lehmann äußerte sich ausführlich zu dem Vorfall vor zwei Jahren und beteuerte, den 42-jährigen Starnberger zwar zur Rede gestellt, aber nie am Kragen gepackt zu haben. Er habe den Mann wegen seiner Fahrweise auch anzeigen wollen – „ich habe mich zu Tode erschreckt“ – die Polizei hätte ihm aber mangels Zeugen davon abgeraten. Doch der Mann mit dem Schal beharrte in seiner Zeugenaussage auf den Vorwürfen, und so blieben am Ende zwei Versionen von dem Aufeinandertreffen auf der A 952.

Nach der Unterbrechung ging aber auf einmal alles ganz schnell. Während Lehmann als Autogrammgeber gefragt war, führten seine zwei Verteidiger und die Vertreter der Staatsanwaltschaft, die Lehmann zuvor noch ausführlich mit Fragen gelöchert hatten, Gespräche auf dem Gang – offensichtlich auf der Suche nach einem Kompromiss. Und sie verständigten sich.

Das Ergebnis: Das Verfahren wegen des Streits vor zwei Jahren sowie das Verfahren wegen möglicher falscher Verdächtigung bei der Geschwindigkeitskontrolle am Irschenberg wurden eingestellt. Im Gegenzug räumte Lehmann die Vorwürfe der Beihilfe zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort ein. Lehmanns Anwälte gaben ein Nettoeinkommen von 25 000 Euro im Monat an, daraus ergibt sich ein Tagessatz von 850 Euro. Staatsanwalt Thomas Lenz kritisierte noch einmal das unangemessene Auftreten Lehmanns nach dem Unfall in München und forderte dann 50 Tagessätze als Strafe. Richterin Christine Conrad folgte dem Vorschlag – und so muss Jens Lehmann nun insgesamt 42 500 Euro Bußgeld bezahlen. Deutlich weniger als zuvor gefordert. Das liegt daran, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Schätzung von einem deutlich höheren Monatseinkommen ausgegangen war.

Jens Lehmann verzichtete nach kurzem Zögern auf letzte Worte. Nach dem Urteil eilte er davon. Ohne weitere Autogramme.

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