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Ein Aushängeschild: Das Starnberger Landratsamt gilt architektonisch als gelungen, jetzt soll im gleichen Stil ein Anbau hinzu kommen. Doch die Kosten dafür explodierten sprichwörtlich.

Anbau ans Landratsamt

Das Millionen-Schnäppchen

Starnberg – Der Bauausschuss des Landkreises sprach sich für die aktuelle Planung des Anbaus ans Landratsamt aus. Vorherige Einsparungen am Projekt wurden gelobt.

Wäre da nur nicht diese Zahl gewesen: 6,5 Millionen Euro sollte der Anbau ans Landratsamt kosten, hieß es. Der Schock und die erste große Empörung über den neuen Kostenrahmen – 14,6 Millionen Euro – sind mittlerweile gewichen. Das wurde am Donnerstag im Bauausschuss deutlich. Das Architekturbüro Auer und Weber hat nun Zahlen vorgelegt, die zeigen: Es ist bereits eingespart worden, um diese Höhe zu erreichen. Denn nachdem Fachplaner hinzugezogen wurden, stand Ende vergangenen Jahres noch eine Summe von 15,8 Millionen Euro im Raum. 

Andere Gebäudeformen fielen durch

Gespart wurde an den Bodenbelägen, an Freianlagen oder Haustechnik – insgesamt 2,5 Millionen Euro. 13,3 Millionen Euro soll der Anbau also kosten, mit einer Reserve für Unvorhergesehenes kommen die Planer auf 14,6 Millionen Euro. Die getätigten Einsparungen stießen auf Wohlwollen im Bauausschuss, der bei nur einer Gegenstimme die Zustimmung zum Projekt empfahl. Thomas Beigel (CSU) befürwortet die Planung, „so weh es auch tut und so teuer es auch ist. Jede weitere Verzögerung kostet täglich Geld.“ 

Landrat Karl Roth betonte: „Wir können die Einsparungen mit gutem Gewissen tragen. Die Qualität ist nicht gemindert.“ Ein weiteres Streichkonzert hätte dies definitiv zur Folge, wie der Architekt Fritz Auer dem Merkur bestätigte. Beim geplanten Anbau „sind manche Sachen etwas weniger komfortabel, manche etwas mehr“, sagte er. Etwa fehlten beim Neubau Glasablagen, dafür sei die Lüftung besser. Dennoch wollte Johannes Puntsch (FDP) „noch einmal zurück auf den Boden und überlegen, ob es der richtige Weg ist“. Andere Gebäudeformen, wie sie von ihm vorgeschlagen wurden, scheiden jedoch aus. 

Roth gegen ökologische Abstriche: Beispiel vom Bau 1987

Zwei Alternativen hat der Landkreis geprüft: Ein vom Bestand gänzlich abgekoppeltes Gebäude sowie eines mit Verbindungsbau. Ein solcher würde Nutzfläche für 40 Arbeitsplätze verschlingen. „Das sind Mehrkosten ohne Ende“, so Roth. Ein alleinstehendes Gebäude müsste mindestens dreigeschossig sein, um das geplante Volumen zu erreichen. Der bei der Stadt beantragte Bebauungsplan lässt allerdings nur zwei Geschosse zu. „Wir würden für einen separaten Bau nicht zur Verfügung stehen“, betonte Architekt Auer. Diskussionen gab es allerdings um die energetische Ausstattung. Knapp 1,9 Millionen Euro fallen durch diese an. Ferdinand Pfaffinger (FW) hinterfragte diese Ausgaben mit Blick auf die Kosten. Nach acht Jahren soll sich die Photovoltaik-Anlage amortisieren, nach 13 Jahren Heizung und Kühlung. 

Roth sprach sich gegen ökologische Abstriche aus. „Beim Bau 1987 wurde auch viel gestrichen.“ Das Nachrüsten habe „das Dreifache“ gekostet. „Wir haben auch eine Vorbildfunktion. Wir animieren selbst zum Energiesparen.“ Doch Pfaffinger „fehlt der Glaube, dass es bei 14,6 Millionen Euro bleiben wird“. Er schlug vor, einen Projektsteuerer zu beauftragen, „als Vertreter des Bauherrn auf Augenhöhe mit den Planern“. Das wolle man prüfen, sicherte Roth zu. Ein Dringlichkeits-Antrag der FDP wurde abgelehnt. Dieser sah vor, den Anbau für mindestens drei Jahre zu verschieben und Büroräume für Mitarbeiter anzumieten.

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