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Auch die Entschuldigung des Busfahrers macht den Vorfall für Jack Schiltz nicht wieder gut.

Fahrgast lehnt Begründung ab

Nach Mittelfinger: Busfahrer entschuldigt sich

Starnberg - Vor drei Wochen zeigte ein Busfahrer einem Starnberger Fahrgast den Mittelfinger. Die Entschuldigung will er so nicht akzeptieren.

Es sind fünf Zeilen, die den Vorfall entschuldigen und abschließen sollen. Der Entschuldigungsbrief des Busfahrers, der dem Starnberger Jack Schiltz vor drei Wochen den Mittelfinger gezeigt hatte, ist noch nicht angekommen. „Ich habe den Brieftext aber vorab bekommen“, sagt der 44-Jährige. Dieser liegt auch dem Starnberger Merkur vor. Darin erklärt der Fahrer: „Hiermit will ich mich bei Ihnen für die Geste entschuldigen, welche eigentlich nicht meine Art ist.“ 

Busfahrer begründet: "Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt"

Der Busfahrer begründet den Vorfall: „Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt, da ich in den letzten Wochen sehr unter Stress stand, auch verursacht durch Fahrgäste, die mich schlecht behandelt haben.“ Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Fahrgast soll es dann mehrmals zu der Geste gekommen sein. Der Busfahrer verspricht in dem Schreiben: „Das darf und wird nicht wieder vorkommen. Hiermit bitte ich Sie ausdrücklich um Entschuldigung.“ Gut kommt die Entschuldigung bei Schiltz nicht an. „Das finde ich seltsam. Er entschuldigt sich für die Geste und nicht dafür, dass er mich Schwuchtel genannt hat.“ 

Wohl, vermutet er, weil es nur von der Geste einen Beweis, ein Bild, gebe. Zudem entnehme er Kommentaren auf Facebook, dass dies „durchaus die Art dieses Busfahrers ist“. Für Schiltz ist die Begründung mit den Fahrgästen „überhaupt nicht nachvollziehbar“. Er beobachte zwar Fahrgäste, die sich über Verspätungen beschweren – aber sie würden diese aufgrund des vielen Verkehrs akzeptieren. Wenn der Busfahrer als Ansprechpartner damit nicht zurechtkomme, „ist er im falschen Beruf“. Auch wenn das Schreiben bei Schiltz in den kommenden Tagen eingehen sollte, stellt er klar: „Wenn das alles ist, diese zwei Sätze – dann kommt das nicht gut bei mir an.“ Ohnehin habe der MVV wohl das Entschuldigungsschreiben vom Busunternehmen verlangt. „Und so wie es klingt, hat es null Konsequenzen für ihn.“ Gegenüber dem Starnberger Merkur hatte Betriebsleiter Cornelius Kournettas bereits erklärt: „Unser Mitarbeiter wurde erst ausfällig, nachdem der Mann unflätig wurde.“ 

Fall für die Staatsanwaltschaft? Schiltz möchte wohl Strafantrag stellen

Das dementiert Schiltz nun: „Ich wüsste nicht, wo ich unflätig geworden bin. Ich wurde nur sarkastisch.“ Er habe dem Busfahrer gesagt, „es wäre schön und nett, wenn er die Leute herein lässt“. Der Bus hielt offenbar etwa 20 Meter vor der Haltestelle, in einem laut Busunternehmen geltenden Haltebereich. „Das war mir im Grunde egal“, sagt Schiltz, es gehe ihm um die Beleidigung. „Er hat sich daneben benommen, er soll die Konsequenzen tragen. Ich habe dauernd Stress und mache die Leute nicht so an.“ Anzeige habe er bei der Polizei bereits erstattet (wir berichteten). Stellt Schiltz nun einen Strafantrag, befasst sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall – der Ausgang ist nicht absehbar. Der Busfahrer sei zudem „nachdrücklich sensibilisiert worden“, wie Schiltz vom MVV gesagt bekam. Er werde wohl Strafantrag stellen.

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