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Gute Laune beim Nachtflohmarkt.

Handel

Nachtflohmarkt in Percha

Percha - Der erste Perchaer Nachtflohmarkt erfüllte die Erwartungen – auch wenn es mehr Anbieter, mehr Besucher und weniger heiß hätte sein können.

Über einen Flohmarkt schlendern in einer lauen Sommernacht, viel Trubel, viele Schnäppchen, und nach ergiebigen Einkäufen den Abend an einer kleinen Bar ausklingen lassen. So hatte sich die Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla ihre neue Idee vorgestellt: ein Nachtflohmarkt in Percha.

Was in München mancherorts bereits etabliert ist, meist in großen Hallen, sollte auf dem Sportplatzgelände in Percha doch auch funktionieren. „Die Rahmenbedingungen sind hier ideal“, verriet Ilona Denk, Mitglied des Elferrats und Flohmarkt-Organisatorin. Das Flutlicht beleuchtet ausreichend, Parkplätze, Gastronomie und Toiletten sind vorhanden. „Unser normaler Tagflohmarkt ist mit 60 bis 70 Ständen seit Jahren sehr gut ausgebucht, warum sollte also ein Nachtflohmarkt am Abend davor nicht funktionieren?“, so Denk.

Das Wetter funkte etwas dazwischen. Regnete es am ersten angesetzten Termin wolkenbruchartig, so glühte am Ersatztermin vergangenen Samstag unbarmherzig die Sonne vom Himmel. Der große Andrang sowohl an Verkäufern als auch an Schnäppchenjägern blieb daher aus.

Dennoch ließen sich die 18 Standbesitzer nicht die Laune verderben. Regina Hoyers ausgefallene Hüte etwa waren sehr gefragt. „Ich verkaufe die Hüte einer Freundin, die sind doch viel zu schade, um sie einfach wegzuwerfen. Damit könnte man mit den Royals zum Pferderennen“, lachte die Aufkirchnerin. Josefine Altmann aus Leutstetten, regelmäßige und begeisterte Flohmarktbesucherin, begeisterte sich für den leichten Sommerhut in Zartgrün. „Ideal bei den Temperaturen und sieht richtig schön aus!“, freute sie sich.

"Die Standgebühr haben wir längst drin"

Auch am Stand von Irene und Günter Wirkner herrschte gute Laune. Die beiden Wolfratshauser boten einen Nachlass aus Karlsbad an, viel Schönes aus Porzellan: „Wir haben schon einiges verkauft, die Standgebühr haben wir längst drin.“ Zum Tagflohmarkt am nächsten Morgen wollen sie auch wieder da sein. Von April bis November seien sie auf allen größeren Flohmärkten der Region dabei, erzählte die fröhliche Rentnerin, das sei ihr Garant für eine funktionierende Beziehung: „Was sollen wir denn zuhause bleiben, auf den Märkten haben wir viel Spaß und vor allem streiten wir dort nie.“

Hanna Ahlstetter geht auch regelmäßig auf Flohmärkte: „Als Krankenschwester verdient man leider nicht so gut. Da findet sich auf diesem Wege viel Schönes und Brauchbares“, erklärte sie, während sie mit einem der großen Hüte liebäugelt. Der Preis ist ihr dann doch zu hoch. Sie geht noch einmal zurück zu dem Stand, an dem sie die tollen Schuhe gesehen hat. Lange läuft sie mit den spitzen Slippern aus Krokoleder auf und ab, bevor sie sich entscheidet.

Katharina Bader aus Starnberg packte schon ihre Artikel ein, während die Sonne untergeht. „Mich fressen die Mücken auf, ich geh jetzt nach Hause“, sagte sie etwas frustriert. Dabei hat sie etwas ganz besonderes im Angebot. Stolz zeigte sie zwei beinahe lebensgroße, auf Holz gemalte Figuren, die jedem Starnberger bekannt sein müssten. „Das sind die Originale der Bilder, die am ehemaligen Rathaus, der jetzigen Stadtbücherei in Starnberg links und rechts vom Eingang zu sehen sind. Die hat mein Mann zu seinem 50. Geburtstag bekommen. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes, die gibt es nur einmal. Aber keiner wollte sie haben.“

Ilona Denk brach kurz nach Sonnenuntergang nach Hause auf. Ihr Fazit: „Wir werden den Nachtflohmarkt in Kombination mit dem Tagflohmarkt auf alle Fälle wieder machen, die Idee ist wirklich gut. Auch der Tagflohmarkt hat ein paar Jahre gebraucht, um sich zu etablieren, also machen wir einfach weiter“.

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