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Hab Dich! An der Bushaltestelle am Bahnhof See wartete dieses putzige Ungeheuer darauf, eingefangen zu werden.
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Profis: Linda und Korbinian sind schon seit einer guten Woche auf Monsterjagd
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Auf der Karte von Starnberg sind die einzelnen interessanten Punkte vermerkt. Läuft man in der Realität dort hin, warten Belohnungen oder bestenfalls ein weiteres Monster.
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Auch vor der Apotheke in der Wittelsbacherstraße lauerte ein virtuelles Monster.
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Was genau ausgerechnet am Bahnhofsklo in Starnberg sehenswert ist, wissen wohl auch nur die Spieledesigner. Zumindest erntet es jetzt etwas digitalen Ruhm.

Pokemon Go

Hier lauern die Starnberger Monster

Starnberg - Die Kinder wollen plötzlich nicht mehr vor der Konsole hocken, sondern an die frische Luft? Der Familienhund ist vor lauter außerplanmäßigen Gassirunden fit für einen Triathlon? Keine Sorge, alles gut. Ein neues Handyspiel sorgt gerade für Bewegung im Landkreis Starnberg.

„Pokemon Go“ ist derzeit in aller Munde. Ein Handyspiel, das Mittwochabend in Deutschland erschienen ist. Grob gesagt geht es darum, putzige Monster zu fangen, die sich in der realen Welt verstecken. Das Handy des Spielers wird geortet, auf dem Display sieht er auf einer Karte der Umgebung, wo die kleinen Racker stecken. Dort muss er hinlaufen, ein bisschen Geschicklichkeit beweisen und weiter geht es. In der Regel verstecken sich die virtuellen Monster in der Nähe von interessanten Punkten. 

Selbstversuch in der Mittagspause


Doch grau ist alle Theorie. Mindestens genauso grau wie das Wetter in der Mittagspause. Es regnet Bindfäden, ist kalt und ungemütlich. Und doch lockt die Monsterjagd. Der der Redaktion aus nächstgelegene interessante Punkt ist das Wetterhäuschen an der Maximilianstraße. Dort angekommen, gibt es die erste Belohnung. Einige Poke-Bälle, die man wohl braucht, um die Monster zu schnappen. Nun gut, weiter geht es. An der Sparkasse gibt es nichts zu holen, also die Wittelsbacherstraße runter bis zur Apotheke. Es regnet stärker, aber egal. Der Blick bleibt auf das Handydisplay gerichtet – nicht ganz ungefährlich angesichts des normalen Starnberger Verkehrswahnsinns. Dann, an der Apotheke, das erste Monster. Endlich! Die Postbeamtin schaut etwas fassungslos den mittelalten Spieler an, der da im Regen steht und versucht, mit einem virtuellen Ball ein virtuelles Monster zu treffen. Egal. Geschafft!


Das Monster im Hof der See-Arkaden


Der Jagdinstinkt erwacht. Im Innenhof der See-Arkaden werden gleich drei weitere Pokemon – so heißen die Monsterchen – eingesammelt. Was flimmert da auf der Karte? Schnell hin zur Bushaltestelle am Bahnhof See. Dort stehen vor dem Telefonladen zwei junge Menschen und schauen gebannt auf ihre Handys. Kurzer Blickkontakt, Korbinian zeigt das Display seines Handys. Klar ist darauf der Spielbildschirm von „Pokemon Go“ zu sehen. „Das ist das Erkennungszeichen der Spieler“, sagt der 22-Jährige später, als man abseits der virtuellen Welten ein ganz reales Schwätzchen hält. Gemeinsam mit Linda (21) und knapp 30 weiteren Spielern aus ihrem Freundeskreis hat er sich die Programmdateien schon in der vergangenen Woche besorgt, als das Spiel in den USA erschienen ist. Seitdem sind sie fast ununterbrochen.  

27 Kilometer ist Korbinian bereits gelaufen, während das Spiel lief, Lindas Zähler steht bei 24 Kilometern. Warum macht man das als erwachsener Student? „Wir sind mit Pokemon auf dem Nintendo groß geworden, das ist eine Sache, die uns seit der Kindheit begleitet“, sagt Korbinian. Und winkt dem O2-Guru hinter der Fensterscheibe zu. Der dreht nur kurz das Handy. Klar, Pokemon Go läuft. Keine Frage, die Monsterinvasion in Starnberg hält die Bevölkerung in Atem. So schnell kann eine Mittagspause vorbeisein.


Spaß, aber mit Vorsicht zu genießen


An „Pokemon Go“ führt derzeit für Kinder und Jugendliche kaum ein Weg vorbei. Doch die Eltern sollten schon ein Auge darauf haben, was ihr Nachwuchs da so treibt. Denn um spielen zu können, gewährt man dem Spielehersteller nicht nur umfangreiche Rechte auf die eigenen Daten, man muss sich auch einen Spielernamen aussuchen. Und gerade Kinder greifen da oftmals zu ihrem realen Namen. Das sei, so berichteten gestern die Profispieler, hochproblematisch. Denn auch andere Spieler könnten sich anzeigen lassen, wer da gerade im Umfeld unterwegs ist. Daher: Immer einen Fantasienamen wählen. Auch sonst ist es eine gute Idee, gemeinsam mit den Kindern zu spielen. Ein wenig Bewegung an frischer Luft hat noch niemandem geschadet, zudem können die Eltern dann auch darauf achten, dass der gebannt auf das Handy starrende Nachwuchs nicht vor ein Auto läuft. Damit der Spaß ein Spaß bleibt.


Dieses Video zeigt, wie das Spiel funktioniert:



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