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Zwei Säle mit 168 und 117 Plätzen: Ohne das Starnberger Breitwand-Kino wären das Fünf-Seen-Filmfestival oder der Kinder- und Jugendfilmwettbewerb kaum denkbar.

Portobello-Haus

Kinovorstellung mit Open End

Starnberg – Das so genannte Portobello-Haus, in dem das Starnberger Breitwand-Kino seinen Sitz hat, könnte eines nicht allzu fernen Tages verkauft werden. Je nach den Plänen des neuen Eigentümers könnte das das Fünf-Seen-Filmfestival gefährden. Entschieden ist jedoch noch nichts.

Die Tage des ehemaligen Portobello-Baus an der Wittelsbacherstraße in Starnberg sind womöglich gezählt. „Wir denken darüber nach, das Gebäude zu veräußern“, bestätigte Torsten Koch, zuständiger Bereichsleiter Kommunikation der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und dort stellvertretendes Vorstandsmitglied, auf Nachfrage. Die Zukunft des Starnberger Breitwand-Kinos, seit 2007 Zentrum des jährlich stattfinden Fünf-Seen-Filmfestivals und schon viel länger Mieter in dem zur Disposition stehenden Gebäude, wäre mit dessen Verkauf trotz eines bis 2027 gültigen Vertrages ungewiss. Einige Nutzer ziehen demnächst aus.

Neubau würde „mit Sicherheit zwei, drei Jahre Kino-Pause“ bedeuten

Einen Fragen-Katalog zur Zukunft des Areals an der Wittelsbacherstraße im Herzen der Kreisstadt beantwortete der Kreissparkassen-Verantwortliche nur knapp. Auf die Bedeutung des ehemaligen Portobello-Baus für das Starnberger Kino und das heuer zum zehnten Mal stattfindende Festival angesprochen, ließ Koch wissen: „Die Kreissparkasse fördert das FSFF 2016 wie in den letzten Jahren. Auch für 2017 planen wir bereits gemeinsam mit Herrn Helwig die Unterstützung des FSFF.“ Im Übrigen habe der Kino-Betreiber „einen Mietvertrag bis 2027“, so Koch. Verkauf bricht bekanntlich Miete nicht. Kinobetreiber Helwig beruhigt dies nicht sonderlich, und er denkt schon mal laut nach: Sollte der Bau, der seinen Namen von einem früheren Ladengeschäft dort hat, übrigens von einem neuen Eigentümer abgerissen und an gleicher Stelle ein Neubau errichtet werden, würde dies „mit Sicherheit zwei, drei Jahre Kino-Pause“ bedeuten, lautet seine Überlegung, auch wenn wieder ein Kino Einzug halten dürfte: „Dann bin ich 60 – ob ich mir das dann noch mal antue, ein neues Kino aufzubauen?“ 

Bürgermeisterin John möchte sich nicht an Spekulationen beteiligen

Seine Gedankenspiele gehen aber noch weiter: Ein Käufer oder Investor des attraktiven Grundstücks in zentraler Lage wäre zwecks Refinanzierung wohl gezwungen, Wohnungen und Geschäftsräume in einem Neubau eher zu verkaufen statt zu vermieten, fürchtet Helwig – sollte ein Kino an dieser Stelle also keine Zukunft mehr haben, stünde auch die zentrale Säule des Film-Festivals vor dem Aus. Nebenbei wäre dies eine imagemäßige und kulturelle Katastrophe für die Kreisstadt, denn selbst mit Helwigs gerade im Bau befindlichen neuen Kino am Gautinger Bahnhof könnte man das Etikett Fünf-Seen-Filmfestival inhaltlich kaum mehr aufrecht erhalten. 

Bürgermeisterin Eva John bleibt angesichts vieler offener Fragen zurückhaltend: „Nach meinem Kenntnisstand gibt es diese Verkaufsüberlegungen bei der Kreissparkasse, aber es ist noch nichts entschieden, da möchte ich mich auch nicht an Spekulationen beteiligen.“ Die Rathauschefin gibt t jedoch ein Signal: „Es wäre wünschenswert, wenn dieser etablierte Standort für Kino und Festival erhalten bliebe.

Von Thomas Lochte

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