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Die Schön Klinik in Kempfenhausen.

Kempfenhausen

Aus für die Schön Klinik: Die Mitarbeiter stehen unter Schock

Die Stimmung ist gedrückt, Tränen fließen. Die Mitarbeiter der Schön Klinik in Kempfenhausen sind am Tag, nachdem sie von der Schließung des Krankenhauses erfahren haben, nach wie vor geschockt.

Kempfenhausen – Eine Patientin bringt es auf den Punkt: „Die sind alle wie ferngesteuert.“ Das Personal in der Schön Klinik in Kempfenhausen funktioniert heute so gut wie vorgestern, als die Welt noch in Ordnung war – aber die Nerven liegen blank. Die Nachricht von der Schließung der Klinik zum Jahresende traf sie am Donnerstag aus heiterem Himmel. 

„Nein, damit hätten wir nie gerechnet“, sagt eine Mitarbeiterin aus der Pflege. „Das kam völlig überraschend.“ Die Stimmung sei extrem gedrückt. Manche hätten die Tragweite noch gar nicht realisiert, sagt ein anderer Mitarbeiter. „Das muss erstmal bei allen sacken, glaube ich.“ Eine Kollegin moniert: „Das ist alles so kurzfristig, das ärgert mich. Wir bräuchten mehr Zeit, um uns umzuorientieren.“ Namentlich will keiner in der Zeitung auftauchen. Denn noch ist nicht klar, wie es weitergeht. 

Ein Sozialplan soll erstellt werden, das bestätigt Betriebsratsvorsitzende Elke Weiß-Kostorz. Der Betriebsrat hat vorsichtshalber einen Anwalt eingeschaltet. Am Tag 1, nachdem die Bombe geplatzt ist, laufen bereits Gespräche: Der Aufenthaltsraum mit Seeblick ist an diesem Freitag nicht zugänglich, weil eine Frau vom Familienservice Mitarbeiter dort berät. 

Eine Krankenschwester weint, während sie von der Mitarbeiterversammlung am Donnerstag berichtet. „Wir haben morgens erfahren, dass mittags die Versammlung ist. Die Nachricht war der Hammer.“ Sie arbeitet seit eineinhalb Jahren in Kempfenhausen. „Es gibt Leute, die sind hier seit 25, 28 Jahren. Wir haben auch Ehepaare. Die fallen jetzt beide als Verdiener aus.“ Sie selbst sei zwar zuversichtlich, etwas Neues zu finden, aber: „Die Atmosphäre hier ist außerordentlich gut. Und die Bezahlung stimmt auch.“ 

Die Atmosphäre schätzen auch die Patienten, ist die Erfahrung der Pflegekräfte. „Wir machen hier auch Stammzellentransplantation. Für die Patienten wird das hart, wenn sie nicht mehr kommen können“, sagt eine Krankenschwester. „Die kommen immer wieder, da gibt es persönliche Beziehungen.“ Die besondere Atmosphäre, die schließt auch die Räumlichkeiten mit ein. Die Klinik ist nicht nur medizinisch bestens ausgestattet: Herzkatheter, Computertomograph, Labor und anderes. „Hier ist alles wie in einer Uniklinik“, sagt eine Patientin. 

Gleichzeitig ist das Gebäude extrem ansprechend: Die Räumlichkeiten sind hell und einladend, auch im riesigen Untergeschoss, wo die Funktionsräume liegen. Keinen Augenblick hat man das Gefühl, im Keller zu sein. Dazu das großzügige Ambiente der Villa de Osa. „In Oberbayern gibt es kaum eine Klinik, die schöner ist“, sagt die Patientin. Vergangenes Jahr, fast um die selbe Zeit, erreichte die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit die Nachricht, dass die Abteilung für Psychosomatik geschlossen wird. Eine Krankenschwester fühlt sich daran erinnert. „Zu und weg – das ging schnell“, sagt sie. Statt der Psychosomatik wurde die Station 7 für ausländische Patienten eingerichtet. Das habe nicht gut funktioniert und sicher mit zum Aus beigetragen. Die Klinikführung verneint dies. Die Station habe zum Jahresbeginn die Arbeit aufgenommen, bestätigt Sprecherin Rieke Schües. „Die Entscheidung zur Schließung wurde durch die Abteilung nicht beeinflusst.“

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