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Einen Platz im vorderen Mittelfeld lautet das Saisonziel des Bayerischen Yacht-Clubs in der 1. Bundesliga.

Segel-Bundesliga

Deutscher Meister aus Tutzing stapelt tief

Starnberg - Die Segel-Bundesliga startet heute wieder am Starnberger See in die neue Saison. Drei heimische Crews mischen in der 1. Liga mit und versuchen, ihren Heimvorteil zu nutzen – darunter auch der amtierende Deutsche Meister aus Tutzing.

Das so genannte Warm up vor dem Bundesliga-Start an diesem Wochenende ließ die Segelteams aus dem Fünfseenland kräftig frösteln. „Es war furchtbar“, sagt Michael Tarabochia, dem es noch immer eiskalt den Rücken herunterläuft, wenn er an das Aufwärmprogramm im Bayerischen Yacht-Club denkt. Drehende Winde und Temperaturen wie im Gefrierschrank dämpften die Begeisterung des Teammanagers aus dem Deutschen Touring Yacht-Club spürbar, dem Anfang Mai „eher nach Skifahren als nach Segeln ist“. Auch wenn wegen der schlechten Witterung nur drei Flights auf dem Starnberger See gestartet werden konnten, bleibt ihm noch eine Hoffnung: „Wenn die Generalprobe nicht funktioniert hat, wird die Premiere umso besser.“

An irgendwelchen Anhaltspunkten muss sich Tarabochia vor der vierten Saison in der Segel-Bundesliga auch orientieren. Ansonsten fällt es den Tutzingern schwer, irgendwelche Prognosen für den kommenden Sommer zu treffen. Natürlich sind sie als Titelverteidiger heuer die Gejagten. Aber welche Qualität seine Mannschaft tatsächlich hat und über welches Format die Konkurrenz verfügt, bleibt auch in diesem Frühjahr Tarabochias gut gehütetes Geheimnis. Nur eines ist klar: „Ich denke, dass die Abstände wieder enger geworden sind.“

Davon gehen sie auch im Münchner Yacht-Club aus. Die Starnberger, die zusammen mit dem DTYC das erste Bundesliga-Event auf und vor ihrem Vereinsgelände an der Possenhofener Straße ausrichten, plagt zunächst nur eine Angst. „Wenn wir wahnsinnigen Publikumszulauf haben, wissen wir nicht, wie wir jeden einzelnen versorgen sollen“, räumt Micki Liebl vor dem ersten Rennen am Freitagnachmittag ein.

Bis auf Parkplätze kann der Teammanager aus dem MYC den Interessierten eine ganze Menge bieten. Dazu gehört auch eine eigene Crew, die sich seit Ostern für die Auftaktveranstaltung im eigenen Revier vorbereitet hat. „Wir sind deutlich einen Schritt weiter als im letzten Jahr“, ist Liebl überzeugt. Damals versemmelte der Aufsteiger sein Debüt, legte danach aber eine sensationelle Saison hin. Der fünfte Platz, den das Team am Ende der Regattaserie errang, war vielleicht noch eine größere Überraschung als die Meisterschaft der Tutzinger. Das Selbstbewusstsein ist seitdem in die Höhe geschossen. „Besser als im Vorjahr“ soll sein Team heuer abschneiden. Dagegen machen sich die Ansprüche der Tutzinger direkt bescheiden aus. „Wieder unter die ersten Sechs kommen“, benennt Tarabochia das Ziel.

Während beim Deutschen Meister sicherlich auch ein wenig Understatement dabei ist, hält sich der Ehrgeiz beim BYC noch in Grenzen. „Wir wollen einen Platz im vorderen Mittelfeld“, gibt Ilja Wolf die Richtung vor. Der Teammanager vom Nepomukweg ist ein gebranntes Kind. Vor zwei Jahren steuerte er beim Abstieg in die 2. Liga noch persönlich. Dieses Trauma hat tiefe Spuren hinterlassen. Seitdem haben sich die Bayern neu organisiert und nach dem sofortigen Wiederaufstieg ihre Arbeit optimiert. Das ganze Frühjahr hindurch haben sie in Kooperation mit dem MYC und dem Chiemsee Yacht-Club unter Anleitung des Olympiasiegers Jochen Schümann trainiert. Auch der Schneefall in dieser Woche hielt die Crew in ihrem Bestreben nicht ab. Christian Heinrich

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