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Kleinanleger

Sparkasse: Negativzinsen drohen

Starnberg - Die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg schließt nicht länger aus, dass auch Kleinanleger Negativzinsen für das Geld auf der hohen Kante zahlen müssen.

Geld, wenn welches übrig war, aufs Sparbuch legen und dafür Zinsen bekommen. Jahrzehntelang war das für die Deutschen normal. Diese Zeiten könnten vielleicht irgendwann vorbei sein, auch für Sparkassenkunden im Landkreis Starnberg. Auch wenn die Sparzinsen schon lange niedrig sind, schien es bislang eher unwahrscheinlich, dass die Praxis der Strafzinserhebung durch die EZB tatsächlich irgendwann direkt auf die Sparer durchschlagen könnte. 

Ausschließen möchte die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg das inzwischen aber nicht mehr. Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, hatte schon auf dem 25. Deutschen Sparkassentag gesagt, die Geldinstitute würden zwar „alles tun, um die privaten Sparer vor Negativzinsen zu schützen – in Teilen auch zu Lasten der eigenen Ertragslage“. Wenn die aktuelle Niedrigzinsphase aber lange andauere, würden die Sparkassen die Kunden nicht davor bewahren können. Torsten Koch, Bereichsleiter Vorstandsstab und Kommunikation im Vorstand der Kreissparkasse, sagte unserer Zeitung jetzt, er könne dieser Aussage auch aus Sicht der Kreissparkasse zustimmen. „Man kann nicht seriös sagen, dass es Negativzinsen für Sparkassenkunden nicht geben wird.“ 

Banken müssen für geparktes Geld auch Zinsen zahlen

Banken nutzen bei ihnen deponiertes Geld, um damit Kredite zu vergeben und so Gewinne zu erwirtschaften. Beträge, die sie nicht gewinnbringend verleihen konnten, parkten sie in der Vergangenheit gerne kurzfristig bei der Europäischen Zentralbank oder der Bundesbank und erhielten dafür selbst Zinsen. Seit 2014 müssen sie dafür so genannte Strafzinsen bezahlen. Die Zentralbank will die Banken so dazu bringen, weniger Geld zu parken und mehr Kredite zu vergeben, um mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Das klappt aber nur bedingt, und den Geschäftsbanken fehlen die Einnahmen. 

Hält diese Situation an, so die Befürchtung, müssen auch Kunden irgendwann dafür zahlen, ihr Geld auf die Bank zu bringen. Für Großkunden mancher Geldinstitute trifft das bereits zu. Die Kreissparkasse München- Starnberg-Ebersberg will vorbeugen, indem sie Gewinne den Rücklagen zuführt, um Reserven für schlechtere Zeiten zu haben. Einsparungen macht die Kreissparkasse derzeit beim Personal und beim Service. Bis 2020 sollen 225 Stellen abgebaut werden.

Nur noch Automaten in zahlreichen Geschäftsstellen

Im Juli dieses Jahres werden Mitarbeiter aus 21 Geschäftsstellen abgezogen, in denen dann nur noch Geldautomaten und Service-Terminals zu finden sind. Die Umstellung der Geschäftsstellen habe aber in erster Linie mit der Digitalisierung zu tun, weil immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte über das Internet erledigen würden, hieß es zur Begründung. Ab 4. Juli gibt es in folgenden Geschäftsstellen des Landkreises Starnberg nur noch Selbstbedienung: Pöcking, Söcking und Stockdorf. Dafür baut die Sparkasse ihre Geschäftszeiten aus: Die 28 Filialen sind ab 4. Juli täglich von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet; die 24 Geschäftsstellen Montag bis Mittwoch von 7.30 bis 13 Uhr sowie von 12 bis 19 Uhr

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