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Kleingeld war gestern: Jan Höfermann, Bürgermeisterin Eva John, Politesse Marianne Böhrold, Sarah Buckel und Christina Rommel bei der Handyparken-Präsentation.
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Per GPS bestimmt die App die jeweilige Parkzone. Dann nur noch auf den Euro klicken...
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... Kennzeichen eingeben, Parkdauer bestimmen und zahlen.

Der digitale Landkreis

Neu in Starnberg: Klicken, wischen, parken

Starnberg - Man kennt das: Mit viel Glück einen Parkplatz in der Starnberger Innenstadt ergattert und dann nicht eine Kleingeldmünze im Portmonee. Ab sofort ist das allerdings kein Problem mehr.

„Einparken dauert länger als das Buchen eines Parktickets“, ist sich Starnbergs Bürgermeisterin Eva John sicher. Die Sonne brennt, ein Grüppchen Journalisten und Verwaltungsmitarbeiter steht um einen Parkautomaten in der Wittelsbacherstraße herum. Das „Handyparken“ wird präsentiert. Nein, es geht nicht um kleine Ladebuchten für die Riesenhandys, die die meisten mittlerweile in der Jacken- oder Handtasche mit sich herumschleppen. 

Statt dessen kann man ab sofort in Starnberg seinen Parkplatz mit dem Handy bezahlen, berichtet Jan Höfermann von der Firma Sunhill Technologies. Er hat das System im Auftrag der Stadt eingerichtet. Schon in über 100 deutschen Städten – darunter auch Weilheim, Wolfratshausen und am Flughafen in München – kann man damit seine Parktickets bezahlen. 

Wie genau funktioniert das? 

Für alle, die noch kein Smartphone haben, reicht eine SMS, die an die Nummer geschickt werden muss, die auf jedem der insgesamt 14 Parkautomaten in Starnberg steht. Als Text muss dabei lediglich das Autokennzeichen angegeben werden, danach ein Punkt und die gewünschte Parkdauer. Also „STA-XX001.15“ und schon darf das Auto mit dem Kennzeichen STA-XX001 für eine Viertelstunde parken. 

Deutlich bequemer haben es allerdings die Besitzer eines Smartphones. Sie müssen sich lediglich die App „TraviPay“ herunterladen. Dann bestimmt das Handy automatisch den Standort des Fahrzeugs und damit die Parkzone, der Nutzer müsse lediglich noch das Kennzeichen eintragen und die Parkdauer einstellen.

Verplaudert man sich beim Kaffee oder wird von akutem Schnäppchenfieber geschüttelt, kann man in der App auch nachzahlen und die Parkzeit verlängern – bis zur Höchstparkdauer von zwei Stunden bzw. einer Stunde am Tutzinger Hofplatz. Abgerechnet werden die Parkgebühren über die Telefonrechnung. „Das geht auch für Prepaid-Handys, dort wird es einfach vom Guthaben abgezogen“, sagt Höfermann. Wer mag, kann aber in der App auch seine Kreditkartendaten eintragen oder eine Abbuchung per Lastschrift einrichten. 

20 Prozent Aufschlag für Handyparker

Der Luxus des bargeldlosen Parkens ist dabei rund 20 Prozent teurer als das weiterhin mögliche Zahlen mit klingender Münze am Automaten. Statt einem Euro pro Stunde würden also 1,20 Euro fällig. „Der Dienstleister will natürlich auch etwas verdienen und die Mobilfunkanbieter ebenfalls einen Stück vom Kuchen“, sagt Höfermann. Bürgermeisterin John ist sich dennoch sicher, dass die übliche Quote von Handytickets fürs Parken, die bei 20 bis 30 Prozent liegt, auch in Starnberg erreicht wird. 

Smartphone für die Politesse

Doch wie weiß Parkraumüberwacherin Marianne Börroth eigentlich, ob bezahlt wurde, wenn kein weißer Zettel mehr hinter der Windschutzscheibe liegt? Sie wühlt in der Handtasche und fördert ein brandneues Smartphone zu Tage: „Hier muss ich nur das Kennzeichen eingeben und schon kann ich sehen, ob bezahlt wurde“, sagt sie. 1500 Euro hat die Stadt die Einführung des Service gekostet, dazu kommen noch einmal 150 Euro pro Monat Servicepauschale. 

Eva John hofft, dass es sich rechnet. „Wir wollen damit das Einkaufen in der Stadt noch attraktiver machen“, meint sie. Derweil bastelt die Firma von Jan Höfermann weiter an ihrem Service. Demnächst, sagt er, sei es möglich, dass Geschäftsinhaber und Restaurantbesitzer ihren Kunden die per Handy gelösten Parktickets zurückerstatten.

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