Nach Verhandlungen mit Rofin-Baasel

BRK-Umzug ins Gewerbegebiet geplatzt

Starnberg – Das BRK hat nach monatelangen Verhandlungen mit Laserhersteller Rofin-Baasel fest mit einem Einzug auf dem Gelände geplant. Der Deal stand kurz vor dem Abschluss, ist aber nun gescheitert.

Die neuen Pläne für das Betriebsgelände des Starnberger Laserherstellers Rofin-Baasel an der Petersbrunner Straße stehen fest: Es soll der „Technik-Park“ entstehen (wir berichteten exklusiv). Damit sind zugleich die sechsmonatigen Verhandlungen des BRK mit Unternehmer Carl Baasel (76) gescheitert. Das BRK wollte seine Standorte auf dem frei werdenden Gelände zentralisieren und plante den Einzug für Mitte 2017. „Herr Baasel und wir waren sehr weit“, bestätigt BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang. „Es gab einen fertigen Mietvertrag.“ 

Mit dem neuen Planer fand das BRK keine gemeinsame Basis

Dann aber beauftragte Eigentümer Baasel den Entwickler Dieter Krausnick damit, Mieter für das 4000-Quadratmeter-Areal zu finden. Vor zwei Wochen gab es die Absage an das BRK. „Verständlicherweise sind alle bei uns enttäuscht und reiben sich die Augen“, sagt Lang. „Verträge gelten erst, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind“, entgegnet Baasel. Beide Seiten haben über das Scheitern der Verhandlungen Stillschweigen vereinbart. „Daran halte ich mich“, sagt Baasel. „Die Gespräche waren vertraulich.“ 

Jan Lang: Der BRK-Geschäftsführer wurde vom Aus der Verhandlungen überrascht. 

Lang sagt nur: „Es hatte keine betriebswirtschaftlichen oder baulichen Gründe. Wir konnten sie aber nachvollziehen.“ Die Verhandlungen seien seriös abgelaufen. Mit Entwickler Krausnick sei man in einem kurzen Gespräch aber nicht übereingekommen. „Da wurde klar, dass das, was wir mit Herrn Baasel erarbeitet hatten, keine Basis ist. Herr Krausnick hat ein ganz anderes Konzept für das Gelände.“

Neuer Planer über gescheiterten Deal: "Habe mich selbst sehr gewundert"

Und einen neuen Auftrag von Baasel, wie Krausnick erklärt: „Der ist sehr klar formuliert. Ich soll kurz- und mittelfristige Ergebnisse vorweisen“, sagt er. Ein kurzfristiger Einzug schien dem BRK aber nicht möglich. Nachmieter mit einer ähnlichen Ausrichtung wie der Laserhersteller müssten beim Landratsamt nur geringe Nutzungsänderungen beantragen, erklärt Krausnick.

Zugleich betont der Entwickler aber: „Wenn sich das BRK heute oder nächste Woche rührt, rede ich mit ihm.“ Bislang habe er aber keine Antwort bekommen. Ob er selbst als unmittelbarer Nachbar – Krausnick sitzt als Eigentümer des Creativ-Centers direkt neben Rofin-Baasel – Einwände gegen den potenziellen neuen Mieter hatte? „Überhaupt nicht“, betont Krausnick. Über das Scheitern der Verhandlungen „habe ich mich selbst sehr gewundert“.

BRK sucht von Neuem: "Beschränken uns nicht auf Starnberg oder Pöcking"

Dem Roten Kreuz hilft das nichts: Eine neue Lösung muss her. „Es gibt eine Menge Orte, die gerade geprüft werden“, sagt Lang. „Der Einzug Mitte 2017 ist aber nicht zu halten.“ Sobald sich fünf Objekte aus der Liste herauskristallisieren, würden diese besichtigt. Einfach wird die Suche in Starnberg nicht. „Deshalb müssen wir überlegen, ob Starnberg der Standort bleiben wird.“ Die Priorität liege auf der Kreisstadt, Gemeinden aus dem Landkreis kämen aber auch infrage. „Wir beschränken uns nicht auf Starnberg oder Pöcking.“

Teilweise kann sich das BRK auf das vorhandene Konzept stützen. „Aber nicht alle unsere Module, die wir für Rofin-Baasel ausgearbeitet hatten, werden vielleicht auch auf ein anderes Gebäude passen.“ Am neuen Standort möchte das BRK sieben Felder unterbringen: Verwaltung, Garagen und Lager, Kindertagesstätte, Wohneinheit, Rettungswache, Behindertenarbeit und Fahrdienst. „Wir wollen eine nachhaltige Lösung, mit der alle – nicht nur der Geschäftsführer – glücklich sind“, sagt Lang. Den Kauf einer Immobilie schließt er aufgrund der finanziellen Lage aus. „Wir müssen einen Vermieter finden, der das mitträgt.“ Den hatte das BRK in Carl Baasel eigentlich bereits gefunden.

Trotz des gescheiterten Deals bleibt ein Thema bestehen: „Wir wollen eine Kita in dieses Gewerbegebiet bringen.“ Das Interesse von Gewerbetreibenden sowie der Rückhalt von Bürgermeisterin Eva John bestärkten das BRK. Derzeit prüfe man die rechtlichen Voraussetzungen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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