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Ein Nachmieter ist bereits gefunden. Wie das „Sowieso“ künftig heißen wird, ist unklar.

Kult-Kneipe

Die letzten Tage des „Sowieso“

Starnberg – Wer in Starnberg gepflegt ein Helles trinken wollte, landete über kurz oder lang meist im „Sowieso“ am Bahnhof See. Dennoch gibt Betreiber Sandor Nemeth die beliebte Kneipe Ende dieser Woche auf.

Sandor Nemeth klingt traurig, aber auch fast ein wenig erleichtert im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Nach neuneinhalb Jahren „Sowieso“ und insgesamt 17 Jahren Gastronomie in Starnberg zieht er einen Schlussstrich. „Leicht fällt mir das nicht“, räumt er ein. Aber jetzt sei ihm vor allem eines wichtig: Es gebe einen Nachmieter, der bereits am 1. November das heutige „Sowieso“ und die insgesamt 19 Mitarbeiter übernimmt. Der neue Wirt komme aus München und wolle die Bar zunächst umbauen. Einen Namen wollte Nemeth nicht nennen. 

Sonntags: „Da war früher Halligalli – heute ist nichts mehr los.“

Dafür sprach er freimütig darüber, was am Ende den Ausschlag gab, dass er sich aus dem „Sowieso“ zurückzieht. Nein, das habe nicht an der Privatinsolvenz gelegen: „Der Insolvenzverwalter hat uns hervorragende Arbeit attestiert. Das hätten wir alles hinbekommen.“ Es seien andere Gründe gewesen. Zuerst der akute Personalmangel, den Nemeth immer wieder gegenüber unserer Zeitung beklagt hatte: „Ab 1. November hätte ich keinen einzigen Koch mehr gehabt.“ 

Einen Teil hätte er selbst ausgleichen können. „Aber am Ende haben meine Frau und ich jeden Tag zwölf Stunden lang gearbeitet. Mein Onkel hat in der Küche einen Schlaganfall bekommen. Das ist es nicht wert“, berichtet er. Dazu sei es in den vergangenen Monaten „zu erheblichen Umsatzeinbußen gekommen, die nicht mehr hinnehmbar waren.“ Die Leute in Starnberg würden weniger oder gar nicht mehr weggehen, die Besucher von außerhalb ausbleiben. Das falle besonders sonntags auf: „Da war früher Halligalli – heute ist nichts mehr los.“ Woran das liege, dass in Starnberg nichts mehr los ist, könne er auch nichts sagen. Aber von seinen Kollegen höre er ähnliche Klagen. 

Es wird auch keine rauschende Abschiedsparty geben

Nemeth will sich jetzt erst einmal seiner Familie und seinem Kind widmen, zur Ruhe und zur Besinnung kommen. „Ich habe in den vergangenen anderthalb Jahren drei Leben abgewickelt“, so Nemeth. Er meint damit seine drei Kneipen „Absofort“, „KostBar“ und „Sowieso“, die nacheinander schließen mussten. Das „Absofort“ schon vor einiger Zeit, das „Sowieso“ am kommenden Wochenende und die „KostBar“ direkt daneben vor einigen Wochen. Wie es damit weitergeht, ist laut Nemeth noch unklar. 

Er selbst werde sicher in der Gastro-Branche bleiben, aber voraussichtlich nicht als Wirt. Seine Frau habe bereits entschieden, komplett die Branche zu wechseln. Deswegen wird es auch keine rauschende Abschiedsparty am Samstag, 29. Oktober geben, wenn eine der gastronomischen Instanzen Starnbergs geschlossen wird. Wer mag, der kann noch einmal gegenüber des Bahnhof See vorbeischauen, ein Abschiedsbier trinken und der Belegschaft, die bald einen neuen Chef haben wird, alles Gute wünschen. Dann, irgendwann am späten Abend, wird Sandor Nemeth das Sowieso endgültig zuschließen, bevor am Dienstag die Baukolonnen des neuen Wirts anrücken. Das Leben geht weiter. Sowieso.

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