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Damals und heute: Die Band „The Yaks“ aus dem Jahr 1966 und exakt 50 Jahre später.

Jubiläumskonzert

Die Yaks rocken die Schießstätte

Die Starnberger Kult-Band feiert am Samstag 50. Geburtstag - und zwar mit Oldies aus den 60er und 70er Jahren.

„Drei von uns sind noch aktiv, beim Vierten wollen die Finger nicht mehr so, aber er wird auch da sein“, sagt Winni Wobbe, altgedienter Stadtrat der UWG und noch viel länger Bassist der Starnberger Kult-Band „The Yaks“, die kommenden Samstag ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der „Schießstätte“ feiern wird. Wobbe war 1966 einer der Gründer der Band, die eigentlich aus einem Faschingsjux hervorgegangen ist. Gemeinsam mit seinem Bruder „Hubi“ hatte er sich damals Beatles-Perücken übergezo-gen und war „Yeah, Yeah, Yeah“ grölend beim Umzug mitgelaufen. Ein anderes Brüder-paar, Martl und Eddie Koller, sollen davon derart beeindruckt gewesen sein, dass es bald darauf zur Beatband-Gründung und zu ersten Übungstreffs kam – am Rosenmontag im Koller’schen Wohnzimmer.

Winni hatte vor seiner Luftgitarren-Nummer zwar noch nie eine Saite gezupft, doch „Hubi“ beherrschte bereits fünf Akkorde fehlerlos und sollte bald zum „Leadsänger“ ernannt werden. Von entscheidender Bedeutung war die beachtliche Ausrüstung der Koller-Brothers. Eddie besaß eine Gitarre mit Tonabnehmer, Martl hatte zu Weihnachten ein Schlagzeug geschenkt bekommen – der Karriere stand also nichts mehr im Wege. 

Bald gesellte sich auch noch Albert Kaltenecker mit seiner Farfisa-Orgel hinzu. Sein Sahnestück „Memphis Tennessee“ konnte er der Legende nach „mit affenartiger Geschwindigkeit“ spielen. Die damals noch intern unter dem Namen „The Gallowbirds“ (Die Galgenvögel) probenden Starnberger wechselten bald vom Wohnzimmer der Kollers in einen geeigneteren Übungsraum, den sie mit hoher Improvisationskunst selber herrichteten – das entrümpelte Waschhaus in Kollers Garten. 

Ihren ersten Auftritt hatten sie dann 1967 beim Faschingsball des Pasinger Karlsgymnasiums, verstärkt unter anderen von Winni Bartsch, der auch den endgültigen Band-Namen „The Yaks“ anregte. Von da an sei es steil bergauf gegangen mit der Karriere. Ein Auftritt jagte den anderen, und mit den Konzerteinnahmen wurde auch das Equipment immer professioneller. Weil man mit Trompete, Saxophon, Klarinette, Flöte, Mundharmonika und Akkordeon antrat, hatte man den Konkurrenz-Bands einiges voraus und konnte Stücke wie „Backstreet Girl“ von den Rolling Stones oder „Memphis Soul Stew“ von King Curtis ins Repertoire aufnehmen. Als „absolutes Hammerstück“ der Yaks gilt bis heute „Soul Finger“ von den Bar Kays. 

Genau wie die „Beatles“ bekamen es die Yaks mit kreischenden weiblichen Fans zu tun, was wiederum beim Schlagzeuger regelmäßig derart Adrenalin und Tempo steigerte, dass der Rest der Band kaum noch hinterherkam. Auch einen Manager leistete man sich zeitweilig, aber nur so lange, bis der aus Regensburg stammende Max einmal die Riesenchance der Yaks versemmelte, als Vorband von The Who im Münchner Circus Krone aufzutreten. Winni Wobbe übernahm schließlich das Management, weil er als Student die meiste Zeit hatte. Nach etlichen Auftritten im Großraum Starnberg vor bis zu 500 Zuschauern in den Jahren 1968 bis 1970 und ein paar Umbesetzungen (Eddie ging, Helmut Eichinger kam u.a.) lösten sich die Yaks 1970 wegen musikalischer Differenzen erst einmal auf – Martl wollte konventionellere Musik spielen, die anderen Bandmitglieder mochten lieber dem Beat treu bleiben, als wegen 50 Mark „Strangers in the night“ zu singen. 

Winni Wobbe wurde Lehrer und brachte es sogar zum 3. Bürgermeister der Kreisstadt. Erst im Jahre 2005 kam es dann bei der Starnberger Rocknacht zum Yaks-Revival, und seit diesem triumphalen Comeback treten Winni & Co. in unregelmäßigen Abständen und zu besonderen Anlässen auf. „In alten Erinnerungen zu schwelgen, hält jung“, sagt der mittlerweile 68-jährige Wobbe. Auch die Groupies von einst sollen sich übrigens für das Konzert der Starnberger „Fab Four“ in der Schießstätte am morgigen Samstag (Beginn: 19 Uhr, Einlass 18 Uhr) angesagt haben. Unter dem Motto „Hören – Sehen – Staunen – Tanzen“ sind Rock und Oldies der 60er und 70er-Jahre angesagt sowie 75 Prozent der Yaks-Originalbesetzung.

Thomas Lochte

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