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Fies und zahlreich: Die Mücken ärgern die Berger. 

Fiese Blutsauger

Starnberger See: Killerbakterium gegen Mückenplage?

Berg - Die Bürger in Höhenrain klagen über sehr viele Schnaken. Die Gemeinde Berg will nun den Einsatz von BTI und weitere Maßnahmen prüfen.

Die Mückenplage in Berg ist heuer offenbar besonders schlimm. Vor allem in den Orten rund um das Rückhaltebecken für den Lüßbach im Wald zwischen Höhenrain und Münsing klagen die Anwohner, dass ihnen die kleinen Blutsauger das Leben zur Hölle machen. „Man kann seine Kinder nicht mehr draußen spielen lassen“, sagt QUH-Gemeinderat Harald Kalinke. „Meine Mitarbeiter können die Türen und Fenster nicht mehr öffnen.“ Er fordert einen Plan, um die Mücken zu reduzieren. Dabei könnte auch das umstrittene Bakterium BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) zum Einsatz kommen.

Für Kalinke ist die Hauptursache der vielen Mücken das Lüßbach-Stauwehr, das seit rund zehn Jahren Bachhausen und Farchach frei von Hochwasser hält. „Dort hat die Lebensqualität zugenommen, aber in Höhenrain, Allmannshausen, Sibichhausen und Münsing hat sie massiv abgenommen.“ Wenn der Lüßbach aufgestaut werde, dauere es viel zu lange, bis er wieder abfließe, sagte Kalinke am Dienstag im Gemeinderat. „Dort sind lauter größere Pfützen, der Rückfluss in den Lüßbach ist nicht gewährleistet.“ Deshalb sei als erste Maßnahme wichtig zu prüfen, wie der Rückfluss verbessert werden kann. Und die natürlichen Feinde der Mücken, vor allem Fledermäuse, sollten vermehrt werden.

"Die Leute wollen keine Chemie und keine Hubschrauberflüge"

Um seine Forderung nach einer Aktion seitens der Gemeinde zu unterstreichen, präsentierte er Bürgermeister Rupert Monn eine Liste mit 461 Unterschriften, gesammelt innerhalb von elf Tagen. Kalinke hat beim Sammeln festgestellt: „Die Leute wollen keine chemischen Mittel und keine Hubschrauberflüge.“

Um Hubschrauber und den Kampf gegen Mücken ging es schon vor fünf Jahren. Auch damals hatte die QUH die Bekämpfung der Larven in stehenden Gewässern mit BTI ins Gespräch gebracht. Damals scheiterte der Anlauf unter anderem daran, dass ein örtlich beschränkter BTI-Einsatz nichts bringen würde.

Kalinke verwies jetzt auf die Gemeinde Iffeldorf, die BTI erfolgreich eingesetzt habe, indem das Mittel per Hand ausgebracht worden sei. Das ist allerdings nicht korrekt. Iffeldorf hat sich noch gar nicht entschieden, gestern Abend war das Thema Mücken wieder im dortigen Gemeinderat. Korrekt ist das Kostenangebot, das Kalinke nannte: 5000 Euro für 48 Hektar Osterseen. Er hat mit dem Biologen, der auch Iffeldorf berate, das Sibichhauser Holz besichtigt. Die Gemeinde will nun den Experten einladen, um sich weiter zu informieren. In jedem Fall müsse vor dem BTI-Einsatz ein Monitoring stehen, sagte Kalinke. „Das kostet 600 bis 1000 Euro.“ Damit man weiß, um welche Mückenarten es überhaupt geht.

In Iffeldorf wie auch beim Bund Naturschutz gibt es große Bedenken, ob das Bakterium tatsächlich nur die Mücken angreift. Unklar ist etwa, ob es nicht auch die Zuckmücke angreift, die gar nicht sticht, aber von Vögeln, Fischen und Amphibien gefressen wird. Das Rückstaubecken im Sibichhauser Holz liegt im Landschaftsschutzgebiet und ist zum Großteil biotopkartiert.

Den Rückfluss des Lüßbachs will Rathauschef Monn umgehend überprüfen und auch, ob eventuell ein Ablauf bei der Sibichhauser Straße tiefer gelegt werden sollte. Einig war sich der Rat nur in einem: Die Mücken sind heuer eine Plage.

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