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Rot für den Aufzug: Der Stadtrat hat dem Leuchtturm-Projekt der Barrierefreiheit, einem Aufzug zum Schlossberg, eine Absage erteilt – wegen des Vorgehens gegenüber dem Centrum-Eigentümer.

Projekt abgeschmettert

Stadtrat stoppt Lift zum Schlossberg

Starnberg - Der zweite Anlauf lief auch nicht besser: Starnbergs Bürgermeisterin Eva John und ihre Verwaltung sind auch im Stadtrat mit dem Vorschlag eines Liftes neben dem Centrum gescheitert. Am Sinn eines solchen Aufzugs zweifelt allerdings niemand.

Um Behinderten und älteren Menschen einen barrierefreien Zugang zu Rathaus und Schlossberghalle zu ermöglichen, plant die Stadt einen Aufzug neben dem Centrum. Doch der Stadtrat kippte das Projekt diese Woche endgültig. 

Der Bauausschuss hatte dem Aufzug bereits eine Abfuhr erteilt, Bürgermeisterin Eva John mochte sich aber noch nicht geschlagen geben. Deswegen sollte der Stadtrat nun einem Realisierungswettbewerb zustimmen, bei dem Varianten gefunden werden sollen, wie Behinderte barrierefrei die Steigung zwischen Hauptstraße und Vogelanger überwinden können. Stadtbaumeister Stephan Weinl warb noch einmal eindringlich für das Projekt. „Bis vor einiger Zeit konnte der Aufzug von der Tiefgarage des Centrums bis zum Vogelanger genutzt werden. Doch der ist nicht länger in Betrieb. Deswegen haben Behinderte derzeit keinen barrierefreien Zugang zu Rathaus und Schlossberghalle – es sei denn, sie lassen sich mit dem Auto fahren“, sagte er. Die Kosten für den Wettbewerb, bezifferte er auf rund 40 000 Euro. Da die Regierung von Oberbayern derartige Vorhaben großzügig bezuschusst, würde für die Stadt am Ende nur ein Eigenanteil von 16 000 Euro übrig bleiben, sagte Weinl.

Eine Realisierungsverpflichtung für den Siegerentwurf gebe es nicht, die Stadt könne immer noch sagen, dass sie gar nicht baut oder einem anderen Architekten den Zuschlag gibt. Im Stadtrat selbst war vollkommen unstrittig, dass es dringend eines barrierefreien Zugangs zum Rathaus von der Stadt aus bedarf. 

Allerdings stieß das Prozedere erneut auf großes Unverständnis. Denn das Centrum gehört weiterhin einem privaten Investor, der das Gebäude in Teilen veräußern möchte. Daher, das sagte Bürgermeisterin John ein, habe der Besitzer bereits im Januar schriftlich mitgeteilt, dass er keiner Lösung zustimmen werde, um die Interessen der potenziellen Käufer zu wahren. „Ohne die Zustimmung des Eigentümers geht gar nichts“, meinte Stefan Frey (CSU). Er wollte wissen, ob die Stadt noch einmal das Gespräch mit Centrum-Eigentümer Dr. Michael Krenn geführt habe. John verneinte das und verwies auf die Antwort vom Januar.

Angelika Kammerl (WPS) präsentierte daraufhin eine Mail, die sie von Krenn auf eine Anfrage ihrerseits erhalten hatte. Darin habe er geschrieben, dass er grundsätzlich gesprächsbereit sei. John wollte daraufhin wissen, was konkret sie mit dem Centrum-Eigentümer besprechen solle, wenn sie nicht zeigen könne, was die Stadt umzusetzen gedenke. Und überhaupt: „Die Vertreter des Centrum kennen den Weg ins Rathaus genau. Wenn sie mit uns sprechen wollen, können sie kommen“, so John.

Dr. Jürgen Busse (UWG) attestierte ihr die völlig falsche Herangehensweise: „Wie würden Sie sich fühlen, wenn ich eine Planung mache, die ihr Grundstück betrifft und mich vorher nicht einmal bei Ihnen melde?“, fragte er. Auch Frey wollte wissen, wie die Stadt einen Aufzug durchsetzen wolle, der Grundstücke betrifft, die sich im Privateigentum befinden. „Durch Enteignung?“, fragte er. „Verständigen wir uns darauf, dass dieser Begriff jetzt nicht gefallen ist“, antwortete John ausweichend. 

Am Ende half alles nichts: Mit 15 zu 18 Stimmen wurde der Wettbewerb erneut abgelehnt. Und die Behinderten sind weiterhin darauf angewiesen, dass sie jemand zu Rathaus oder Schlossberghalle fährt, weil es keinen barrierefreien Zugang dorthin für sie gibt.

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