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Symbolbild

Starnberg

Tennis-Anlagen mit Fragezeichen

Starnberg – Tennisspieler in Starnberg und Umgebung blicken in eine ungewisse Zukunft. Zunächst beruhigen dürfte sie jedoch diese Nachricht: Der Betrieb im Tennispark Starnberg wird nicht nur in der bereits angelaufenen Sommersaison, sondern auch im Winter 2016/2017 aufrechterhalten.

Das hat der Betreiber der Anlage, Peter Lang, gegenüber dem Starnberger Merkur versichert. Anders sieht es beim TSV aus.

Die Spieler, vor allem die langjährigen Abonnenten, waren in den vergangenen Wochen verunsichert, nachdem bekannt geworden war, dass Lang seine Halle dem Landkreis als Flüchtlingsunterkunft angeboten hatte.

Dem mittlerweile 80-Jährigen – aber immer noch sehr rüstigen, wie er selbst betont – ist bewusst, dass das Alter irgendwann seinen Tribut fordern wird. Zudem sind die boomenden Jahre für den so genannten weißen Sport vorbei, nachdem sich die Heroen Boris Becker und Steffi Graf in Sportrente verabschiedet haben. Die Buchungen im Tennispark gehen zurück, vor allem im Sommer. Viele langjährige Stammspieler des Tennisparks haben ihr Racket aus der Hand gelegt. Das Angebot an Freiplätzen ist deutlich größer als die Nachfrage, viele Courts bleiben ungenutzt. Auch Lang hat drei seiner neun Sandplätze schon in der Sommersaison des vergangenen Jahres stillgelegt. Wenn er nicht zehn Tennislehrer als Partner hätte – „sie trainieren um die 500 Mädchen und Buben auf meiner Anlage“ –, sähe es in den Sommermonaten recht trübe aus. So war Lang auf die Idee gekommen, die Halle dem Landkreis für die Unterbringung der Asylbewerber anzubieten, um die Kasse aufzubessern. Wie berichtet, ist aus dem Deal nichts geworden. Landrat Karl Roth hat das Angebot abgelehnt.

Bleibt nur das Prinzip Hoffnung

Lang hat nicht resigniert. Die Wintersaison ist (noch) kein Problem. „Von Oktober bis Ende April sind wir zu 100 Prozent ausgelastet“, sagt Lang. Denn die Starnberger Anlage bietet am Westufer des Sees die einzigen wetterfesten Tennisplätze. Und das soll auch in der Saison 2016/2017 so sein. Wie es danach weitergeht, ist noch mit vielen Fragezeichen behaftet.

Nicht nur im Tennispark: In direkter Nachbarschaft, nur getrennt von den Bahngleisen, bangt ein weiteres Tennis-Sorgenkind um seine Zukunft. Wie berichtet, hat die Bayerische Hausbau (sie ist auch Eigentümerin der Freiplätze des Tennisparks) den größten Teil der Flächen am Riedener Weg verkauft, die bisher von der Tennisabteilung des TSV Starnberg genutzt werden. Der neue Eigentümer Michael Ullmann, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens RE-Sponsibility, möchte dort Wohnraum schaffen. Da er mit seinem Bauantrag bei der Stadt noch nicht durchgedrungen ist, lässt er die TSV-Sportler heuer dort noch Tennis spielen. Der Vertrag endet im Herbst. Dann hat der TSV statt neun nur noch die vier eigenen Plätze. An diesen Flächen war Ullmann auch interssiert. Der TSV hat aber ein entsprechendes Kaufangebot abgelehnt.

„Mit unseren vier Plätzen ist aber kein Spielbetrieb möglich, dafür benötigten wir mindestens sechs Plätze“, erklärt TSV-Chef Heinrich Frey. Seine letzte Hoffnung ist das Bauleitverfahren im Zusammenhang mit den Ullmann-Anträgen. Denn es geht beim TSV nicht nur um die fehlenden Spielfelder. Auch die Zufahrt zum vereinseigenen Clubhaus und zahlreiche Kfz-Stellplätze gehören zu der von Ullmann erworbenen Fläche. „Es sind viele Fragen zu klären, man darf auch den Lärmschutz nicht vergessen“, sinniert Frey, „noch ist alles offen.“ Und den Tennisfreunden bleibt nichts anderes, als zu hoffen.

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