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Platz für Sonnenanbeter und Nachtschwärmer: Das Undosa (hier ein Foto vom Februar 2015) ist eine Top-Adresse – und Gegenstand mehrere Gerichtsverfahren. Dabei geht es um Geld, Unwahrheiten und zerstörtes Vertrauen. 

Nach dem Gerichtsurteil

Undosa: Zukunft erst im Januar klar?

Starnberg - Wie geht es weiter nach dem Undosa-Urteil? Die Betreiber von H’ugo’s Beach Club sind zuversichtlich, auch nächstes Jahr am Start zu sein.

Eine herausragende Lage am See, die einzige wirklich nennenswerte Adresse für Nachtschwärmer in Starnberg – und seit Jahren Herzstück eines erbitterten Streits: Seit dem am späten Freitagnachmittag bekannt gewordenen Urteil beschäftigt das Undosa wieder viele Gemüter.

Wie berichtet, hat das Landgericht München II die Betreiber des Undosa Seerestaurant und des H’ugo’s Beach Club – die Münchner Partygrößen Mathias Scheffel und Ugo Crocamo – dazu verpflichtet, den bislang von ihnen betriebenen Teil des Undosa an den Betreiber der Schirmbar (Orange Beach), Oliver Bledt, herauszugeben. Im Gegenzug muss Bledt eine Pachtkaution von über 140 000 Euro zurückzahlen.

Das Aus also für H’ugo’s Beach Club? Mitnichten, wie Scheffel im Gespräch mit dem Starnberger Merkur erklärt. Denn über die Zukunft des ehemaligen Wellenbads wird am 12. Januar erneut vor dem Landgericht München II verhandelt. Dann geht es um eine Räumungsklage der Familie Hirt gegen Bledt – und vermutlich fällt erst dann die Entscheidung über die Zukunft des Undosa.

Hirt? Bledt? Crocamo? Scheffel? Das Dickicht ist nicht leicht zu durchschauen. Im Schnelldurchgang: Die Familie Hirt hat das gesamte Gelände vor Jahren von der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung in Erbpacht erhalten. 2008 setzten die Hirts die von Bledt geführte Undosa Erlebnisgastronomie am See GmbH als Pächter ein. Bledt wiederum holte sich Scheffel und Crocamo sechs Jahre später als Unterpächter mit ins Boot.

Genau diesen letztgenannten Vertrag hat das Landgericht jetzt aber für unwirksam erklärt. „Das Gericht war davon überzeugt, dass die für die Wirksamkeit erforderliche Genehmigung der Familie Hirt fehlte“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Die Familie hätte das Unterpachtverhältnis aber genehmigen müssen. Die logische Folge laut Urteil: Scheffel und Crocamo müssen ihren Teil des Undosa räumen – haben im Gegenzug aber natürlich Anrecht auf den geleisteten Abstand, die Kaution und gezahlten Pachten von Bledt.

Losgelöst von Bledt haben Crocamo und Scheffel im April 2015 einen Pachtvertrag direkt mit den Hirts geschlossen. Sie wollen nämlich ihren Beach Club und die Erlebnisgastronomie im Undosa weiterbetreiben. Die Familie Hirt wiederum fühlt sich von Bledt getäuscht und will ihn loswerden – deswegen die Räumungsklage, über die im neuen Jahr entschieden werden soll.

„Wenn am 12. Januar Bledt gewinnt, müssen wir gehen. Wenn Hirt gewinnt, muss Bledt gehen“, fasst Scheffel die Ausgangssituation zusammen. Im letztgenannten Fall wäre für ihn und Crocamo der Weg frei, das Undosa komplett zu übernehmen. „Es braucht eine Gesamtlösung, einen geregelten Betrieb“, sagt der Großgastronom, der in München unter anderem den Szene-Club Pacha am Maximiliansplatz betreibt. Wie die Räumungsklage ausgeht? Es scheint völlig offen. Scheffel ist zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass wir auch nächstes Jahr hier sind“, sagt er. Oliver Bledt war über das lange Wochenende nicht zu erreichen.

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