So könnte die umgebaute Wittelsbacherstraße aussehen, wenn sich die Planer durchsetzen.

Bürgerversammlung

Verkehr in Starnberg: Lange Wunschliste

Starnberg - Der Bürger hatte das Wort, und er bekam es: Bei der Bürgerversammlung zur Verkehrsentwicklung in der Innenstadt sparten die Betroffenen nicht mit Kritik – allerdings sind viele für Neuerungen offen.

Wie sehr der Verkehr in der Innenstadt die Menschen bewegt, war bei der Bürgerversammlung mit rund 250 Teilnehmern am Donnerstagabend unüberhörbar. Die Bedürfnisse sind jedoch unterschiedlich.

Marianne Floritz beispielsweise bat die Planer, Rücksicht zu nehmen auf die vorwiegend älteren Besucher der Kirche St. Maria. Sie benötigten eine Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto. Eine Dame hat festgestellt, dass die Wittelsbacherstraße seit Einführung des neuen Bussystems Ende vorigen Jahres durch Busverkehr sehr stark belastet ist. Sie fände es deshalb gut, wenn die Straße durch eine Einbahnregelung entlastet würde. Lob für das Mehr an Bussen spendete ein anderer Besucher, der sich auch über die Einführung des Sammeltaxis freuen würde. Das reduziere ebenfalls den Individualverkehr, sagte er.

"Ein Hauch von Fußgängerzone"

Hannelore Hartmann, ehemals CSU-Stadträtin, lobte das Rathaus für bisher schon verbreiterte Geh- und Radwege und richtete einen Appell an die Verantwortlichen: „Gehen Sie den Weg weiter. Die Einbahnregelung in der Wittelsbacherstraße gäbe uns wenigstens einen Hauch von einer Fußgängerzone.“ Konkret wurde Andreas Achternbusch: „Die Wittelsbacherstraße muss Richtung Süden offen sein, damit die Innenstadt möglichst gut zugänglich ist.“ Auch Hubert Dietrich sieht diese Straße als „Tor zur Innenstadt“, würde aber lieber auf die Einbahnregelung verzichten. Zweifel äußerte eine andere Besucherin: „Eine Straße rauf, die andere runter, das hebt sicher die Innenstadt. Aber ich glaube, dass die B 2 das nicht mitmacht.“ Der Vorschlag von Heinz Oberrauch: „Wenn man an der Peripherie von Starnberg Parkplätze schaffen würde, wären nicht so viele Autos in der Innenstadt.“

Schöner Parken am Bahnhof See

Weitere Wünsche der Bürger: Mehr und schönere Parkplätze am Bahnhof See oder zumindest in dessen Nähe, subventionierte Tiefgaragengebühren, mehr Radarkontrollen auf den Straßen und eine Prüfung vom bisher nicht vorhandenen Anwohnerparken. Einige plädierten für einen Zebrastreifen über die Kaiser-Wilhelm-Straße oder dafür, die Unterführung zwischen Josef-Jägerhuber- und Perchastraße für den Autoverkehr zu öffnen. Auch sollte der Bahnhof See als Umstiegspunkt auf den Regionalzug mehr in das Innenstadtkonzept integriert werden.

Die Unterschriftensammlung am Eingang für jene, die keinen Platz mehr gefunden hatten (wir berichteten), war eine spontane Idee mehrerer Stadträte. Martina Neubauer (Grüne) erklärte am Freitag auf Anfrage, rund 40 hätten unterschrieben. Man werde die Liste im Stadtrat übergeben – verbunden mit der Forderung nach einer zweiten Versammlung zum Verkehrskonzept.

Von Barbara Irlbauer

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