Einheimischenmodell

Der Weg zum Eigenheim

Starnberg – Das Einheimischenmodell am Wiesengrund in Starnberg nimmt Fahrt auf. Die Verwaltung hat jetzt erstmals Einzelheiten vorgelegt.

Einen solchen Andrang hat es bei einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Starnberg selten gegeben. Gut und gerne hundert Interessierte waren am Montag gekommen. Ihr Thema: das Einheimischenmodell am Wiesengrund, am südwestlichen Stadtrand Richtung Pöcking gelegen. Die wichtigsten Fragen zum Projekt und der Vergabe:

Was genau ist am Wiesengrund geplant? 

Wie berichtet, sollen auf dem 3,5 Hektar großen Areal etwa 120 Wohneinheiten entstehen – 56 davon als Reihenhäuser beziehungsweise Doppelhaushälften, 45 im geförderten Geschosswohnungsbau, also quasi Sozialwohnungen, und 20 im konzeptionellen Wohnungsbau, bei dem nicht der meistbietende, sondern der Anbieter mit dem überzeugendsten Konzept zum Zug kommt.

Wie viele Interessenten gibt es? 

Im Januar hatte es 132 Bewerbungen gegeben, sagte Bürgermeisterin Eva John. Von ihnen interessierten sich 62 für eine Eigentumswohnung, 66 für ein Reihenhaus, 112 für eine Doppelhaushälfte sowie 59 für ein Haus mit zwei Wohneinheiten (Mehrfachnennungen waren seinerzeit möglich).

Wie werden die Grundstücke vergeben? 

Die entsprechende Richtlinie muss die Verwaltung nun ausarbeiten. Berücksichtigt werden der Familienstand, wobei Kinder eine Rolle spielen, das ehrenamtliche Engagement und das Einkommen der Interessenten. Letzteres könnte auch ein Zugangskriterium darstellen. Denkbar ist, dass ab einem Jahreseinkommen von 114 000 Euro (Einzelpersonen: 57 000 Euro) keine Chance mehr auf eine Parzelle besteht. Wie viel die Grundstücke kosten werden, steht noch nicht fest.

Wer gilt als Einheimischer? 

Bürger, die in Starnberg leben oder hier ihrem Beruf nachgehen – denkbar ist, dass jeweils eine einjährige Frist Voraussetzung ist. Allerdings sollen auch Menschen zum Zug kommen, die in Starnberg aufgewachsen sind, derzeit – womöglich aus finanziellen Gründen – aber nicht in der Stadt leben.

Gibt es einen Unterschied bei den einzelnen Teilprojekten? Während die Häuser von privaten Bauherren hochgezogen werden, könnte beim Wohnungsbau zum Beispiel auch die Wohnungsgenossenschaft Starnberger See zum Zug kommen.

Was sagt die Politik? 

Die steht geschlossen hinter dem Projekt und beauftragte die Verwaltung einstimmig, unter anderem die Vergaberichtlinie auszuarbeiten und Vorbereitungen für einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb zu treffen.

Tim Weidner (SPD) sprach sich für ein „Starnberger Modell“ aus, das unter anderem die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen auf Jahrzehnte verhindern soll. Patrick Janik (UWG) möchte, dass auch im Wohnungsbau Einheimische die Chance zum Kauf haben. Martina Neubauer (Grüne) regte an, die Energiegenossenschaft zur Beratung mit ins Boot zu holen und alternative Mobilitäts-Modelle zu prüfen. Am Montag (18.30 Uhr, Schlossberghalle) ist der Wiesengrund Thema im Stadtrat.

Rubriklistenbild: © dpa

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