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An dieser Stelle in Starnberg sollen die neuen Wohnungen entstehen.

Wohnungsgenossenschaft

Kabel und Schwalben bremsen Neubau

Starnberg - Die Wohnungsgenossenschaft Starnberger See steht gut da und plant neue Projekte. Eines jedoch ist etwas ins Stocken geraten.

Für Normalverdiener ist es schwierig, im Landkreis Starnberg bezahlbaren Wohnraum zu finden – heute mehr denn je. Die Wohnungsgenossenschaft Starnberger See eG stemmt sich dagegen, kämpft aber bei ihrem größten Neubauprojekt mit ungewöhnlichen Hürden.

Aufsichtsratsvorsitzender Gerd Weger zeichnete bei der Mitgliederversammlung ein düsteres Bild der Gegenwart: „Der Bedarf im Münchner Raum liegt in den kommenden Jahren bei 250 000 Wohneinheiten. Daher wächst der Druck auf den Landkreis auch, neues Bauland auszuweisen.“

Seit 1921 sorgt die Genossenschaft dafür, dass ihre Mitglieder gut und günstig wohnen können. Der Durchschnittsmietpreis ihrer 563 genossenschaftlichen Wohnungen liegt heute bei 5,38 Euro je Quadratmeter. „Wir verstehen uns als Partner der Stadt Starnberg in allen Fragen des sozialen Wohnungsbaus“, sagte Weger. Seit 1997 hat die Genossenschaft per Vertrag das erste Zugriffsrecht auf Grundstücke der Stadt. Im Gegenzug darf die Stadt auf Wohnungen zurückgreifen, wenn Härtefälle vorliegen. Das ist auch nötig, denn die Stadt ist nicht Mitglied im Verband Wohnen.

"Wir stehen solide da"

Die Zahlen, die Vorstandsvorsitzender August Mehr in seinem Bericht vorstellte, waren durchwegs sehr erfreulich: „Wir sind mit einer Bilanzsumme von 35 Millionen Euro keine kleine Genossenschaft mehr. Wir stehen solide da, es droht keine Gefahr.“ Derzeit sei die politische Lage durch die Zinsen so günstig, dass viel gebaut und modernisiert werde: „2015 haben wir sechs Wohnungen an der Tutzinger Kirschnerstraße und zwölf Wohnungen an der Uhdestraße in Starnberg modernisiert, 2016 stehen noch die zehn Wohnungen an der Königsberger Straße 1 an. Und in den kommenden Jahren wird in der Söckinger Angerweide modernisiert.“

Der geplante Neubau an der Himbselstraße verzögert sich hingegen: „Erst gab es Probleme mit einem Kabel, das die Nachbarhäuser mitversorgt, so dass wir den Altbestand nicht abreißen konnten“, so Mehr. Jetzt seien es brütende Schwalben, auf die man Rücksicht nehmen müsse. 40 seniorengerechte Wohneinheiten sind dort vorgesehen, direkt am Bahnhof Nord für ältere Menschen sehr günstig gelegen.

Alljährlich ein wichtiger Punkt ist die Gewinnverwendung – 158 000 Euro waren es voriges Jahr. Der Vorschlag des Vorstands, die jährlich ausbezahlte vierprozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben auf zwei Prozent zu reduzieren, wurde von den 95 anwesenden Mitgliedern mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen angenommen. Dafür bedankte sich Gerd Weger: „Somit zahlen wir 77 000 Euro aus und können den Rest der Summe den Ergebnisrücklagen zuführen für unsere aktuellen Bauvorhaben.“

Personalien gab es bei der Versammlung auch: Ludwig Jägerhuber und Hans Steinherr wurden in einer Wahl als Aufsichtsräte in ihrem Amt bestätigt. 

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