Aufnahmen wie von diesem Flächenbrand könnten in Zukunft von Oberpfaffenhofen aus gemacht werden. Foto: Hermann

Luftrettungsstaffel

Startbahn frei 

Oberpfaffenhofen - Nach der Schließung ihres Standorts in Früstenfeldbruck, würde die Luftrettungsstaffel Bayern ihren Standort gern nach Oberpfaffenhofen verlegen.. 

Sie gehen in die Luft, noch bevor erste Rauchwolken aufsteigen, machen bei anhaltenden Regenschauern Überflutungen aus oder suchen vom Flieger aus nach Vermissten: Die Rede ist von der Luftrettungsstaffel Bayern, deren Piloten bis vor einem knappen Jahr von der Bahn des Fliegerhorsts in Fürstenfeldbruck aus abhoben. Nachdem der frühere Start- und Landeplatz aufgelöst wurde, wollen die Ehrenamtlichen ab März 2017 ihren Stützpunkt, einen von bayernweit 32, auf den Werksflughafen Oberpfaffenhofen verlegen.

Dass Flugverkehr in der Gemeinde Weßling ein sensibles Thema ist, zeigte alleine die kurze Nachfrage in der jüngsten Gemeinderatsitzung nach der Einsatzhäufigkeit des lärmintensiven Hubschraubers. Vornehmlich nutze man Flächen-Flugzeuge – und das im Schnitt 20 bis 30 mal im Jahr, berichtigte der Präsident des Deutschen Flugbeobachtungsdienstes, Karl Herrmann auf Rückfrage. Wie oft genau hänge auch von der Wetterlage ab.

In dem brennend heißen Sommer 2015 musste die Rettungsstaffel überdurchschnittlich oft aufsteigen, 2016 so selten wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Einsatzflieger und Piloten würden nach der Umstationierung vom Verein „Flugsportgruppe im DLR Oberpfaffenhofen“ bereitgestellt. Das bedeutet, dass in Oberpfaffenhofen keine zusätzlichen Flugzeuge und externe Piloten stationiert werden, sondern die bestehenden zwölf Flieger mit der Zusatzantenne ausgerüstet und eingesetzt werden. Die eingesetzten Piloten kommen ebenfalls aus dem Verein, müssen gewisse Grundqualifikationen wie etwa bestimmte Flugstunden mitbringen und erhalten eine auf die Aufgabe angepasste Zusatz-Ausbildung, damit sie bei Bedarf die Beobachtungsflüge steuern können. Bei den vom Freistaat angeordneten Einsätzen begleiten die Piloten ausgebildete Luftbeobachter des Katastrophenschutzes, der Forstverwaltung oder der Kreisverwaltungsbehörden.

Als fester Bestandteil der Katastrophenschutzplanung starten die Freiwilligen sozusagen auf Zuruf der entsprechenden Dienststelle und müssen innerhalb von 20 Minuten vor Ort sein. Denn aus der Vogelperspektive ist so manches besser zu sehen. Potenzielle Lawinen in den Bergen oder leicht entzündbares Gras nach der Schneeschmelze – und das geübte Auge hat laut Herrmann sogar schon manch verstecktes Bodendenkmal ausgemacht. „Wir werden vorwiegend von der Katastrophenschutzbehörde der Landratsämter im Falle von großflächigen Katastrophen gerufen“, erklärt Herrmann. Die Piloten benutzen beim Flug fest vorgeschriebene Routen. Welchen Radius sie von Oberpfaffenhofen aus abfliegen sollen, ist noch offen. Die Flugsportgruppe jedenfalls hat laut Hermann ihre Einwilligung gegeben.

Im November steht ein Gemeinderatsbeschluss an. Bürgermeister Michael Muther steht dem neuen Stützpunkt positiv gegenüber.

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