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Blickten stolz auf 95 Jahre zurück: Pfarrer Peter Brummer, Dr. Marianne Koch, Schwester Josefa Knab, Schwester Gertrud Banz, Dr. Rainer Wiesmeier, Schwester Maria Birgit und Armin Heil (v.l.).

Stolzer Verein so wichtig wie nie

Tutzing - Eine stattliche Organisation ist aus der Ambulanten Krankenpflege in Tutzing geworden – mit Aktivitäten weit über den Ort hinaus. Beim Festakt zum 95-Jährigen klang viel Stolz durch.

Jung bleiben, auch wenn man älter wird: Fast paradox klang der Titel eines Vortrags, den die in Tutzing lebende Ärztin und Ex-Schauspielerin Dr. Marianne Koch für ihren Vortrag gewählt hatte. Aber für den Anlass schien er genau passend: 95 Jahre alt ist die Ambulante Krankenpflege in Tutzing, aber mit ihren mittlerweile weit über die Seegemeinde hinaus ausgedehnten Aktivitäten wirkt der Verein jugendlich und frisch.

„Mir ist diese Einrichtung in 16 Jahren ans Herz gewachsen“, sagte der katholische Pfarrer Peter Brummer, ihr Vorsitzender, am Samstagabend beim Festakt im Roncalli-Haus, der sich an einen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Joseph anschloss. Tutzings Vizebürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg zeigte sich stolz auf diese Organisation: „Aus sehr kleinen Anfängen ist ein großer, stattlicher Verein geworden, um den uns viele Gemeinden in Bayern sehr beneiden.“

Das Angebot reicht inzwischen weit von der ambulanten häuslichen Pflege über betreute Wohnanlagen bis zu betreutem Wohnen zu Hause, von der Tagespflege in Tutzing und Starnberg über ambulant betreute Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte Menschen bis zur Palliativpflege. Ein Aushängeschild für Tutzing und ein kräftiges Zeichen gelebter Solidarität, sagte die Vizebürgermeisterin: „Das geht deutlich über das hinaus, was die Krankenkassen leisten.“ Die Gemeinde unterstütze die Organisation so gut es gehe, versicherte sie unter beispielhaftem Hinweis auf den Neubau einer Pflegestation in der Traubinger Straße.

Als die Vizebürgermeisterin den Geschäftsführer Armin Heil als „das Herz der Ambulanten Krankenpflege“ bezeichnete, erhielt sie viel Beifall. Die evangelische Pfarrerin Ulrike Wilhelm zeigte sich sehr angetan von einer „unkomplizierten“ ökumenischen Zusammenarbeit in Tutzing. Pfarrer Brummer erinnerte an die Gründer und langjährige Begleiter wie den früheren Pfarrer Joseph Boeckeler, den ehemaligen Chefarzt des Tutzinger Krankenhauses, Robert Genewein, dessen Frau an der Feier teilnahm, und den langjährigen Gemeinderat Karl Feldhütter. Viel Dank und Anerkennung gab es für die zahlreichen Mitarbeiter, von denen zwei – Schwester Gabi Scheinpflug und Schwester Waltraud Auermann – bereits seit 30 Jahren dabei sind, für die Vorstandsmitglieder sowie für Unterstützer wie den Förderkreis Seestern in Starnberg oder den Tutzinger Freundeskreis „Wir in einem Boot“.

Gespannt lauschten die rund 200 Gäste dann den Ausführungen von Marianne Koch. „Ich denke, wir wollen nicht unsterblich sein“, sagte sie. Aber Fantasie und Lebenslust bis ins hohe Alter, kraftvoll und lebendig bleiben. nz

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