Drei Trophäen in Tutzinger Hand: Luis Tarabochia, Phil Blinn, Sebastian Bühler, Tobias Bolduan, Marieke Weber, Jonas Vogt, Laura Fischer, Maximilian Weiss, Patrick Follmann und Julian Stückl (v.l.) präsentieren die Replik für die Meisterschaft aus dem Vorjahr (Bühler), die Schale für die Champions League (Fischer) und die Schale für die diesjährige Deutsche Meisterschaft (Stückl). foto: dtyc

Segel-Bundesliga

DTYC Tutzing feiert fast zu früh

Tutzing - Der Deutsche Touring Yacht-Club hat es beim Bundesliga-Finale unnötig spannend gemacht. Aber am Ende holten die Tutzinger die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge.

Die Nacht wollte gar nicht mehr enden. Der Morgen graute schon, als die letzten Segler des Deutschen Touring Yacht-Clubs endlich ihren Stammplatz an der Bar des Norddeutschen Regatta Vereins räumten. Die zweite Deutsche Meisterschaft in Serie wollte standesgemäß begossen sein, schließlich fühlte sie sich am Ende einer langen Saison an wie ein Geschenk des Himmels.

Eigentlich war alles gerichtet für die große Sause. Die Meisterschafts-T-Shirts waren schon gedruckt, die silberne Schale für den Gewinn der Champions League bereits nach Hamburg verfrachtet, als das passierte, was eigentlich niemand erwartet hatte. Die unwiderstehlichen Tutzinger, die einen Sommer lang die 1. Bundesliga souverän beherrscht hatten, zeigten auf einmal Nerven. „Ich glaube, wir haben dann doch etwas zu früh gefeiert“, bekannte Julian Stückl, „wir waren uns schon zu sicher.“

Der Steuermann hatte sein Boot noch umsichtig durch die beiden ersten Rennen navigiert. Als die Konkurrenz dann aber allen Respekt vor dem designierten Meister ablegte, versank das Selbstbewusstsein der Oberbayern auf einmal in den Tiefen der Außenalster. Nach dem Spieltag in Kiel, den sie noch mit einer spielerischen Lässigkeit für sich entschieden hatten, hatten sich die Titelverteidiger noch dafür gerühmt keine „Elefanten oder Mehlsäcke“ im Boot zu haben. In Hamburg mutierten sie auf einmal zu Bleitonnen. Stückl sprach von einer „rosaroten Brille“, die seiner Crew auf einmal von der Nase gerissen wurde.

Als der DTYC irgendwann im Tagesklassement auf den 16. Platz durchgereicht wurde, brach blankes Entsetzen aus. Im Beisein zahlreicher Club- und Teammitglieder schien das erfolgsverwöhnte Team um Stückl, Patrick Follmann, Luis Tarabochia und Jonas Vogt krachend zu scheitern. Die zwölf Punkte Vorsprung, die der Titelverteidiger vor dem Saisonfinale auf den Verein Seglerhaus am Wannsee aufwies, waren verspielt. Die Tutzinger waren auf einmal nur noch Vize. „Die letzten Tage waren nicht schön für uns“, gestand Stückl schmallippig ein.

Die Blamage hätte wohl ihren Lauf genommen, wenn Michael Tarabochia nicht nach dem zweiten Regattatag in Hamburg eingetroffen wäre. Der Teammanager fand eine völlig verunsicherte Crew vor, die sich sogar weigerte, den aufgeregten Reportern Interviews zu geben. „Der Kopf war total durch“, sprach Tarabochia von einem beklagenswerten Zustand seiner Mannschaft, die er nicht mehr wiedererkannte. Aus den Siegertypen waren auf einmal Verlierer geworden. Der Manager wusste, dass es nichts half, allen auf die Schulter zu klopfen und beschwörend ein aufmunterndes „Kopf hoch“ zu flüstern. „Wir haben dann die Resettaste gedrückt“, verriet er das Erfolgsgeheimnis. Alle Abläufe auf dem Boot wurden noch einmal verinnerlicht. „Wie bei einem Rennfahrer, der sein Auto checkt“, erklärte Tarabochia.

Die Konzentration auf das Wesentliche verhalf dem Favoriten aus Oberbayern zu zwei zweiten Plätzen, die die Situation vor dem letzten Rennen zumindest entspannten. Allerdings traf der Touring dann im direkten Duell auf den VSaW. Tarabochia sah sein Team während des dramatischen Rennens „fünfmal als Vize und fünfmal als Meister“. Als die Crew dann als Vierte die Ziellinie passierte, war das Debakel abgewendet. Der Deutsche Touring Yacht-Club hatte seinen Titel verteidigt. „Die Erleichterung war megagroß“, räumte Tarabochia ein.

Zum Schluss hatte sich die beste Mannschaft der Saison dann doch wie von allen erwartet durchgesetzt. Christian Heinrich

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