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Im Bauerngirgl war Anfang des Jahres Schluss für die Münchner Spaten-Brauerei.

Drei Tutzinger Traditionsgaststätten

Langes Warten auf die Neueröffnung

Tutzing – Drei Tutzinger Traditionsgaststätten stehen nach wie vor leer: Andechser Hof, Sportler-stüberl, Bauerngirgl. Für alle drei gibt es Pläne. Doch es wird noch eine Weile dauern.

Sportlerstüberl: Ein Bier für Sportler gab es am Abend nicht. Die Gemeinde will, dass die seit fast zwei Jahren geschlossene Gaststätte wieder öffnet, versichert Rathaus-Geschäftsleiter Marcus Grätz.

Abends im Würmseestadion, nach dem Training. Die Fußballer hätten sich noch gern wie früher im Sportlerstüberl direkt neben dem Platz zusammengesetzt. Aber die einst viel besuchte Gaststätte ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Sie wird schmerzlich vermisst. „Alle waren drin“, erzählt Roland Schmelzer, der Jugendwart der Fußballabteilung.

Kein Einzelfall. Gleich drei früher viel besuchte Tutzinger Gasthäuser stehen leer: Andechser Hof, Bauerngirgl und Sportlerstüberl. In allen drei Fällen gibt es Signale für Wiedereröffnungen, doch so richtig erkennbar geht noch nichts voran. Beim Sportlerstüberl ist die Gemeinde, der Eigentümer, zwar „in den Startlöchern“, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Marcus Grätz. Doch mit einer Neuverpachtung will es bisher nicht so recht klappen. Mit zwei Ausschreibungen wurden bereits Betreiber gesucht, aber die Ausbeute war mager. Vielleicht wird die Pacht gegen Jahresende zum dritten Mal ausgeschrieben.

Glaab: „Die Fischerhochzeit 2017 haben wir natürlich im Blick“

Im Bauerngirgl war Anfang des Jahres Schluss für die Münchner Spaten-Brauerei.

Für den Andechser Hof sind nach vierjährigem Leerstand vor etwa einem halben Jahr Verkaufspläne des Eigentümers Kloster Andechs bekannt geworden. Von einem Investor war im Gemeinderat die Rede, der Saal und Biergarten erhalten, den hinteren Gebäudeteil abbrechen und in diesem Bereich Reihenhäuser errichten will. Um wen es sich dabei handelt, war bisher nicht zu erfahren. Es dürfte sich auch um einen beträchtlichen finanziellen Aufwand handeln. Allein die erforderlichen Sanierungskosten sind auf etwa sechs Millionen Euro geschätzt worden. „Dieses Jahr ist ein Jahr der Planung“, sagt Klostersprecher Martin Glaab, „und nächstes Jahr wollen wir in die Umsetzung gehen.“ Offenbar sogar mit einem Gefühl für die Ortshistorie. „Die Fischerhochzeit 2017 haben wir natürlich im Blick“, sagt Glaab.

Bekannt sind die neuen Betreiber dagegen beim Bauerngirgl. Wie berichtet haben die Brüder Martin und Max Hippius, die auch das Tutzinger Südbad betreiben, das Gebäude gepachtet. Zunächst hatten sie Wohnungen für ihre Mitarbeiter gesucht, im nächsten Jahr wollen sie dort ein Lokal eröffnen. Die Eigentümerfamilie Bauer, die den Gasthof von 1901 bis 1989 betrieben hatte, freut sich sichtlich über diese Pläne.

„Nach dem Spiel geht man nicht noch woanders hin“

Auch wenn andere Tutzinger Gaststätten sichtlich von den Leerständen profitieren, scheinen es viele Stammgäste kaum erwarten zu können, bis „ihre“ Wirtshäuser wieder öffnen. In allen drei Fällen werden sie noch eine Weile vor verschlossenen Türen stehen, so wie die Fußballer beim Sportlerstüberl. Andere Lokale suchen die Sportler des TSV Tutzing nach ihren körperlichen Aktivitäten offenbar nicht so gern auf. „Nach dem Spiel geht man nicht noch woanders hin“, sagt Fußball-Jugendwart Schmelzer. Eine Alternative bietet nach seinen Worten eher ein kleiner Nebenraum des Sportlerstüberls: „Da bringt dann manchmal jemand einen Kasten Bier mit, und man sitzt noch ein wenig beieinander.“

Von Lorenz Goslich

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