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Traubing von oben: Das Fachbüro zeigt die energetischen Defizite des Orts auf.

Energiekonzept für Traubing

Weg mit den alten Wärmepumpen

Tutzing - Ein Augsburger Fachbüro hat ein Energiekonzept für Traubing vorgestellt. Die anwesenden Bürger waren angetan. Einheimische sollen das Projekt nun weiterentwickeln. 

Traubing ist rot. Zumindest wenn ein Fachbüro die energetischen Defizite nach allerneuesten Kriterien farblich darstellt: „Dabei schaut’s im Dorf gar nicht so schlecht aus“, relativierte Tutzings Geschäftsstellenleiter Marcus Grätz die Ergebnisse einer ersten Bestandsaufnahme. Damit die Gemeinde eines Tages Fördergelder des Frei-staats Bayern zur energetischen Sanierung beantragen kann, macht sie nämlich bereits jetzt „ihre Hausaufgaben“: Für den Ortsteil Traubing wurde vom Augsburger Ingenieurbüro „Steinbacher Consult“ ein Energiekonzept erarbeitet, an dessen weiterer Ausformung ab sofort auch ein „Energie-Team“ mitwirken soll, bestehend aus fünf Einheimischen und einem Vertreter der Gemeinde Tutzing. 

15 Prozent der Befragten antworteten auf Fragebogen

Martina Hackl von „Steinebacher Consult“ konnte zur Vorstellung des Grobkonzepts am Mittwochabend im „Buttlerhof“ immerhin 52 interessierte Bürger begrüßen, die recht angetan waren: „Das sind mehr als bei einer ähnlichen Auftaktveranstaltung vor knapp drei Jahren an gleicher Stelle“, sagte Grätz hinterher. Auch damals war das Echo der Dorfbevölkerung zur Energie-Thematik erst zurückhaltend gewesen, hatte dann aber – auch im Zuge der Dorferneuerung durch das Amt für Landwirtschaftliche Entwicklung (ALE) – deutlich zugenommen. Diesmal hatte Tutzing einen Fragebogen verschickt, der einen Rücklauf von 58 „Ausgefüllten“ (15 Prozent) erzielte – die Augsburger Fachingenieure mit Zweigstelle in Herrsching konnten damit dennoch etwas anfangen: So ergab die Bestandsaufnahme für Traubing einerseits „ein sehr gut ausgebautes Gasnetz“, zum andern fehlt ein Nahwärmenetz und Biogasanlagen sind derzeit auch keine in Betrieb. 

60-seitiges Energiekonzept: „Masterplan für strukturiertes Vorgehen“

Traubing kann bereits 36 installierte Fotovoltaik-Anlagen und eine Freiflächenanlage mit einer Solarzellenleistung von 1454 Kilowattpeak aufweisen – damit werden bereits 50 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Dorf abgedeckt; Traubing liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl über dem bayerischen und dem bundesweiten Durchschnitt. 39 Solarthermieanlagen mit einer Gesamtleistung von zirka 149 Megawatt-Stunden gibt es ebenfalls. So gut wie keine Daten konnten zur Erdwärme erhoben werden. Das 60-seitige Traubinger Energiekonzept sieht vor, einen „Masterplan für strukturiertes Vorgehen“ zu entwickeln, die „optimale Nutzung der vorhandenen Potenziale“ umzusetzen und dabei möglichst Gemeinde, Bürger und Akteure einzubinden – ein konkretes Beispiel auf Hausbesitzer-Ebene wäre etwa der kostengünstigere gemeinsame Austausch veralteter Wärmepumpanlagen. 

Mit der angestrebten Akzeptanz bei der Bevölkerung und deren gesicherter Mitwirkung im Rücken könnte noch im Dezember ein entsprechender Förderantrag beim Ministerium gestellt werden. Mit einer Mittelbewilligung liefe allerdings auch die Frist zur Realisierung – es wird also noch weitere solcher Treffen geben: Traubings Beitrag zur Energiewende 2035 des Landkreises. 

Von Thomas Lochte

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