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Mäuse auf dem Balkon und Wasser bei Regen: Rüdiger Bollig fühlt sich in seiner Wohnung in Tutzing nicht mehr wohl und will ausziehen. Gekündigt hat er schon.

Streit mit Verband Wohnen

Mäuse, Wasser und Schikane: Es reicht

Tutzing - Ein Rollstuhlfahrer ist die Auseinandersetzungen mit dem Verband Wohnen leid. Er möchte aus seiner Wohnung ausziehen.

Für Rüdiger Bollig hat sich alles gewandelt. Vor zwei Jahren war der Rollstuhlfahrer froh, in Tutzing eine behindertengerechte Wohnung gefunden zu haben. Nun möchte der 49-Jährige raus aus den Räumen: „Lieber schlafe ich im Park, bevor ich mich hier weiter unter Druck setzen lasse.“ Worte eines Mannes, der nach seinem Einzug freiwillig die gemeinschaftlichen Gartenmöbel der 33 Mietparteien lackiert hat.

Was ist passiert? Bollig spricht von Mäusen und Wasser auf dem Balkon, Schikane um Rauchmelder. „Angefangen hat alles im Mai, als ich meinen Tiefgaragenplatz gekündigt habe“, sagt Bollig. „Mein Golf war Schrott, ich brauchte den Parkplatz nicht mehr.“ Der Verband Wohnen verpflichtet Mieter mit Pkw, einen Stellplatz anzumieten und wollte daher den Kaufvertrag für den Pkw sehen. „Es geht die doch nichts an, was ich mit meinem Eigentum mache“, ärgert sich Bollig. Dass er den Golf seiner Freundin geschenkt hat, hat der Verband mit Verzögerung akzeptiert. Die Kündigungsfrist wurde aber um zwei Monate verschoben, was für Bollig heißt: zusätzliche 80 Euro Miete und Mahngebühren. „Von meiner Rente bleibt ohnehin nicht viel übrig“, klagt er, „es geht mir aber auch ums Prinzip.“

Mittlerweile sprechen beide Seiten von einem schwierigen Verhältnis. Da war ja noch das mit den Mäusen. Die krabbeln bis auf die Balkone der Mieter bis in den vierten Stock, sagt Bollig. Auch eine Holzvorrichtung habe ihm nicht geholfen, zeitweise hatte er Mäuse in der Wohnung.

Auf Nachfrage beim Verband Wohnen heißt es von Abteilungsleiterin Jacqueline Schürger: „Das sind Einzelfälle. Wenn auf dem Gelände Mäuse sind, kann sich mal eine verirren.“ Ansonsten „würden wir sofort Ungezieferbekämpfung machen“.

Chancenlos sieht sich Bollig auf seinem Balkon, wenn es regnet. „Von oben tropft es sowieso herunter. Wenn dann noch Regen dazu kommt, steht das Wasser bis zur Balkontüre.“ Sind die Prognosen des Wetterberichts schlecht, heißt es: Teppich hochlegen, Stühle in die Wohnung, Tisch zusammenklappen. Schürger weiß davon nichts: „Wenn es ein grundsätzliches Problem wäre, wäre es mir bekannt.“

Für totale Konfrontation sorgt noch ein anderes Thema: Rauchmelder. Der ehemalige Feuerwehrler hat sich zwei davon in seiner Wohnung anbringen lassen. Der Verband möchte sie nun austauschen lassen. „Abzocke“, findet Bollig. Schürger entgegnet: „Es gibt klare Urteile, wir müssen nachrüsten. Wir werden das Recht auch per einstweiliger Verfügung durchsetzen.“ Der Verband möchte auf Nummer sicher gehen. „Da kann ich nur lachen“, sagt Bollig. Drei Wohnungen weiter habe es mal gebrannt. „Es war nur der Backofen, das wäre nicht so schlimm gewesen. Ich wollte helfen, es gab aber nirgends einen Feuerlöscher.“ Der Wunsch nach Feuerlöschern im Haus sei dem Verband bekannt, sagt Schürger. „Aber Feuerlöscher motivieren die Mieter, zurück in die brennende Wohnung zu rennen.“ Man setze daher auf Rauchmelder.

Unterstützung aus dem Haus erfährt der 49-Jährige nicht: „Viele der Mitbewohner haben Probleme, sagen aber nichts. Ich habe versucht, ein paar Leute im Haus zusammenzubekommen, nur eine Mieterin wollte helfen.“ Bollig sieht sich im Einzelkampf mit dem Verband – und einer Sachbearbeiterin. Im Mai habe er eine Anwältin beauftragt, den Streit zu schlichten. „Meine Anwältin hat die Frau fünf Wochen lang nicht erreicht. Ich habe das Gefühl, dass sie mich loshaben wollen“, sagt er. Auf unsere Nachfrage sagt Sachbearbeiterin Sabine Barovic: „Was er da behauptet, ist überhaupt nicht wahr. Ich bin immer erreichbar.“

Bollig fühlt sich auf seinen 53 Quadratmetern nicht mehr wohl. Die Lösung scheint dem 49-Jährigen klar. Die Kündigung zum 1. Dezember habe er bereits abgeschickt. Der Verband möchte auf Bollig zugehen und ihm anbieten, die Mietrückstände für den Tiefgaragenplatz in „ganz geringen Raten“ abzuzahlen. Bollig sagt: „Ich bin eigentlich der Letzte, der Streit möchte. Ich wollte hier in Ruhe wohnen.“ Es besteht noch Hoffnung auf eine Einigung in dem Dauerstreit.

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