Für Wasserwacht und Bereitschaft

Flächen für BRK-Neubau geprüft

Tutzing – Ein Neubau für Wasserwacht und Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) soll in Tutzing vielleicht an der Ostseite der Tennisplätze entstehen. Aber noch gibt es Klärungsbedarf.

Mehrere Flächen sind geprüft worden. Für einen neuen Standort des Bayerischen Roten Kreuzes stehen nun offenbar zwei denkbare Areale in Tutzing zur Debatte: seeseitig der Tennisanlage, zum Yachtclub hin. Für BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang hat Tutzing „oberste Priorität“, weil Unterstellmöglichkeiten bei der Rotkreuz-Alm an der Traubinger Straße wegen des Neubaus zweier Kindergärten weggefallen sind. 

Tutzings Bürgermeister kann Kritik „nicht immer nachvollziehen“

Die Einsatzfahrzeuge mussten nach seinen Worten mehr als sechs Monate auf der Straße stehen, die Einsatzbereitschaft sei kaum aufrechtzuerhalten gewesen, die Wasserrettungsstation im Südbad sei dringend sanierungsbedürftig. Und das Landratsamt habe zur Unterbringung der Fahrzeuge eine Frist bis 30. September gesetzt. Geplant ist laut Lang eine „Kombi-Wache“ für Bereitschaft und Wasserwacht-Schnelleinsatzgruppe (SEG) Süd mit drei Fahrzeugsgespann-Spuren. 

Zuerst soll nun die Finanzierung geklärt werden. Aber auch eine Überschneidung mit Plänen des Tennisclubs für ein neues Vereinsheim ist nach Langs Angaben möglich. Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug und Rathausgeschäftsleiter Marcus Grätz loben auf Anfrage die „gute und wichtige Arbeit“ des BRK im Kreis und in Tutzing, können jedoch die „leise“ Kritik gegenüber der Gemeinde „nicht immer nachvollziehen“. Sie habe dem BRK über viele Jahre einen Teil der Rotkreuz-Alm mit Garagen zur Verfügung gestellt, auch den Kindergarten-Neubau werde das BRK als Träger zu 70 Prozent nutzen können. 

Gemeinde will Grundstück für Neubau zur Verfügung stellen

Die Gemeinde habe fast zwei Millionen Euro für den Bau des Kindergartens aufgewendet. Den habe eigentlich das BRK selbst bauen wollen, dies aber kurzfristig nicht stemmen können. Zwar seien Unterstellräume für Fahrzeuge weggefallen, nicht aber Schulungs- und Aufenthaltsräume. An der Traubinger Straße seien neue Anschlussleitungen gelegt worden, den Grund der Wasserwacht überlasse die Gemeinde dem BRK unentgeltlich, für seine Fahrzeuge und Material habe sie als Notlösung große Lagerzelte und einen Materialcontainer finanziert, am Kauf eines neuen Rettungsboots habe sie sich beteiligt. Ein Zelt ist neben der Wasserwacht aufgestellt worden. Über mangelnde Unterstützung durch die Gemeinde könne sich das BRK „wahrlich nicht beschweren“, folgert die Rathausspitze. Es profitiere nun halt in einer anderen Weise. 

Bei der Fahrzeugunterbringung sehen Krug und Grätz „nicht ausschließlich die Gemeinde Tutzing in der Pflicht, sondern auch den Landkreis Starnberg“. Es könne nicht sein, „dass immer die ärmste Gemeinde des Landkreises zur Kasse gebeten wird und nicht die Gemeinden, die sich neue Rat- und Bürgerhäuser leisten können“. Trotzdem habe die Gemeinde angeboten, eventuell ein Grundstück für einen BRK-Neubau zur Verfügung zu stellen. Für einen weiteren Neubau könne sie jedoch keine Mittel mehr bereitstellen.

Von Lorenz Goslich

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