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Unterstützung erhielt das Pöckinger Ensemble von den befreundeten Sängern aus Ottobrunn. 

Webber und Mozart: Ein geniales Gespann

Pöcking - Es war eine Sternstunde, die die Pöckinger Chorgemeinschaft St. Pius zusammen mit der ars musica aus Ottobrunn und dem Kammerorchester Stringendo der Gemeinde bescherte. Das Konzert mit den beiden Totenmessen von Mozart und Andrew Lloyd Webber wird noch lange in den Köpfen nachhallen.

Minutenlang umjubelten die Zuhörer im vollbesetzten Kirchenschiff die Musiker mit frenetischem Applaus, der nicht enden wollte. Schließlich ließ sich der musikalische Leiter Norbert Groh entgegen den Gepflogenheiten sogar zu einer Zugabe hinreißen, Requiem hin oder her. Dann erklang nochmals dieser wunderbare Sopran der Koreanerin Jaewon Yun mit der Arie Pie Jesu aus Webbers Chorwerk. Verheißung, Trost, Erfüllung pur.

Die beiden Chorwerke spannten einen schönen Bogen von der Klassik zur Gegenwart. Gemeinsam ist ihnen der Bezug auf den Text der Totenmesse Missa pro defunctis, bei Webber kommt er allerdings zerstückelt in Fragmenten daher. Mozarts Requiem, in Todesahnung komponiert und immer wieder zutiefst berührend, konnte von ihm selbst nicht vollendet werden. Das Lacrimosa gilt als der letzte Satz, der von dem 35-Jährigen vor seinem frühen Tod komponiert wurde. Dementsprechend brach Norbert Groh die Aufführung dieses Werks danach ab.

War das Mozart-Requiem schon bewundernswert, so ließ Andrew Lloyd Webbers Requiem, das musikalisch für einen Laienchor eine wahnwitzige Herausforderung bedeutet, die Zuhörer in Ehrfurcht erstarren. Keinerlei Überanstrengung oder Überforderung. Souverän gestalteten die Chormitglieder schwierigste Rhythmen- und Tempiwechsel und bewiesen in jedem Moment größte musikalische und technische Sicherheit. Selbst bei den schwierigsten Stellen. Das mit musikalischen Hürden gespickte Werk voller Disharmonien, Dissonanzen und Sprüngen ins Atonale gestalteten sie spannungsvoll, abwechslungsreich, präzise und dynamisch.

Das wilde Potpourri an musikalischen Mitteln und Zitaten ist musikalisch höchst anspruchsvoll und verlangt nicht nur stimmliche Flexibilität, sondern auch musikalisches Einfühlungsvermögen und Neugier. Entstanden 1984, passt Webbers Requiem heute mehr denn je in diese schrille Welt, die immer mehr einem Veitstanz gleicht. Furios ist der Mix an Klängen und Tönen mit seinen Fragmenten aus dem Orffschen Schulwerk, militärischen Pauken und Trompeten, klassische Geigen oder einem engelsgleichen Knabenchor, der gleichberechtigt neben dem Instrumentarium aus Pop und Klassik steht.

Webber nutzt die Vielfalt der Klangmöglichkeiten wie ein Zauberer und verwirbelt alles zu einem fantastischen Klangcocktail. Chor und Orchester nutzten das schwierige Werk als Chance, über sich selbst hinaus zu wachsen, und dafür gebührt ihnen höchste Bewunderung. Als Solisten bereicherten Profis das musikalische Erlebnis. Auf der Bühne standen die grandiose Koreanerin Jaewon Yun (glasklarer Sopran), die vielversprechende Luise Höcker (Alt), der sensible Tenor Bryan Lopez Gonzales und mit Nikolai Arday ein Raum füllender Bass. Die Gemeinde kann stolz sein auf diesen Chor und seinen engagierten Leiter Norbert Groh. Besser geht es nicht.

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