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Sucht neuen Pfarrer: Die Kirche am Wörthsee.

Wörthsee

Andreas Miesen verlässt Gemeinde: Wörthsee braucht neuen Pfarrer

Wörthsee – Andreas Miesen verlässt Wörthsee. Der Pfarrer der Gemeinde im westlichen Landkreis wird ins Bistum berufen und dort am 1. März 2017 seinen Dienst antreten. Er selbst freut sich auf seine neue Aufgabe, Bürgermeisterin Christel Muggenthal ist dagegen überrascht.

Der Wechsel der Wirkungsstätte ist immer ein großer Einschnitt – für einen Pfarrer sowieso. Andreas Miesen wird die Gemeinde Wörthsee zum 1. März 2017 verlassen. Der 47-jährige Pfarrer folgt dem Ruf des Bischofs und wird Beauftragter für den ständigen Diakonat im Bistum Augsburg. Miesen tritt die Nachfolge von Domkapitular Peter C. Manz an, der in den Ruhestand geht. Miesen übernimmt zudem anstelle von Pfarrer Konrad Maria Bestle die Leitung der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“.

Vor dem Abschied: Pfarrer Andreas Miesen

Bei Pfarrer Miesen selbst sorgt der Wechsel für ein lachendes und ein weinendes Auge: „Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und Herausforderungen und bin dankbar für das Vertrauen, das mir die Bistumsleitung entgegenbringt. Gleichzeitig wird mir ein Abschied aus Wörthsee auch nicht leicht fallen. Die in den vergangenen Jahren gewachsenen Beziehungen zu Menschen in unserer Pfarrei werden aber hoffentlich auch über die Pfarreigrenzen hinaus verbinden“, erklärte Miesen dem Starnberger Merkur gestern Abend.

Ab 1. September 2017 gibt es neue Pfarreiengemeinschaft Seefeld/Wörthsee

Der Geistliche erklärte seine Entscheidung, die er seiner Gemeinde bereits in den Sonntagsdiensten des vergangenen Wochenendes verkündet hatte, damit, dass sein Wechsel keine Beförderung sei, sondern er dazu berufen wurde. „Ich bin Pfarrer Miesen, der auch in der Priesterseelsorge unseres Bistums mitwirkt, sehr dankbar für seine Bereitschaft, nach Augsburg zu wechseln“, betont Generalvikar Harald Heinrich. „Er kann seine Erfahrungen als Pfarrer und auch als einer der Priesterseelsorger unseres Bistums gut in seine beiden neuen Aufgaben einbringen.“

Mit Miesens Weggang Ende Februar 2017 wird die Pfarrstelle in Wörthsee zunächst vakant. Pfarrer Roland Böckler von der Pfarreiengemeinschaft Seefeld/Hechendorf wird dann die Administratur in Wörthsee übernehmen. Unterstützen wird ihn ein weiterer Priester, der bis einschließlich August zur Aushilfe nach Wörthsee kommen soll. Ab 1. September 2017 wird dann die neue Pfarreiengemeinschaft Seefeld/Wörthsee errichtet werden.

Bürgermeisterin: "Gehe davon aus, dass Pfarrer Miesen das Gespräch mit mir suchen wird"

Miesen: „Das ist nichts Neues und in der Pfarrgemeinde bereits kommuniziert.“ Hintergrund sei die Raumplanung 2025, die eine Gemeinschaft der Gemeinden in Seefeld und Hechendorf ohnehin vorsieht. Daher sei der Schritt, der nun im März 2017 mit Miesens Wechsel ins Bistum vollzogen wird, nur eine Umsetzung dessen, was bereits bekannt ist.

Für Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal kam diese Nachricht gestern Nachmittag trotzdem überraschend: „Ich bin darüber von einem Gemeinderatskollegen informiert worden und gehe davon aus, dass Pfarrer Miesen das Gespräch mit mir suchen wird.“ Die Rathauschefin befürchtete mit diesem Personalwechsel eine Zusammenlegung der Pfarreien Seefeld, Weßling und Wörthsee. „Zumindest geht hier das Gerücht rum“, so Muggenthal.

Miesen sieht in neuer Pfarreiengemeinschaft Seefeld/Wörthsee eine Chance

In der Vergangenheit hatten Pfarrer Miesen und Gemeindeverwaltung des Öfteren miteinander zu tun. Wie mehrfach berichtet, hatte der Geistliche versucht, die klamme Kasse der Pfarrgemeinde durch den Verkauf von Grundstücken zu füllen. Das wiederum war zunächst an einigen Entscheidungen im Gemeinderat gescheitert. Muggenthal: „Ich gehe aber nicht davon aus, dass das der Grund für den Weggang des Pfarrers ist, zumal wir am Ende doch einen Kompromiss finden konnten.“

Miesen: „Ich bin sicher, dass die Errichtung der Pfarreiengemeinschaft Seefeld/Wörthsee eine Chance für die Pastoral in unserer Pfarrei beinhaltet und wünsche uns allen, dass wir zuversichtlich und mit Gottvertrauen in die Zukunft gehen.“

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