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Sorgten am Dienstagabend für Begeisterung im Pollinger Bibliotheksaal: die Streicher des „Armida Quartetts“ mit den Hornisten Premysl Vojta und Juliane Grepling. 

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Glücksgriffe zum Saisonfinale

Polling -  Das „Armida Quartett“ und das Horn-Duo ließen den Pollinger Bibliothelsaal jubeln. Ein würdiger Abschluss der Saison.

Das „Armida Quartett“ gehört inzwischen quasi zur Pollinger „Hörtnagel“-Familie. Dass es immer wieder ein Genuss ist, die vier jungen Exzellenzmusikerinnen und -musiker zu erleben, zeigte auch das Saisonfinale am Dienstag im Bibliotheksaal.

„Nimm meinen herzinnigsten Kuß (…) für die Freude, welche Du mir heute verschafftest“, schrieb die begeisterte Clara Schumann, nachdem sie die drei Quartette op. 21 von Ihrem Ehemann Robert erhalten hatte. Freude verschaffte „Armida“ mit dem zweiten Quartett in F-Dur auch dem Pollinger Publikum. Jeder der vier Streicher hat ein ganz eigenes Profil. Elegante Delikatesse ist Primarius Martin Funda eigen, vollmundig blüht die 2. Violine von Johanna Staemmler, samtig singt Teresa Schwamm an der Bratsche, unsagbar weich schmelzt Peter-Philipp Staemmlers Cello dahin. Verblüffend ist, dass es dem Quartett auf technischem Bravour-Level gelingt, stets ein gemeinsames, enorm farbenprächtiges Gespräch zu entwickeln. Der Genussteppich, den der Zuhörer da in den Andante-Variationen wie auf Zehenspitzen betritt, lässt ihn dann sachte träumend in riesige Melodiebögen einsinken. Das Presto huscht, tupft, hüpft heiter lachend auf und davon. Die fulminante Fingerakrobatik, mit der die Reminiszenz an Beethovens Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ zitiert wird, lässt den Saal jubeln.

In 40 Jahren war es Veranstalter Hörtnagel nicht gelungen, Beethovens prachtvolles Hornsextett ins Pollinger Programm zu setzen. Jetzt war es endlich so weit. Mit Premysl Vojta und Juliane Grepling gab es den Glücksgriff einer Idealbesetzung. Die jungen Hornisten waren traumwandlerisch aufeinander abgestimmt und eingespielt. Mit ihren modernen Alexander-Doppelhörnern tauchten sie den Raum in eine vollkommen andere, herrlich erfrischende Stimmung. Souverän meisterten sie die vielen Klippen der anspruchsvollen Hornliteratur – vom Quartett dabei moosweich gebettet und duftig begleitet.

Zum Abschluss Dvoráks As-Dur-Quartett op. 105: Man kann sich das Lento nicht liebevoller, beseelter, wärmer musiziert vorstellen. Nach dem introvertierten Cello zu Beginn charmantes Augenzwinkern, Pulsieren in den kleinsten Kapillaren dieser Musik. Das „Armida Quartett“ taucht mit solcher Leidenschaft ein in diese Welt an der Moldau, dass dem Publikum nur noch restlose Begeisterung bleibt.

Dorothe Fleege

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