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Chris Farlowe (rechts): eine Stimme voller Kraft und Emotionen. Er spielte mit der „Norman Beaker Band“ in Habach. 

Chris Farlowe im "Village"

 „Out of Time“ singen viele noch immer mit

Habach - „All or nothing“ hieß ein  Hit der  „Small Faces“. Ihr Frontmann Chris Farlowe sang auch ihn bei seinem Auftritt im "Village".

Es zeigte sich einmal mehr, dass das „Village“ für Publikum und Musiker ein ganz besonderer Veranstaltungsort ist. Es war gut besucht, und gut gelaunt erlebten die Fans dort einen großartigen Abend mit einem super Sound von Musikern, die von Anfang an Gas gaben. Während sich Norman Beaker und seine großartigen Musiker mit einer Rock’n’Roll-Nummer einspielten, hatte Chris Farlowe sich zunächst unter das Publikum gemischt und betrat nach der zweiten Nummer die Bühne.

Er vermisse ein Einkaufszentrum in Habach – der Besuch dort sei eine Art Therapie für ihn, erklärte er und legte los mit „Ain‘t no big deal“ und anderen zeitlosen Blues-, Soul- und Rock’n’Roll- Nummern. Zwischendurch erzählte er von gemeinsamen Auftritten mit James Brown oder plauderte über Jimi Hendrix. Denn obwohl Chris Farlowe die ganz große internationale Karriere nicht gemacht hat, wurde er von seinen Kollegen und Fans immer für seinen unnachahmlichen britischen Soul geschätzt.

Die Lust zu tanzen sah man dem Mann mit dem hellblonden Haar an. Nicht aber, dass er inzwischen schon 75 Jahre alt ist. Seine Stimme ist nach wie vor kraftvoll und steckt voll von Emotionen.

Als sich die Band in die Pause zurückzog, merkte Farlowe an, er wolle jetzt einen echten britischen Tee trinken. „Pfeffermint tea is so schlecht! It’s verboten in England“, sagte der Sänger in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Im zweiten Teil des Abends folgten Nummern wie „I dont’t wanna sing the blues no more“, die Farlowe selbst Mitte der 1990er Jahre geschrieben hatte und, mit „I don‘t love you anymore“, ein brandneuer Song, der Norman Beaker (beinahe) zu Tränen rührte. Zum Schluss gab es „Out of time“. Fünfzig Jahre ist es her, dass Farlowe mit dieser von Mick Jagger und Keith Richards („Rolling Stones“) geschriebenen Nummer seinen einzigen Nummer-1-Hit hatte.

Noch immer konnte mindestens die Hälfte des Publikums im Saal den Text mitsingen – obwohl mit Sicherheit nicht alle Besucher im Village die 1960er Jahre selbst miterlebt hatten.

Heribert Riesenhuber

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