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Ballett-Szenen: Fotografin Susanne Brill-Riefenstahl (r.) im „Hof am Mühlbach“, wo bei der gut besuchten Vernissage auch die Tänzerin Silke Kwan Heas auftrat. 

Fotoarbeiten von Susanne Brill-Riefenstahl

„Das Gestellte liegt mir nicht“

Wilzhofen -  Die ehemaligen Stallungen des „Hofes am Mühlbach“ beherbergen bis zum 11. November eine Ausstellung mit Fotoarbeiten der in München lebenden Künstlerin Susanne Brill-Riefenstahl. Im Mittelpunkt stehen zwei unterschiedliche Aspekte ihres Schaffens: Landschaft und Theater, also Natur und Kunst.

In den Landschaftsbildern, die auf Reisen nach Island entstanden sind, drängt sich das Wasser in den Blickpunkt. Vor allem faszinierte sie die Struktur des Wassers, das versucht, sich überall durch Berge und Gestein „hindurchzuwurschteln“, wie die Künstlerin erklärt. Tausende von Wasserfällen gebe es in Island, und immer wieder sorgen die Lichtverhältnisse dafür, dass sie in verschiedenen Farben und Strukturen erstrahlen. Weite Wasserflächen, vom Gestein zerteilt, Wasser, das über Abbruchkanten herabströmt und anderes, das aus der Tiefe aufsteigt: Es sind verzauberte Landschaften, die Brill-Riefenstahl in ihren Bildern festgehalten hat, und wer sie betrachtet, der kann vielleicht verstehen, dass in Island die Geschichten von Elfen und Trollen bis heute so lebendig sind.

Ihr Handwerk hat die Fotografin in Berlin erlernt und war dann viele Jahre in München und Berlin in der Lehre tätig. Die großen Veränderungen in der Fotografie, den Wechsel vom Analogen zum Digitalen, bedauert sie etwas: „Die Spannung und der Zauber bei der Entwicklung ist das Schönste.“ Zum Theater kam die Fotografin gemeinsam mit ihren Schülern: Sie fotografierten Proben in den Münchener Kammerspielen. Seither macht Brill-Riefenstahl in verschiedenen Theatern Münchens, auch in der Oper und im Ballett, Aufnahmen. Theaterfotografien aus zehn Jahren zeigt sie in Wilzhofen: sowohl ausdrucksstarke Nahaufnahmen, in denen die Gesichter so bekannter Schauspieler wie Sunny Melles oder Thomas Holzmann in ihren Rollen zu sehen sind, als auch Bilder, welche die Weite des Bühnenraums zeigen – und in denen der Zauber aus Licht, Raum und Menschen eingefangen ist.

Ihre Bilder vom Ballett fotografiert sie vorwiegend in Schwarzweiß und bringt die Konturen der Körper, die ihnen innewohnende Spannung manchmal fast scherenschnittartig zum Ausdruck. „Ich bin jemand, der spontan etwas fotografiert“, sagt Brill-Riefenstahl: „Das Gestellte liegt mir nicht.“

Angesprochen auf ihre Verwandtschaft zur Filmemacherin und Fotografin Leni Riefenstahl – der die große Nähe zum nationalsozialistischen Regime zeitlebens zum Vorwurf gemacht wurde – reagiert Susanne Brill-Riefenstahl zurückhaltend. Es ist ein Thema, dem sie nicht unbedingt ausweicht, das aber von ihrer eigenen Arbeit ablenke. Und auch Vergleiche mit den Arbeiten Leni Riefenstahls, die nach dem Krieg mit Fotografien aus Afrika und der Unterwasserwelt Aufmerksamkeit erregte, interessieren sie nicht.

Zu sehen

bis zum 11. November im „Hof am Mühlbach“, Mühlenstraße 9 in Wilzhofen: Do/Fr 17-20, Sa/So 11-13 und 17-20 Uhr. Info: www.hof-am-muehlbach.de.

Heribert Riesenhuber

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