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Blick vom Nordufer: Einzelne Wasserflächen bedecken den Weiher, er wächst immer mehr zu.

Bei Ortstermin in Bernried

Dauerthema "Neusee": Sorgt Kompromiss für Happy-End?

Bernried – Doch noch ein Happy-End für den Neusee? Die Bernrieder Gemeinde soll Dammsanierung übernehmen und darf im Gegenzug das Areal fürs Ökokonto nutzen.

Wenn man von den größeren Wasserlachen einmal absieht, die sich im Zuge der Starkregenfälle in den letzten Wochen gebildet haben, dann liegt der Neusee vor den Toren Bernrieds nach wie vor auf dem Trockenen. Die weiherprägende Flora und Fauna droht zu verschwinden. Indiz dafür: Die Verbuschung schreitet voran, das Gestänge der am Gewässergrund nachwachsenden Weiden ist bereits daumendick. „Das alles wird jetzt schon langsam grenzwertig“, beschreibt Bürgermeister Josef Steigenberger die ökologische Situation. Doch beim Dauerthema „Neusee“ zeichnet sich nun endlich ein Happy-End ab.

Vor kurzem trafen sich Vertreter des Landratsamts, des Wasserwirtschaftsamts, der Gemeinde und der Eigentümerfamilie Limbecker zu einem Ortstermin. Steigenberger berichtet von einem „sehr konstruktiven Gespräch“: „Es schaut so aus, als ob wir jetzt eine einvernehmliche Lösung gefunden hätten.“ Die Eigentümerfamilie war bekanntlich dazu aufgefordert worden, aufwendige Dammsanierungen an dem zu Gut Adelsried gehörenden Weiher vornehmen zu lassen. Limbeckers legten daraufhin den Neusee im Herbst 2014 trocken. Nach längerem Hin und Her mit den zuständigen Behörden wird nun eine Kompromisslösung angepeilt, derzufolge die Gemeinde die Dammsanierungskosten übernimmt und im Gegenzug den Neusee als bauleitplanerisches Ökokonto nutzen darf. „Für die Limbeckers wäre das Ganze dann kostenneutral“, sagt Steigenberger – und auch für die Gemeinde hätte der Deal einen Vorteil: Sie könnte bei der Ausweisung von künftigem Bauland und der damit verbundenen Pflicht, versiegelte Grundstücke zu kompensieren, auf die ökologischen Ausgleichsflächen des Neusees zurückgreifen.

„Ziel ist es, dass wir 2017 wieder einen voll funktionstüchtigen Weiher haben“

Steigenberger rechnet bei den Kosten für Damminstandsetzung mit einem Betrag deutlich unter den ursprünglich veranschlagten 500 000 Euro. Die Weihersanierung beschränkt sich nur auf den nördlichen, rund acht Meter breiten Dammabschnitt Richtung Weilheimer Straße. Außerdem haben erste Untersuchungen ergeben, dass der Damm generell standsicher ist und kein entsprechender Festigkeits-Nachweis mehr erbracht werden muss: „Das erleichtert das Ganze natürlich“, sagt Steigenberger. Neben einer Renovierung des Auslaufgerinnes und der Überläufe müssen wohl einige Bäume gefällt und das Wurzelwerk ausgefräst werden. Die Planung für die Dammsanierung soll nun über ein Ingenieurbüro vorangetrieben werden. „Ziel ist es, dass wir 2017 wieder einen voll funktionstüchtigen Weiher haben“, so der Bürgermeister.

Und was passiert in der Zwischenzeit? Laut Steigenberger hat man sich beim Ortstermin darauf verständigt, einen „Teileinstau“ des Weihers vorzunehmen. Der Neusee, der in seiner Mittelrinne mit 3,70 Metern nur im nördlichen Teil richtig tief ist, wäre damit zwar nur zu etwa 50 Prozent mit Wasser bedeckt. Aber durch den provisorischen Einlass könnten weitere Schäden an der Flora verhindert werden. Steigenberger: „Über die Ausführung haben wir noch nicht geredet, aber der Teileinstau wird wohl relativ schnell über die Bühne gehen.“

von Bernhard Jepsen

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