Hochwasser-Schutz

Oderdinger wollen „nicht absaufen“

Oderding - Rund 40 Bürger äußerten bei einer Infoveranstaltung ihre Sorgen wegen der Hochwasserschutzpläne für Weilheim. 

„Wir wollen nicht absaufen.“ Diese Aussage war von vielen Bürgern zu hören, die sich bei der Informationsveranstaltung zum geplanten Hochwasserschutz für Weilheim zu Wort meldeten. Eingeladen hatte die Gemeinde Polling ins Dorfgemeinschaftshaus, gekommen waren rund 40 Bürger, vor allem Oderdinger, aber auch einige Weilheimer.

Anlass für die Versammlung war ein Projekt des Wasserwirtschaftsamts, das den Süden von Weilheim vor Überschwemmungen schützen soll. Es sieht vor, entlang der Eisenbahnlinie einen Deich zu bauen, der bei der Brücke der Staatsstraße seine maximale Höhe von 1,50 Metern erreicht. Er soll verhindern, dass im Hochwasserfall die Flächen östlich der Bahnlinie und der Süden von Weilheim überschwemmt werden, wie dies 1999 der Fall war. Ein zweiter Deich soll westlich der Ammer gebaut werden, um Oderding zu schützen. Dieser Deich soll nördlich von Oderding nach Westen in Richtung Dorfbach weitergeführt werden.

Etwa ein Dutzend Bürger meldeten sich zu Wort. Sie brachten vor allem Bedenken gegen den Deich an der Bahnlinie vor. Das Wasser, das durch ihn zurückgehalten wird, könnte zu einer Erhöhung des Wasserstands der Ammer bei Oderding führen. Damit wäre der Ort stärker gefährdet als bisher.

Beim Deich nördlich von Oderding wurde dessen Sinnhaftigkeit bezweifelt. Erfahrungsgemäß würde das Ammerhochwasser über den Dorfbach zurück ins Dorf laufen, so mehrere Oderdinger, die sich auf die Erfahrungen an die vier Hochwasserereignisse in den vierziger Jahren, 1979, 1999 und 2005 beriefen.

Laut Projektleiter David Vogl vom Wasserwirtschaftsamt wird die Lage in Oderding durch die Baumaßnahmen nicht verschlechtert. Das aus dem Osten zurückgehaltene Wasser könne durch die Ammer abfließen. Für den Dorfbach, ein Gewässer dritter Ordnung, sei nicht das Amt, sondern die Gemeinde zuständig. Eine Forderung der Betroffenen ist, dass das Wasserwirtschaftsamt die Daten des Pfingsthochwassers von 1999 als Grundlage für seine Berechnungen verwenden soll, nicht die theoretischen Werte eines hundertjährlichen Hochwassers.

Um an diese Daten zu kommen, rief Bürgermeisterin Felicitas Betz dazu auf, die bisherigen Höchststände des Wassers der Gemeinde mitzuteilen. Gesucht seien vor allem Fotos von den Überschwemmungen 1999 und 2005, die man verwenden kann, um den tatsächlichen Stand des Wassers zu ermitteln. Auch andere Aufzeichnungen, etwa Hochwassermarken an Gebäuden seien gefragt.

Der langjährige Oderdinger Feuerwehrkommandant Martin Pape wiederholte seine Vorschläge, die er schon nach den beiden jüngsten Überschwemmungen gemacht hatte. Sein Plan sieht fünf Deiche vor: drei westlich der Ammer, einen am Altwasser zum Schutz von Oderding sowie einen an der Bahnlinie zum Schutz von Polling, Bahn und Trifthofanbinder. Außerdem soll der Altwasserarm renaturiert werden und ein Durchlass unter der Straße gebaut werden. Wenn die Planung weiter fortgeschritten ist, wird es laut Vogl eine weitere Infoveranstaltung geben.

Text: Alfred Schubert

Rubriklistenbild: © Emanuel Gronau

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